Ersatzbank, Linksverteidiger

Das alte Spiel mit dem neuen Caldirola

Kommandos geben auf dem Platz – so hätte es Luca Caldirola gerne. Obwohl er in den ersten beiden Spielen der Saison nicht in der Innenverteidigung spielen durfte, will der Italiener Werders Abwehrchef sein. J Foto: nordphoto

Bremen - Von Malte Rehnert und Carsten Sander. Drei Wünsche frei? Luca Caldirola weiß schon, was er damit machen würde. Erstens: „Eine gute Saison!“ Zweitens: „Stammspieler sein!“ Drittens: „Abwehrchef werden!“ Sollte das alles in Erfüllung gehen, wäre der Fußballer Luca Caldirola wunschlos glücklich – vorerst jedenfalls.

Im Moment lässt sich aber überhaupt noch nicht sagen, wie nahe er der Erfüllung seiner Träume kommen wird. Bei dem Italiener, der nach einem erfolgreichen Jahr bei Darmstadt 98 einen neuen Anlauf nimmt bei Werder Bremen, scheint derzeit noch alles möglich – Ersatzbank, Stammplatz, Chefrolle? Abwarten, abwarten, abwarten.

Luca Caldirola versucht eine gewisse Gelassenheit auszustrahlen, wenn es um seine Aussichten auf regelmäßige Einsätze beim SV Werder geht. „Ich denke“, sagt er dann, „dass ich ganz gute Chancen habe. Ich bin fit, ich fühle mich gut, ich bin bereit. Und ich kenne meine Qualität.“ In diesem letzten Satz steckt das ganze Selbstvertrauen, das er während seiner Saison in Darmstadt gesammelt hat. Dort hat er alle 34 Bundesliga-Spiele bestritten, von der ersten bis zur letzten Minute. Als Innenverteidiger, so, wie er es in Italien gelernt hat. Caldirola hat seine Sache dabei gut gemacht, hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Aufsteiger in der Bundesliga geblieben ist. Eine schöne Geschichte für ihn.

Und nun? Nun ist er wieder bei Werder, wieder bei dem alten Club mit Viktor Skripnik, dem alten Trainer, bei dem er vor der Leihe nach Darmstadt keine Chance mehr hatte. Und der ihn wegschickte, um Spielpraxis zu sammeln. „Ich war demotiviert, hatte kein Selbstvertrauen mehr“, sagt Caldirola rückblickend und bewertet das Leihgeschäft „als das Beste für beide.“ Man hätte annehmen können, dass dem 25-Jährigen wegen der Vorgeschichte die Rückkehr schwerfällt oder er zumindest Vorbehalte mitbringt. Doch selbst, wenn es so gewesen sein sollte, wurde alles in einem Gespräch zwischen Spieler, Trainer und Sportchef Frank Baumann ausgeräumt. Caldirola: „Wir haben vor den Trainingslagern miteinander gesprochen. Er hat gesagt: ,Du bleibst.’ Ich habe gesagt: ,Okay, das will ich auch.’ Ich möchte mich hier zeigen. Ich habe keine Gedanken, wegzugehen.“ Aber Angriffslust, die hat er.

Caldirola: Zweite Chance in Bremen

„Ich will hier der Abwehrchef werden“, wiederholt der ehemalige italienische U 21-Kapitän seinen Anspruch. Gut ging es allerdings nicht los für ihn. Mit seiner Aufstellung im DFB-Pokal gegen die SF Lotte verriet Skripnik seinen Plan für die Innenverteidigung. Er setzte auf (den noch nicht ganz fitten) Niklas Moisander und auf Lamine Sane. Caldirola saß nur auf der Bank. Als ein paar Tage später gegen den FC Bayern alles neu sortiert wurde in der Viererkette, durfte Caldirola zwar ran, jedoch nur als Linksverteidiger. Gewissermaßen spielte Skripnik also das alte Spiel mit dem Abwehrmann, dem er wenige Wochen zuvor noch attestiert hatte, „wie ein neuer Mensch“ nach Bremen zurückgekehrt zu sein.

„Ich muss Schuster Danke sagen“

Luca Caldirola lässt sich nicht anmerken, falls er sich über den für ihn ungünstigen Start ärgern sollte. Aber klar ist: Mit jetzt 25 Jahren kann er sich nicht mehr leisten, auf der 1b-Position zu spielen oder auf der Bank zu sitzen. Seine Karriere muss jetzt Fahrt aufnehmen – ob eine gute Fee ihm dabei helfen kann, ist dann doch eher unwahrscheinlich. Er muss es schon selber machen.

Mit einiger Spannung dürfte Caldirola auf den Sonntag und das Heimspiel gegen den FC Augsburg blicken. Viktor Skripnik muss dann entscheiden, ob er in der Innenverteidigung wieder auf Sane/Moisander (wie im Pokal), auf Sane/Diagne (wie gegen die Bayern) oder dann doch auf eine Kombination mit Luca Caldirola setzt. Es wäre eine große Sache für den Italiener. Denn auf der Augsburger Bank sitzt mittlerweile Trainer Dirk Schuster – der Mann also, der ihm bei Darmstadt 98 aus der Werder-Depression herausgeholfen hat. Die drei Wünsche? Unter Schuster wurden sie gewissermaßen wahr für Luca Caldirola: „Er war sehr wichtig für mich. Bei ihm habe ich immer gespielt, er hatte großes Vertrauen in mich. Ich muss ihm Danke sagen.“

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