Trotz aller Sorgen: Werder freut sich auf das Pokal-Viertelfinale in Leverkusen

Mal kurz raus aus dem Abstiegskampf-Alltag

Würde am liebsten wohl selber noch mal mitspielen: Werder-Trainer Viktor Skripnik freut sich auf das Pokal-Viertelfinale in Leverkusen.
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Würde am liebsten wohl selber noch mal mitspielen: Werder-Trainer Viktor Skripnik freut sich auf das Pokal-Viertelfinale in Leverkusen.

Bremen - Thomas Eichin musste selbst schmunzeln, als ihm die berühmteste Pokalphrase über die Lippen huschte. Aber Werder Bremen sehnt sich nun mal nach den vermeintlich eigenen Gesetzen des DFB-Pokals, weil die „Regeln“ der Bundesliga die Bremer inzwischen viel zu selten als Sieger vorsehen. „Wir freuen uns auf das Spiel, um mal aus dem stressigen Bundesliga-Alltag mit Abstiegskampf herauszukommen“, sagte der Sportchef vor dem Pokal-Viertelfinale heute Abend bei Bayer Leverkusen (19 Uhr/Sky).

Die Fans denken offenbar genauso: Gleich 4000 kommen laut Werder mit. Das ist für ein Auswärtsspiel unter der Woche mehr als bemerkenswert. Ob der eine oder andere nach der 1:5-Klatsche von Mönchengladbach vor drei Tagen sein Ticket lieber verfallen lässt, ist nicht bekannt. Aus Sicht von Viktor Skripnik wäre es auch ein Fehler, denn natürlich glaubt der Chefcoach an seine Mannschaft. Es bleibt ihm schließlich nichts anderes übrig.

„Wenn wir 100 Prozent auf den Platz bringen, wissen wir, dass wir was erreichen können. Wir können Fußball spielen. Jeder sieht das“, behauptet Skripnik und verweist auf den 3:1-Sieg zum Rückrundenstart auf Schalke. Aber wesentlich präsenter ist nun mal dieses 1:5 vom Wochenende. Skripnik weiß das, doch er empfiehlt einfach, „nicht so viel daran zu denken“. Der Ex-Profi schaut lieber nach vorne und denkt dabei durchaus groß: „Wir können nicht nur sofort wieder etwas gutmachen, sondern auch Geschichte schreiben.“

Ja, so ein Halbfinaleinzug hätte schon etwas. Der letzte liegt immerhin sechs Jahre zurück. Für Pokal verwöhnte Bremer – mit insgesamt sechs Triumphen und zehn Final-Teilnahmen – ist das schon eine halbe Ewigkeit. „Finanziell wäre es auch nicht schlecht“, meinte Eichin, der in der gerade abgelaufenen Transferperiode jeden Euro zusammenkratzen musste, um die Mannschaft für den Abstiegskampf zu rüsten. Da würden weitere zwei Millionen Euro im DFB-Pokal schon gut tun.

Aber wie soll das in Leverkusen funktionieren? Der Tabellenfünfte der Bundesliga ist ein ähnliches Kaliber wie am Freitag Mönchengladbach. Trotzdem meinte Eichin: „Wir müssen uns nicht in die Hose machen, weil wir bislang eine gute Pokalrunde gespielt und zwei Bundesligisten ausgeschaltet haben.“ Unter anderem Mönchengladbach (4:3) – und das ebenfalls als Gast.

Werder-Training am Montag

Der Pokal hat eben doch seine eigenen Gesetze. Und eines ist dabei ganz besonders gut für den heutigen Abend: Wenn Werder gegen Leverkusen spielt, gewinnt immer Werder. Zumindest war das in den bisherigen fünf Aufeinandertreffen der Fall – und am schönsten natürlich am 30. Mai 2009 in Berlin, als sich Werder zum letzten Mal den goldenen Pott sicherte. Neuzugang Papy Djilobodji hat von diesem besonderen Erlebnis in der Hauptstadt offenbar gehört und schon mal einen sehnsüchtigen Blick darauf geworfen. Dafür gab es dann auch umgehend einen Rüffel von Eichin: „Wir sollten aufhören zu träumen und dafür lieber die Dinge auf den Platz bringen.“ Ansonsten macht auch der Pokal keinen Spaß mehr.

kni/mr

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