Ehrenpräsident Fischer setzt voll auf Skripnik: „Es gibt keine Alternative“

„Wir haben solche Zeiten auch mit Schaaf erlebt“

Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer (rechts) hat volles Vertrauen, dass Trainer Viktor Skripnik mit Werder wieder die Kurve kriegt: „Er schafft das!“
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Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer (rechts) hat volles Vertrauen, dass Trainer Viktor Skripnik mit Werder wieder die Kurve kriegt: „Er schafft das!“

Bremen - Von Björn Knips. Auch Klaus-Dieter Fischer hat sich am Samstag im Weserstadion richtig geärgert. „Das war katastrophal“, sagt Werders Ehrenpräsident zur 1:3-Heimpleite im Nordderby gegen den Hamburger SV. Er kann durchaus verstehen, dass Trainer Viktor Skripnik nun in der Kritik steht: „Das gehört dazu.“ Aber personelle Konsequenzen lehnt Fischer kategorisch ab und fordert: „Man muss diesem Trainerteam vertrauen, es gibt keine Alternative.“

Der 74-Jährige erinnert an die Anfänge der Ära Thomas Schaaf. Der hatte Werder 1999 als Feuerwehrmann aus dem eigenen Club vor dem Abstieg bewahrt – wie vor einem Jahr Skripnik. Was viele längst vergessen haben: Bis zum Double 2004 dauerte es noch fünf Jahre. Davor gab es die eine oder andere Durststrecke – oder wie es Fischer im Vergleich mit der aktuellen Situation ausdrückt: „Wir haben solche Zeiten auch mit Thomas Schaaf erlebt.“ Und Geduld gehabt. Schaaf durfte bleiben. Die Clubführung war die vielen teuren Trainerwechsel nach den goldenen Jahren unter Otto Rehhagel leid, wollte unbedingt Kontinuität auf dem Trainerstuhl.

„So sollte es auch jetzt sein“, findet Fischer – und vertraut dabei Sportchef Thomas Eichin: „Er bewahrt die nötige Ruhe.“ Vor einem Jahr hatte Eichin allerdings die Geduld verloren und Coach Robin Dutt gefeuert. Nur 16 Monate, nachdem dieser Schaaf beerbt hatte. „Mit Dutt war das damals etwas anderes“, sagt Fischer: „Wir hatten nach neun Spielen noch nicht gewonnen und waren mit vier Punkten Letzter. So schlecht stehen wir jetzt nicht da.“ Mit 13 Zählern nach 14 Partien befindet sich Werder als 15. gerade noch über dem Strich. Und noch etwas stimmt Fischer positiv: „Wir kennen dieses Trainerteam bestens. Ich bin überzeugt, dass es das Quartett Viktor Skripnik, Torsten Frings, Florian Kohfeldt und Christian Vander schafft, die Mischung ist optimal.“ Warum? Da gerät Fischer, der fast alle „seit 100 Jahren kennt“, ins Schwärmen: „Der ruhige Viktor und der bollerige Torsten passen gut zusammen. Florian ist ein toller Analytiker – und auch Christian spielt mit seiner nicht überdrehenden Art eine wichtige Rolle.“

Nicht umsonst hat sich Fischer vor einem Jahr, damals noch als Werder-Geschäftsführer, für die interne Lösung nach dem Dutt-Rauswurf ausgesprochen. Der Plan ging auf, Skripnik und Co. schafften die Wende, führten die Mannschaft fast noch in den Europapokal. Aber warum ging es in dieser Saison wieder bergab? „Den Leistungsträgern fehlt die Konstanz“, antwortet Fischer und nennt Zlatko Junuzovic als Beispiel. Natürlich sei es Aufgabe des Trainers, die Spieler in Form zu bringen, „aber es gab ja auch immer wieder Verletzungen. Das macht es nicht so einfach.“

Aber Fischer nimmt Skripnik, den er einst bei Werder vom Profi zum Nachwuchstrainer gemacht hat, nicht nur in Schutz, er hat auch eine klare Forderung an den Chefcoach: „Viktor hat sich immer schützend vor seine Mannschaft gestellt. Das ist auch gut so. Aber wenn du unten stehst, dann musst du anziehen. Das ist jetzt keine Wohlfühloase mehr. Da müssen auch klare Worte fallen.“ Dass Skripnik das kann, davon ist Fischer überzeugt. Er habe schließlich schon nach der Niederlagenserie im September/Oktober die Kurve gekriegt. „Das schafft Viktor wieder“, versichert der Ehrenpräsident – und kündigt mit Blick auf das Kellerduell am Sonntag in Stuttgart an: „Da werden wir auf jeden Fall nicht verlieren.“

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