Baumann setzt Eichins Kooperation mit den Italienern nicht fort

Noch keine Zeit für Juventus

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Werder-Sportchef Frank Baumann

Bremen - Zu jeder Transferperiode gehörte zuletzt auch immer wieder dieses Thema: Juventus Turin. Thomas Eichin hatte im November 2013 eine Kooperation mit dem italienischen Rekordmeister vekündet – durchaus mit Stolz. Doch Transfers gab es nie. Und unter Eichins Nachfolger Frank Baumann ist Juventus so gar kein Thema mehr bei Werder. „Damit konnte ich mich bislang nicht beschäftigen. Ich weiß gar nicht, ob es da etwas Schriftliches gibt“, erklärt Baumann auf Nachfrage dieser Zeitung.

„Die haben tierisch Bock darauf, mit uns etwas zu machen. Das kann eine tolle Geschichte werden“, frohlockte Eichin Ende 2013 und schwärmte vom besonderen Turiner Geschäftsmodell. Das sieht viele Leihspieler vor, die auf die Ligen in Europa verteilt werden, dort reifen sollen, um dann entweder Juventus sportlich oder durch einen Verkauf wenigstens finanziell zu helfen. In Deutschland sei die Wahl auf Bremen gefallen, berichtete Eichin damals. Nur ein entsprechendes Talent oder einen erfahrenen Spieler, der bei Juve nicht mehr so zum Zuge kam, präsentierte er nie. „Unsere Kontakte zu Juventus sind weiterhin gut“, betonte Eichin noch Anfang des Jahres, er stellte aber auch klar: „Es hat sich mit Juventus bislang nichts ergeben, weil für uns auch deren Spieler aus der zweiten Reihe einfach nicht finanzierbar sind.“ Die Kooperation lobte der Ex-Profi trotzdem, schließlich habe Werder Zugriff auf die riesige Datenbank der Turiner Scoutingabteilung. Das nutze er regelmäßig, so Eichin.

Baumann macht das nicht. Er geht einen anderen Weg, seinen eigenen Weg. Er erinnert sich gerne an Kontakte aus seiner Zeit als Assistent vom einstigen Werder-Boss Klaus Allofs – oder als Chef der Bremer Scouting-Abteilung unter Eichin. „Es gibt einige Clubs, mit denen es eine gute und enge Zusammenarbeit gibt“, erklärt Baumann und nennt dabei explizit den FC Chelsea: „Mit denen haben wir gute Erfahrungen gemacht. Da gibt es einen guten und vertrauensvollen Austausch.“ Zuletzt erlebt bei der Ausleihe von Papy Djilobodji, die allerdings im vergangenen Winter noch Eichin ausgehandelt hatte. Auch zu den Londonern pflegte der 49-Jährige ein gutes Verhältnis, wie er selbst sagte. Eine Kooperation wie mit Juventus Turin gab es allerdings nicht – zumindest sprach Eichin nie davon.

Vielleicht hatte er aber auch nur dazugelernt. Die Juventus-Geschichte war ihm immer mal wieder vorgehalten worden. Es wurde ständig nach Ergebnissen gefragt, die er nicht liefern konnte. Immerhin gab es offenbar diverse Treffen mit den Verantwortlichen des Traditions-clubs. Eichins Geschäftsführer-Kollege Klaus Filbry war ebenfalls mal mit nach Italien geflogen. Dabei soll es auch um das Marketing gegangen sein. Aber Handfestes gab es in diesem Bereich nicht. Zumindest drang davon nichts an die Öffentlichkeit.

„Ich weiß nicht, wie diese Kooperation gelebt wurde“, sagt Baumann, der in seinen drei Monaten als Sportchef bereits 17 Transfers abgewickelt hat. Juventus hat dabei nie eine Rolle gespielt und wird es wohl auch so schnell nicht. Das Thema Kooperation mit dem italienischen Rekordmeister dürfte sich erledigt haben. 
kni

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