Allerstädter kontert beim 4:5 Lupfer mit Super-Seitfallzieher

Rufer verzaubert Verden – aber Arnhold entzaubert Werder

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Mit seinem linken Fuß hat er es immer noch drauf: Werders Krisztián Lisztes (rechts) im Duell mit Verdens Finn Austermann.

Verden - Von Ulf von der Eltz (Text) und Frank von Staden (Fotos). Natürlich stand Ailton im Mittelpunkt: Der Brasilianer wurde am meisten gefeiert und konnte sich nach Abpfiff kaum einen Millimeter auf dem Platz bewegen. So sehr war er von den Fans umringt – alles wie immer. Als zweifacher Torschütze wäre der Kugelblitz auch Man of the match beim 5:4 (3:1)-Sieg von Werders Jahrhundertelf am Freitagabend beim Landesligisten FC Verden 04 gewesen.

Wenn ihm nicht zwei andere Kicker die Schau gestohlen hätten: Wynton Rufer und Alexander Arnhold. „Kiwi“ verzauberte die etwa 4000 Zuschauer im Stadion am Berlinger Ring mit einem wunderschönen Lupfer zum 4:1 (56.) für die Hansestädter – aber der Verdener Wirbelwind konterte den Treffer mit einem Super-Seitfallzieher zum 3:5 (77.) und entzauberte die Double-Sieger von 2004 förmlich.

So kamen schließlich alle auf ihre Kosten an einem lauen Sommerabend. Inklusive Thomas Schaaf, der es als Werder-Coach ja immer gewohnt war, viele Tore zu bejubeln, aber auch viele Gegentreffer zu quittieren. Schon beim Wiedersehen hatte der Meistermacher alle seine Schützlinge in den Arm genommen: „Es ist immer schön, mit den Jungs zusammenzukommen – eine richtige Freude. Sie haben das bei den Temperaturen gut gemacht.“ Verdens Sportdirektor Nicolas Brunken, beim Saisonhöhepunkt als Trainer auf der Bank, war stolz auf die Aufholjagd, zeigte sich jedoch als guter Gastgeber: „Werder hat gewonnen, vielleicht dürfen wir mal wieder gegen sie spielen.“

Alle Bremer samt des frischgebackenen Sportchefs Frank Baumann („Wir brauchten, um in die Gänge zu kommen“) staunten nicht schlecht, als Luca Homann mit einem Volleyschuss nach Burford-Flanke das 1:0 für den Landesligisten erzielte. Es schien die Altmeister zu kitzeln, bis zur Pause drehten sie durch Erhan Albayrak (33.) und Ailton den Spieß zum 1:3 um. Der Kugelblitz traf zunächst flach (41.) und dann per Strafstoß, nachdem Mirco Temp ihn beiseite geschoben hatte (44.). „Kein Elfer“, beschwerte sich der FC-Verteidiger.

SV Werder Bremen in Verden

In Hälfte zwei gerieten die Gastgeber zunächst nach einem siebenfachen Wechsel aus dem Tritt, Baumann nutzte die Unordnung zum Zuckerpass auf Rufer – und der ließ die Fans bei seinem Lupfer zum 1:4 mit der Zunge schnalzen. Als Sören Seidel per Kopf zum 1:5 nachlegte (63.), drohte eine richtige Abreibung für die Domstädter. Aber den Oldies von der Weser ging die Puste etwas aus. FC-Kapitän Jonathan Schmude, einst bei Werders Talentschuppen aktiv, machte die letzte Viertelstunde richtig Freude: „Die Bremer hatten zwar die bessere Taktik, aber wir waren fitter.“ Marco Wahlers aus dem Gewühl (75.), Arnhold mit seinem Wunder-Seitfallzieher und Patrick Zimmermann aus drei Metern (90.) brachten Verden noch auf 4:5 heran.

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