Werder lässt Stürmer wohl zu Liaoning FC ziehen

Ujah vor Wechsel nach China

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Anthony Ujah (Archivbild)

Bremen - Von Björn Knips. Er hat im Abstiegsfinale Werders Zukunft in der Bundesliga gesichert und ist wahrscheinlich selbst schon bald Vergangenheit in Bremen: Anthony Ujah steht nach Informationen der Kreiszeitung kurz vor einem Wechsel nach China.

Gleich mehrere Clubs buhlen um die Dienste des 25-jährigen Stürmers – und Werder verhandelt bereits. Die besten Karten besitzt Liaoning FC, zu dem im Winter schon Ujah-Kollege Assani Lukimya gewechselt ist. Eine offizielle Bestätigung des anstehenden Transfers steht noch aus. Werder wollte sich dazu nicht äußern. Schon in wenigen Tagen soll der Deal aber über die Bühne gehen. Möglicherweise wird Ujah gar nicht zum Trainingsauftakt am Freitag nach Bremen kommen.

Es geht um Geld, um sehr viel Geld. Schon im Winter lag eine Offerte für Ujah aus China vor. Damals lehnten Club und Spieler ab. Im Gespräch waren eine Ablösesumme von 13 Millionen Euro und ein Jahresgehalt von sechs Millionen Euro – das Dreifache von dem, was der Nigerianer bei Werder verdient. Die Größenordnungen sollen diesmal ähnlich sein. Die Bremer würden demnach ebenfalls fast das Dreifache bekommen – also von dem, was sie vor einem Jahr an den 1. FC Köln überwiesen haben. 4,5 Millionen Euro hatte Ujah als festgeschriebene Ablösesumme in seinem Vertrag mit den Domstädtern stehen gehabt.

Diesmal gibt es keine Ausstiegsklausel, dafür aber offenbar den unbedingten Willen des Spielers zu wechseln. „Klar, ich komme aus Afrika, da machst du dir bei so einem Angebot natürlich Gedanken“, hat Ujah – angesprochen auf das Mega-Angebot im Winter – im Interview mit dieser Zeitung einmal gesagt. Er sprach dabei allerdings auch von einem Karriereplan, der ein weiteres Jahr in Bremen vorsieht.

Werder-Abgänge zur Saison 2016/2017

Doch nun hat sich Ujah anders entschieden. Vielleicht lag es auch an seiner Reservistenrolle. Hinter Claudio Pizarro war er in der Rückrunde nur noch die Nummer zwei im Ein-Mann-Sturm und deshalb fast immer nur Ersatz. Im Abstiegsfinale gegen Eintracht Frankfurt spielte er dann aber eine Hauptrolle – eine für immer unvergessliche noch dazu: Der Joker erzielte den ganz späten Siegtreffer – na ja fast. Papy Djilobodji drückte die Kugel letztlich über die Linie, aber das Tor gehörte mindestens zur Hälfte Ujah. Unvergessen auch sein Jubellauf danach. Die personifizierte Erleichterung nach einem dramatischen Abstiegskampf. Die Fans liebten ihn schon vorher, und danach noch viel, viel mehr.

Deswegen wird der Schmerz auch groß sein. Nach nur einem Jahr ist der Publikumsliebling wohl schon wieder weg. 32 Bundesliga-Spiele, elf Tore, fünf Assists, dazu drei Treffer im Pokal – schlecht ist die Bilanz des 25-Jährigen nicht. Er wird Werder fehlen, auch wenn er zuletzt nur noch auf der Bank saß. Geld genug, um Ersatz zu holen, hat Werder nun. Andererseits: In Lennart Thy (FC St. Pauli) und Justin Eilers (Dynamo Dresden) wurden bereits zwei Stürmer verpflichtet. Allerdings von unterklassigen Clubs. Ujah ist ein gestandener Bundesliga-Profi, der von Beginn an bei Werder funktioniert hat.

Künftig soll er in China treffen – wahrscheinlich für Liaoning FC. Der Verein von Lukimya belegt aktuell Platz elf der Super League (16 Mannschaften) – und ist punktemäßig eher dem Tabellenende zugewandt. So wie es Ujah auch aus Bremen gewohnt ist.

Werder-Zugänge zur Saison 2016/2017

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