Rückkehrer Caldirola redet Klartext

„Ich will der Abwehrchef sein“

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Luca Caldirola

Aus Zell am Ziller berichtet Björn Knips - Früher mussten seine Zuhörer schon ganz genau hinhören , wenn er etwas sagte – und der etwas leise Luca Caldirola blieb dann auch inhaltlich ziemlich geräuschlos. Das ist Vergangenheit. Nach seiner Rückkehr aus Darmstadt redet der Italiener im Trainingslager in Zell am Ziller laut und deutlich Klartext: „Ich will der Abwehrchef sein! Ich habe jetzt die Erfahrung dafür.“

Die Geschichte hat allerdings einen Haken, denn mit seinem Ansinnen ist Caldirola bei Werder nicht allein. Der Neu-Bremer Niklas Moisander (kam von Sampdoria Genua) hat das gleiche Ziel öffentlich verkündet – und auch Alejandro Galvez strebt die Chefrolle in der Bremer Innenverteidigung an. Nur Neuzugang Fallou Diagne (kam von Stade Rennes) äußerte sich bislang etwas defensiver, rechnet aber trotzdem fest mit einem Stammplatz. Das riecht nach einem harten Vierkampf um zwei Plätze inklusive Chefposten.

Caldirola fühlt sich dafür bestens gewappnet. „Ich habe ein großes Selbstbewusstsein, denn ich habe alle 34 Spiele in Darmstadt gemacht“, erinnert er noch mal an die Vorsaison, in der er sogar keine einzige Minute verpasst hat. Die Ausleihe zum Aufsteiger sei das Beste gewesen, was ihm passieren konnte: „In Bremen war ich demoralisiert, ich wollte nur noch weg und woanders beweisen, dass ich Bundesliga spielen kann.“ Werder-Coach Viktor Skripnik hatte ihm das offenbar nicht mehr zugetraut und ihn quasi aussortiert. Ein Problem mit Skripnik habe er deshalb aber nicht, behauptet der 25-Jährige: „Wir haben gesprochen. Es ist eine neue Saison, eine neue Chance.“

Und es ist ein neuer Caldirola. Das betrifft nicht nur seine Lautstärke im Interview, sondern auch sein Auftreten auf dem Platz. „Als Innenverteidiger brauchte ich mehr Aggressivität. Das hatte mir in Bremen ein bisschen gefehlt, das habe ich in Darmstadt gelernt. Ich bin jetzt ein komplett anderer Spieler“, erklärt der Italiener, der nach drei Jahren in Deutschland perfekt Deutsch spricht. Bei den eigentlich in der Bundesliga chancenlosen Darmstädtern sei es nur über den Kampf gegangen. Und dann war da noch diese ganz besondere Defensivtaktik mit dem Bus vor dem eigenen Tor. „Das war schon extrem und nicht normal für die Bundesliga. Aber so haben wir den Klassenerhalt geschafft“, merkt Caldirola durchaus mit Stolz an. Aber genauso wichtig ist es ihm, zu sagen, dass er auch anders kann: „Bremen macht das anders als Darmstadt. Wir haben die Qualität zu spielen. Das gefällt mir – und das kann ich auch.“

Werder-Training am Freitag

In seinem ersten Jahr bei Werder hatte der ehemalige Kapitän der italienischen U21 sein spielerisches Potenzial angedeutet. Aber der Neuzugang von Inter Mailand offenbarte danach auch Schwächen im Spielaufbau. Da muss er sich steigern, das weiß Caldirola auch. „Ich muss für meinen Platz kämpfen.“ Und was ist, wenn es nicht klappt, er weder Abwehrchef noch Stammspieler wird? Folgt dann die nächste Ausleihe oder sogar der Verkauf? Der Vertrag läuft ohnehin nur noch ein Jahr. Auf den verweist Caldirola dann auch und stellt noch mal klar: „Ich bin ein Bremer. Mein Ziel war es, unbedingt zurückzukehren.“

Da verbieten sich aktuell alle Gedanken an einen erneuten Wechsel. Vom angeblichen Interesse des FC Augsburg, für den nun sein Darmstädter Ex-Coach Dirk Schuster arbeitet, will Caldirola nichts gehört haben. Der Fokus liegt auf Werder – und wird zum Glück auch nicht zu sehr durch Verletzungen getrübt. Die Knöchelprobleme aus dem Trainingslager in Neuruppin sind ebenso überwunden wie die jüngste Muskelverhärtung im Oberschenkel. Der Italiener mischt wieder voll mit. Muss er auch, wenn er wirklich Abwehrchef werden will.

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