Nouri kann in Darmstadt weitere Pluspunkte sammeln

Weichenstellung am Wochenende

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Trainings-Dialog: Werder-Trainer Alexander Nouri (links) und Sportchef Frank Baumann, der sich am Dienstag beide Einheiten live auf dem Platz ansah. - Foto: nph

Bremen - Alexander Nouri war früh dran. Noch nicht mal halb zehn war es, als der Werder-Interimstrainer den Trainingsplatz am Weserstadion betrat. Gemeinsam mit seinem „Co“ Florian Bruns baute er den Übungsparcours auf, wartete anschließend auf die Spieler. Die kamen um kurz nach zehn – und gemeinsam starteten alle dann nach zwei freien Tagen in eine Woche, an deren Ende die Weichen gestellt werden – für Werder, für Nouri.

Es ist das Spiel bei Darmstadt 98 (Samstag, 15.30 Uhr), das für alle so enorm wichtig ist. Nach dem 2:1 gegen den VfL Wolfsburg kann/muss die Mannschaft den ersten Saisonsieg mit dem zweiten bestätigen. Damit wäre Darmstadt überholt, der Kontakt zum Tabellenmittelfeld hergestellt, das Selbstvertrauen weiter aufpoliert. Und für Alexander Nouri ist die Partie bei den „Lilien“ die Chance, weitere Argumente für einen Verbleib auf dem Cheftrainerposten zu sammeln. Mit dem Erfolg über Wolfsburg hat er seine Bewerbung eingereicht, jetzt müssen Arbeitsproben folgen.

In der zurückliegenden englischen Woche mit zwei Spielen und entsprechend viel Hektik hat Nouri nicht viel mehr tun können, als an der Motivation und der mentalen Kraft der Spieler zu schrauben. Jetzt hat er erstmals eine ganze Trainingswoche Zeit, um auch an fußballerischen Komponenten zu arbeiten. Erstmals kann er das Team gezielt vorbereiten – als Trainer, nicht nur als Muntermacher. Oder wie Sportchef Frank Baumann es formulierte: „Bisher ist er viel über die Emotionen gekommen. Aber es sind nicht nur Emotionen, die Alex vermitteln möchte.“

Nouri muss mehr können, Nouri kann mehr – dessen ist sich Baumann jedenfalls sicher. „Ich habe ihn damals aus Oldenburg geholt, ich kenne seine Qualität“, sagte der Geschäftsführer Sport, der am Dienstag bei beiden Trainingseinheiten zuschaute. Allerdings ging es ihm angeblich nicht darum, Nouri auf die Finger, sondern den Spielern auf die Füße zu schauen. „Ich weiß, wie Alex arbeitet. Da muss ich nicht genauer hinsehen“, so Baumann.

In diesen Worten schwingt viel Vertrauen mit. Dennoch verlässt sich Frank Baumann nicht auf Nouri, der im Sprachgebrauch des Sportchefs von Anfang an eine „Übergangslösung“ war und immer noch ist. Außerdem, so Baumann: „Alex weiß, dass wir uns sehr umfassend mit anderen Trainern beschäftigen. Es geht dabei auch nicht um seine Qualität, sondern um die bestmögliche Lösung für Werder Bremen.“

„Wäre schön, wenn wir dann Klarheit hätten“

Dass Nouri am Ende des Denkprozesses und der Suche diese Lösung sein könnte, ist weiterhin nicht auszuschließen. Auf einen schnellen Zuschlag sollten der 37-Jährige und seine seit Samstag enorm gewachsene Fan-Gemeinde aber nicht hoffen. Baumann macht klar, dass Darmstadt kein Entweder-oder-Spiel für Alex Nouri wird. Die Antwort auf die T-Frage habe „mit dem Ergebnis von Darmstadt nur wenig zu tun“, sagt er.

Werder-Training am Dienstag

Dass er das sagt, ist einerseits Taktik. Denn mit jeder anderen Antwort würde Baumann sich im Erfolgsfall selbst unter Druck setzen. Allerdings ist auch klar, dass das Ergebnis von Darmstadt sehr wohl Einfluss auf den Ausgang der Geschichte hat. Natürlich wandern bei einem Sieg weitere Pluspunkte auf Nouris Konto. Natürlich würde eine Niederlage die aufflammende Begeisterung um den Interimscoach direkt wieder ersticken. 

In Darmstadt könnte sich folglich entscheiden, ob die Trainerdiskussion in Bremen zu einer reinen Nouri-Diskussion wird. Der erste Werder-Profi wünscht sich dann sogar schon eine Entscheidung. „Es wäre schön, wenn wir nach dem Darmstadt-Spiel bereits Klarheit hätten“, sagte Stürmer Aron Johannsson Dienstag. 

csa

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