Großer Umbruch im Aufsichtsrat von Werder

Auch für Schulz ist kein Platz mehr

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Hans Schulz ist „nicht beleidigt“, dass er seinen Posten im Aufsichtsrat verlieren wird.

Bremen - Für Werder-Verhältnisse ist das schon ein echtes Beben: Der Aufsichtsrat bekommt ein völlig neues Gesicht – und das nicht zufällig. Werder-Legende Hans Schulz (73) wurde vom Wahlausschuss mitgeteilt, dass er bei der Mitgliederversammlung am 21. November nicht wieder zur Wahl des Aufsichtsrates aufgestellt wird.

Ähnlich erging es bereits dem einstigen Werder-Manager Willi Lemke (70), der vor einigen Wochen seinen nicht ganz freiwilligen Abschied aus dem Kontrollgremium verkündet hatte. Und Werner Brinker (64) soll dem Vernehmen nach ebenfalls ausscheiden. Drei von sechs – das ist ein echter Umbruch.

„Ich bin nicht beleidigt“, stellt Schulz auf Nachfrage dieser Zeitung klar: „Der Verein möchte den Aufsichtsrat anders besetzen, vor allem wohl mit Leuten aus der Wirtschaft. Das ist wichtig, dafür habe ich Verständnis. Deshalb mache ich das sogar gerne, weil es dem Verein dient.“ Allerdings betont der 73-Jährige zugleich: „Ich bin noch fit und fühle mich nicht zu alt für diese Aufgabe.“

„Ich habe diese Aufgabe nie überschätzt“

Eine Aufgabe, die er seit 17 Jahren ausübt. Also genau so lange, wie es diesen Posten überhaupt gibt. 1999 war das Mitglied der ersten Bremer Meisterelf (1965) in das neue Gremium berufen worden. Genauso wie damals auch Lemke. „Ich habe diese Aufgabe nie überschätzt“, sagt Schulz. Dieser Satz ist so typisch für den Ex-Profi, der schon mit zehn Jahren Mitglied beim SV Werder geworden ist. Schulz hat seine Kontrollfunktion eher im Hintergrund ausgeübt, er brauchte das Rampenlicht nicht. „Natürlich wird mir etwas fehlen. Wir haben viel diskutiert und mussten schwierige Entscheidungen treffen“, sagt Schulz: „Aber es war ja kein täglicher Job. Überarbeitet habe ich mich auch nicht, obwohl ich in den 17 Jahren nur drei Sitzungen verpasst habe.“

Die emotionale Bindung wird ohnehin bleiben. „Wenn Werder verliert, dann leide ich richtig mit. Das muss dann meine Frau aushalten“, berichtet Schulz mit einem Lächeln und fügt dann noch an: „Ich bin ja nicht weg. Ich diskutiere gerne weiter.“ Das ist vor allem ein Angebot an Marco Bode, den Chef des Aufsichtsrats. Die beiden Ex-Profis liefern die Fußball-Kompetenz in dem sechsköpfigen Kontrollgremium. Schulz hat einen klaren Wunsch: „Wenn schon so viele Mitglieder gleichzeitig den Aufsichtsrat verlassen, sollte auch wieder ein Platz für jemanden aus dem Fußball sein. Nur ein Bode ist mir da etwas zu wenig.“

Die Gerüchteküche brodelt

Fakt ist, Bode soll den Aufsichtsrat weiter anführen. Auch Unternehmer Marco Fuchs (OHB) und Axel Plaat, als Schatzmeister der Vertreter des Vereins, werden wohl bleiben. Und wer kommt? Die Gerüchteküche brodelt. Der Wahlausschuss, der aus dem Ehrenrat und den Abteilungsleitern sowie den Referenten des Vereins besteht, arbeitet intensiv an einer Neubesetzung. Daran ist auch Bode beteiligt, der einst schon Fuchs ins Gespräch gebracht hatte. Vor einigen Wochen sprach der 47-Jährige im Zuge des Rückzugs von Lemke von einem „Erneuerungsprozess“ und einem „Generationswechsel“. Auch Lemke war damals mitgeteilt worden, dass für ihn kein Platz mehr ist. Zur aktuellen Situation möchte sich Bode nicht äußern und verweist auf den Wahlausschuss.

Doch der schweigt ebenfalls in Person des Vorsitzenden Peter Eilers: „Ich darf dazu nichts sagen.“ Erst auf der Mitgliederversammlung möchte er die Kandidaten verkünden, die von den Mitgliedern gewählt werden können. Allerdings betrifft das nicht alle Aufsichtsratsposten, sondern nur vier. Die beiden anderen Positionen werden vom Verein besetzt. „Ich bin auch gespannt“, sagt Schulz. Offenbar geht es um Personen, die Werder finanziell helfen könnten – vielleicht auch als Investoren. Auf der Suche danach ist Werder ja schon länger.
kni

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