Ersatzkeeper will um seine Chance kämpfen

Drobny spricht nur, weil er es soll

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Er spricht, weil er es soll. Also stellt sich Jaroslav Drobny den Fragen von Kreiszeitungs-Redakteur Björn Knips.

Zell am Ziller - Achtung, dieser Text ist etwas Besonderes. Denn diese Zeilen entstanden nach einem Gespräch mit Werder-Neuzugang Jaroslav Drobny. Es sei nur erschienen, weil es eine Order des Vereins gegeben habe, nett zu sein und mit den Journalisten zu sprechen, berichtete der 36-Jährige beim Medientermin im Zillertal.

Gleichzeitig bestand der Tscheche darauf, dass er alle Zitate vor der Verwendung freigeben muss. Dabei strich er kurzerhand die Order des Vereins – und ließ nur noch folgende Aussage zu: „Ich mache das nur heute. Diese Gesprächsrunde ist eine Ausnahme.“

Es war ein ziemlich skurriler Auftritt des Torwarts, der den Journalisten im Mannschaftshotel mit jeder Menge Vorurteilen gegenübertrat, aber auch eine sportliche Botschaft lieferte: Er akzeptiert zwar Felix Wiedwalds Status als Nummer eins, der Ersatzmann hat deshalb aber längst nicht aufgegeben. „Natürlich habe ich eine Chance, jeder hat eine Chance. Man muss nur besser sein als die anderen“, meinte Drobny und betonte zugleich: „Ich weiß, was ich kann.“ Der Tscheche war schließlich Nationaltorwart und hat für den Hamburger SV, Hertha BSC und den VfL Bochum 190 Bundesliga-Spiele absolviert.

Er ist ein ganz erfahrener Mann, den der HSV als Ersatz für Rene Adler nicht mehr haben wollte. „Es ist legitim, dass sich der HSV einen jüngeren Keeper für die nächsten Jahre holen möchte – aber warum sagen sie mir das nicht einfach? Das ist Kindergarten! Keiner hat die Eier, es mir einfach ins Gesicht zu sagen. Ich bin fertig mit dem HSV”, hatte Drobny in einem seiner seltenen Interviews der „Sport Bild“ gesagt, nachdem seine Ausbootung öffentlich geworden war.

Nun will er nicht mehr schlecht über den HSV reden, spricht von schönen sechs Jahren, behält auch seine Wohnung in Hamburg und sagt: „Ich wechsel von einem super Verein zu einem anderen super Verein.“ In nur zwei Tagen hätte er mit Frank Baumann alles klar gemacht. Der Sportchef erklärte später gegenüber den Medien, Drobny sei als erfahrener Ersatz geholt worden, Wiedwald sei die Nummer eins. Genauso klar äußerte sich Trainer Viktor Skripnik. Vielleicht hätten sie das so gesagt, meinte Drobny ganz entspannt, um dann seine Sicht der Dinge zu präsentieren: „Im Fußball kann so viel passieren. Ich wünsche Felix alles Gute, er startet als Nummer eins. Er hat letzte Saison gespielt. Er ist ein guter Torwart, er muss das aber auch zeigen.“

Und wenn nicht, dann ist Drobny bereit. So wie er es auch in Hamburg war. Mehrfach glänzte der 36-Jährige als Adler-Vertreter, entfachte dann fast immer eine Torwartdiskussion. An der er sich selbst aber kaum beteiligte. Denn in Hamburg hatte sein Medien-Boykott begonnen. „Wenn ich etwas gesagt habe, wurde etwas anderes geschrieben. Deshalb habe ich das geändert. Seitdem beantworte ich Anfragen eigentlich nur noch schriftlich“, sagte er den Bremer Journalisten, mit denen er noch nie gesprochen hatte – und die deshalb noch nie Aussagen von ihm verbreiten konnten. Auf den Hinweis der Vorverurteilung ging er nicht direkt ein, verwies nur auf die Order des Vereins und gestand dann zumindest noch: „Ich weiß, es gehört dazu, aber ich mache es nicht gerne.“

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Viel lieber ist Drobny bei seinen Teamkollegen. Und die beschreiben den sonst so mürrisch und schlecht gelaunt wirkenden Keeper als einen der Spaßvögel in der Mannschaft. Den Ruf hatte Drobny auch schon in Hamburg. Kaum zu glauben nach dem Auftritt in der Medienrunde. Auf die Frage, ob er zwei Gesichter hätte, entgegnete Drobny nur schroff: „Ich sehe dich zum ersten Mal in meinem Leben, muss ich da lustig sein? Ich mache mir nicht so viel aus den Medien, ich muss da nicht vorkommen. Ich will nur meine Leistung bringen auf dem Platz.“ - kni

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