Pizarro verlängert bis 2017 und will mit Werder noch „wichtige Sachen erreichen“

Die „Legende“ spielt eine Zugabe

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Werder-Stürmer Pizarro spielt auch in der kommenden Saison für Werder.

Bremen - Von Malte Rehnert. Claudio Pizarro ist ein Mann, der viel lacht – oft schelmisch. Oder spitzbübisch, sagen viele. Neulich im Auto musste der Peruaner auch schmunzeln, hat er erzählt. Als er auf die Weiterfahrt wartete, sah er sein Konterfei an einer Ampel kleben. Dazu den Spruch „Forever young“. „Ich habe das zufällig entdeckt und mich sehr gefreut“sagte Pizarro, der später auch ein Bild davon twitterte: „Es ist schön, wenn man so etwas sieht.“

Der Sticker kann auch noch ein bisschen dranbleiben, denn der „ewig junge“ 37-Jährige hält Werder die Treue. Das ist nun fix. Gestern gaben die Bremer die Vertragsverlängerung mit ihrem besten Torschützen der Saison (14 Treffer) bis 2017 bekannt. Und das ist durchaus eine besondere Sache. Pizarro geht zwar insgesamt in seine achte Werder-Saison, hat in Bremen aber bisher noch nie seinen Vertrag verlängert – eine Premiere also. 2001 verließ er Werder in Richtung FC Bayern. Nach seiner Ausleihe 2008 kehrte er 2009 zunächst zum FC Chelsea zurück, ehe ihn die Londoner doch nach Bremen verkauften. Und 2012 ging der Peruaner ablösefrei erneut nach München statt bei Werder einen neuen Kontrakt zu unterschreiben.

Claudio Pizarro – der ewig Junge: Solche Sticker kleben in Bremen, unter anderem an Ampeln. - Foto: twitter/Pizarro

Das hat er nun im Mai 2016 gemacht. „Wir sind sehr froh, dass Claudio als Führungsspieler mit all seiner Erfahrung und mit seiner ganzen Art auch in der nächsten Saison Teil der Mannschaft ist“, meinte Sportchef Thomas Eichin. Dass er noch weiterspielen würde, ist für Pizarro seit längerer Zeit klar. „Ich hatte das schon im Kopf, weil ich mich das Jahr über sehr gut gefühlt habe“, sagte er bei „werder.tv.“. Na ja, zu Beginn seines vierten Engagements in Bremen dürfte das Wohlbefinden nicht ganz so erfreulich gewesen sein. Pizarro war nicht richtig fit, musste seinen konditionellen Rückstand aufholen. Er saß auf der Bank statt im geliebten Rampenlicht zu stehen. Bei vielen wuchsen die Zweifel, ob dieser von den Fans extrem abgefeierte und von Hauptsponsor „Wiesenhof“ mitfinanzierte Deal sportlich überhaupt Sinn macht. Oder ob es nur ein genialer PR-Schachzug war.

Doch dann kam die Rückrunde. Pizarro, nach dem Trainingslager in Belek endlich in guter Verfassung, traf gleich zum Start auf Schalke – und ließ elf weitere Treffer folgen. Darunter das Rekordtor, sein 102. für Werder in der Bundesliga. Damit löste er Aufsichtsratsboss Marco Bode als besten Schützen der Vereinsgeschichte ab. Inzwischen steht der Peruaner bei 103 und 143 insgesamt für die Bremer – ebenfalls eine Bestmarke.

Trotz Pizarro musste Werder aber bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern. Kapitän Clemens Fritz (macht ebenfalls weiter) und Pizarro seien daran jedoch nicht schuld, findet Viktor Skripnik. „Sie sind Legenden“, schwärmte der Trainer nach der Rettung gegen Frankfurt: „Ohne die beiden wären wir schon lange abgestiegen.“

Mit den beiden geht es nun in die Saison 2016/2017, für die sich Pizarro mehr Ruhe wünscht: „Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr ein bisschen besser sind.“ Der aus Bayern-Zeiten titelverwöhnte Peruaner will nicht nur Spaß haben: „Den habe ich immer am Fußball – aber ich habe auch noch Ziele, will wichtige Sachen erreichen.“ Die Meisterschaft meint er damit sicher nicht, eher mal eine sorgenfreie Bremer Spielzeit.

Die gerade auf Platz 13 beendete Zittersaison bezeichnet Pizarro rückblickend als „schwieriges, aber auch sehr tolles Jahr für mich“. Geradezu begeistert war er von den Bremer Fans: „Die haben uns super unterstützt. Ich freue mich, dass die ganze Satdt so viel für Werder macht. Es ist eben ein besonderer Verein mit besonderen Fans.“

Seine Aufgaben für die Zukunft sind klar. Weiter Tore schießen, weiter eine Leitfigur sein, weiter seinen Ehrgeiz übertragen. „Ich werde versuchen, dass der ganze Verein so denkt, dass die Spieler so denken“, sagte er.

Spannend bleibt die Frage, wie fit Pizarro mit seinen 37 Jahren (wird im Oktober 38) in seiner wohl letzten Saison als Profi noch ist. Vor geraumer Zeit hat er seine Ernährung umgestellt, um bestens auf die fußballerischen Anstrengungen vorbereitet zu sein. Dennoch braucht er seine Pausen. Schon in dieser Saison wurde der Routinier beim Training oft geschont. So ganz „forever young“ als Fußballer geht eben doch nicht.

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