Vizekapitän sieht kein Einstellungsproblem

Junuzovic: „Das ist kompletter Blödsinn“

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„Jeder weiß, dass es nicht von alleine läuft“, sagt Werders Zlatko Junuzovic.

Bremen - Gestern Vormittag kamen die Profis von Werder Bremen später als sonst aus der Kabine. Vor dem Training hatte Viktor Skripnik zur Teambesprechung geladen. Der Bremer Trainer wollte von seinen Spielern hören, warum sie sich beim 1:5-Debakel in Gladbach am Freitagabend so wenig gewehrt hatten. Was genau hinter verschlossenen Türen geredet wurde, wollte Vizekapitän Zlatko Junuzovic nicht verraten – er meinte lediglich: „Wir haben einiges besprochen. Und jetzt geht es weiter.“

Schon morgen Abend (19Uhr) tritt Werder zum DFB-Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen an. „Das wird ganz gewiss nicht einfacher, sondern genauso hart“, ahnt Junuzovic: „Leverkusen ist sehr dynamisch und hat gute Individualisten.“

Wenn Werder dort so auftritt wie in Gladbach, gibt’s vermutlich gleich die nächste Klatsche. Besonders in der ersten Halbzeit verteidigten die Bremer von vorne bis hinten wie ein Absteiger, ließen die Borussia nach Herzenslust kombinieren. „Wir waren immer ein, zwei Schritte zu spät“, urteilte Junuzovic. Warum, konnte der Österreicher nicht plausibel erklären. An mangelnder Einstellung habe es allerdings nicht gelegen, beteuerte der 28-Jährige: „Das ist Alibi-Geschwafel, kompletter Blödsinn. Es gibt nun mal solche Phasen und solche Spiele. Es will doch niemand von uns verlieren – und schon gar nicht so hoch.“

Sportchef Thomas Eichin hatte direkt nach der Partie gemutmaßt, dass einige womöglich dachten, es gehe nach den ersten beiden Rückrunden-Spielen gegen die Spitzenteams Schalke (3:1) und gegen Hertha (3:3) „von alleine“ so positiv weiter. „Das ist eine Krankheit hier“, hatte der 49-Jährige kritisiert. Junuzovic hielt gestern dagegen: „Wir stehen auf dem 16. Platz. Jeder weiß um die Situation – und dass es bestimmt nicht von alleine so weiterläuft. Es ist aber auch klar, dass wir nicht alle Spiele in der Rückrunde gewinnen werden.“ Die überlebenswichtigen Bundesliga-Duelle gegen die direkten Konkurrenten „kommen jetzt“, meinte der Mittelfeldmann – los geht’s mit dem Heimspiel am Samstag gegen Hoffenheim: „Das ist das nächste Endspiel. Da müssen wir auf den Punkt bereit sein und gewinnen. Da muss es brennen.“

Das Pokalspiel morgen ist für Junuzovic „vom Kopf her eine andere Sache“. Das heißt: Den Riesendruck, unbedingt siegen zu müssen, gibt es in Leverkusen nicht. Gleichwohl ist es eine gute Gelegenheit, Wiedergutmachung zu betreiben, durch ein Weiterkommen wichtiges Geld einzunehmen und sich ein gutes Gefühl für das Hoffenheim-Spiel zu holen.

Die beiden letzten Partien gegen Gladbach sind dabei laut Junuzovic bestens geeignet, um einerseits zu warnen – andererseits aber auch Zuversicht zu schöpfen. „Das Pokalspiel sollte uns Mut machen“, erinnerte er an den spektakulären 4:3-Triumph im Achtelfinale im Dezember: „Und ich hoffe, dass wir aus dem Bundesliga-Spiel einiges gelernt haben. Wir müssen wieder viel mehr miteinander agieren.“

mr

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