0:1-Pleite gegen Betis Sevilla beim Turnier in Dresden

Das Tor zu sichern, lässt Werder vorne verunsichern

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Im Internet wurde Felix Wiedwald wegen seines neonpinken Outfits schon mit dem berühmten Textmarker Stabilo Boss verglichen.

Dresden - Bundeswehr-Karrierecup Dresden – das ist schon ein ziemlich ungewöhnlicher Name für ein Fußball-Turnier, aber aus Werder-Sicht ein durchaus passender: Die gesuchten Soldaten sollen schließlich mal ihr Land verteidigen – und die Bremer setzen gerade auch voll auf die Abwehr. Mit dem unansehnlichen Ergebnis, dass nach vorne fast gar nichts mehr geht. Das zieht sich nun schon seit über zwei Wochen durch die Vorbereitung und mündete am Freitag in eine 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Betis Sevilla.

„Natürlich frustriert uns das Ergebnis“, versicherte Werder-Coach Viktor Skripnik: „Aber unsere Aufgabe war es heute, gegen den Ball zu arbeiten. Da haben wir nicht viel zugelassen.“ Ähnlich klang das auch bei Mittelfeldspieler Fin Bartels: „Der Fokus liegt ganz klar auf der Defensive, damit wir nicht mehr so viele Gegentore bekommen.“ Werder sucht in der Vorbereitung erst einmal die Stabilität, die es seit Jahren bei den Bremern nicht gibt. Und aus dieser Stabilität heraus, so Baumann, „wollen wir unser Spiel nach vorne verbessern“. Das brauche Zeit. Ergebnisse seien dabei eher zweitrangig. „Mir ist es so lieber als im letzten Jahr, als wir in der Vorbereitung alles gewonnen haben und dachten, wir sind schon wer weiß wie weit und gut. Und dann kommt es in der Saison ganz anders“, merkte Bartels noch an.

Werder ärgert sich, sorgt sich aber nicht. Dem Zuschauer fällt das weitaus schwerer. Denn dafür gab es einfach viel zu viel Gähn-Fußball. Kaum etwas gelang. „Das ist normal in der Vorbereitung“, nahm Ex-Profi Skripnik seine Spieler in Schutz und erklärte: „Du hast keinen guten Körperstand, du fühlst dich nicht so wohl. Also versuchst du, einfache Bälle zu spielen, gehst kein Risiko.“ Und dann kommt dabei ein völlig unattraktives Spiel heraus.

Der Rahmen eignete sich auch noch bestens dafür. Gerade einmal 2 000 Zuschauer hatten sich in die schmucke DVV-Arena verirrt, um die Turniereröffnung zu sehen. Mit der Zeit wurden es mehr, je näher das Dynamo-Spiel gegen den FC Everton am späteren Abend rückte. Mehr zu sehen gab es auf dem Feld dadurch aber auch nicht. Die Partie plätscherte irgendwie so dahin. Vor der Pause gab es nur eine einzige Torchance, die Betis-Angreifer Ruiz kläglich vergab (11.). Ähnlich wie acht Minuten nach der Pause Teamkollege Charly Musonda, der alleine auf Felix Wiedwald zusteuerte und dann weit vorbeischoss. Vielleicht hatte er sich auch erschrocken, weil der Werder-Keeper in seinem komplett neonpinken Dress aussah wie der berühmte Textmarker Stabilo Boss.

Positiv aus Bremer Sicht: Die Defensive arbeitete ordentlich mit dem Abwehrzentrum Luca Caldirola und Niklas Moisander. Davor stand allerdings zeitweise auch eine Fünf-Mann-Wand. Denn aus dem 4:1:4:1-System wurde gerne ein tiefes 4:5:1, was es den Spaniern schwer machte.

Drei Bremer Lichtblicke gab es dann doch noch zwischen der 54. und 56. Minute: Erst zielte Lukas Fröde zu hoch, dann endete eine tolle Kombination von Florian Kainz über Claudio Pizarro bis hin zu Theodor Gebre Selassie mit einem abgeblockten Schuss, und schließlich köpfte Pizarro eine Ecke völlig unbedrängt über das Tor.

Sollte da etwa doch noch etwas gehen? Nicht für Werder. Nun war wieder der letztjährige Tabellenzehnte der Primera Division am Zug – und diesmal mit Erfolg. Nahuel war der Abwehr entkommen und vollstreckte eiskalt (67.). Bitter für die Werder: Der Torschütze war eigentlich gut ins Abseits gestellt worden, doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus.

Das war’s – Werder konnte trotz zahlreicher frischer Kräfte auf dem Platz nicht mehr kontern. Heute geht es dann gegen Dresden (16 Uhr/MDR) weiter. Der Zweitliga-Aufsteiger schlug den FC Everton am Freitag mit 2:1.

Werder: Wiedwald - Gebre Selassie, Caldirola, Moisander (46. Diagne), Guwara (69. Sternberg) - Fröde (79. Petsos) - Yatabare (46. Kainz), Fritz (79. U. Garcia), Junuzovic (79. M. Eggestein), Bartels (69. Hajrovic) - Pizarro (69. J. Eggestein).

kni

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