Werders Sportchef Baumann sorgt vor

Delaney kommt im Winter - Vertrag bis 2021

Fotoshooting im grün-weißen Strandkorb: Der Däne Thomas Delaney hat gestern einen Vertrag bei Werder unterschrieben, wechselt aber erst im Januar an die Weser. J Foto: nordphoto

Bremen - Von Carsten Sander und Björn Knips. 17 Transfers hat Frank Baumann in der aktuellen Wechselperiode schon abgewickelt – man sollte meinen, der Werder-Sportchef sei damit mehr als ausgelastet gewesen. Aber die Ressourcen haben gereicht, um bereits die erste Neuverpflichtung für den Winter festzuzurren.

Gestern gab Werder Bremen bekannt, dass der dänische Nationalspieler Thomas Delaney (24) im Januar zu den Grün-Weißen wechseln wird. Delaneys Landsmann, Ex-Teamkollege und Ex-Werder-Profi Daniel Jensen (37) sagt, dass den Bremern da „eine richtig gute Verpflichtung“ gelungen ist. Davon geht natürlich auch Frank Baumann aus, sonst hätte er nicht zugegriffen. „Eine Gelegenheit“ sei der Transfer gewesen, „eine Chance, die wir beim Schopfe packen mussten“, meint der Bremer Manager, der mit Delaney die Zeit nach Clemens Fritz plant. Wenn der Werder-Kapitän am Ende der in den Startlöchern stehenden Saison seine Karriere beenden wird, ist der Nachfolger schon da. „Er wird Clemens nicht 1-zu-1 ersetzen, aber die Position ist natürlich ähnlich“, sagt Baumann.

Linksfuß Delaney ist im defensiven Mittelfeld am besten aufgehoben, idealerweise im System mit einer Doppel-Sechs. Er kann aber auch auf der Halbposition agieren. Damit ist er ein bisschen Fritz, aber auch ganz viel Zlatko Junuzovic. Rückschlüsse? Besser keine. Denn Baumann bleibt dabei, dass ein Junuzovic-Transfer nicht angedacht ist. Ob das auch im Winter noch gelten wird? Schlussendlich könnte Thomas Delaney auch die Antwort auf den drohenden Verlust von Florian Grillitsch sein. Dessen Vertrag läuft 2017 aus, auf ein Signal zur Vertragsverlängerung hat man bei dem Österreicher bislang vergeblich gehofft.

Der Vertrag von Thomas Delaney beim dänischen Meister FC Kopenhagen gilt ebenfalls noch bis 2017 – auch er wollte nicht mehr verlängern, sondern eine Herausforderung im Ausland annehmen. Für angeblich per Ausstiegsklausel festgeschriebene vier Millionen Euro hätte er sofort gehen können, doch weil der FC Kopenhagen kurz vor dem Einzug in die Champions-League-Gruppenphase steht (1:0-Sieg im Playoff-Hinspiel gegen Apoel Nikosia), absolviert er die erste Hälfte der Saison noch für seinen Heimatclub, dann geht er laut Medienberichten aus Dänemark für zwei Millionen Euro Ablöse nach Bremen.

Delaney erhält Vertrag über 4,5 Jahre in Bremen 

Über die Wechselmodalitäten machte Werder aber genauso wenig eine Angabe wie über die Vertragslaufzeit des achtmaligen Nationalspielers. Weniger zurückhaltend war da Delaneys Berater-Agentur "People In Sport": Auf Facebook schreibt das Unternehmen, dass der 24-Jährige, der gestern zur Vertragsunterschrift nach Bremen gekommen war, einen Vertrag über 4,5 Jahre unterzeichnet hat.

Daniel Jensen hatte ihm schon vor drei Jahren, als beide noch zusammen beim FC Kopenhagen spielten, zum Wechsel ins Ausland geraten. „Ich habe oft mit ihm darüber gesprochen. Ich hätte ihm auch die spanische oder italienische Liga zugetraut“, sagt Jensen (von 2004 bis 2011 bei Werder, 133 Bundesliga-Spiele). Nun wird es Werder, und Delaney freut sich, spricht in einer Club-Mitteilung von einem „wichtigen Schritt“ in seiner Karriere: „„Ich bin sehr stolz, zu so einem namhaften Verein und in die Bundesliga zu wechseln. Ich möchte eine verantwortungsvolle Position einnehmen.“

Letzteres sei bei Delaney so etwas wie eine natürliche Begabung, urteilt Daniel Jensen. „Er ist nicht umsonst in Kopenhagen der Kapitän. Thomas wird auch in Bremen innerhalb kürzester Zeit zum Führungsspieler werden.“ Auch Baumann sieht in Delaney (Mutter Dänin, Vater US-Amerikaner) einen echten Leader: „Er ist ein sehr guter Typ mit einer Top-Mentalität. Einer, der immer den Ball fordert, sehr lauffreudig ist und mannschaftsdienlich spielt. Insgesamt ein sehr spannender Spieler, auf den sich das Bremer Publikum richtig freuen kann.“

Delaney habe in den vergangenen eineinhalb Jahren „nochmal einen Sprung gemacht in seiner Entwicklung“, meint Baumann. Das lässt sich auch an Delaneys Werdegang im Nationalteam ablesen. Nach dem Debüt im Oktober 2013 folgte eine lange Pause bis ins Frühjahr 2015. In diesem Jahr hat Delaney aber den Sprung zum Startelf-Spieler geschafft, alle drei Partien der dänischen Auswahl bestritt er von Beginn an. Urteil Frank Baumann: „Er hat eine sehr gute Perspektive im Nationalteam – und bei uns."

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