Handverletzung bei Nationalmannschaft – 36-Jähriger trägt Gips

Stammkeeper schockt Werder: Drobny droht lange Pause

Jaroslav Drobny hat sich bei der tschechischen Nationalmannschaft verletzt und wird auch Werder fehlen – wahrscheinlich wochenlang. - Foto: imago

Bremen/Prag - Jaroslav Drobny ging es richtig gut. Bei Werder war der 36-Jährige endlich mal wieder die feste Nummer eins. Doch seit Dienstag geht es Drobny ziemlich schlecht. Er hat sich laut Werder im Training der tschechischen Nationalmannschaft eine Verletzung am linken Handgelenk zugezogen und trägt einen Gips. Eine genaue Diagnose gibt es noch nicht, zu befürchten ist aber ein Bruch und eine wochenlange Pause.

Für Drobny bedeutet das: Der ehemalige HSV-Keeper verpasst das Länderspiel am Samstag (20.45 Uhr) gegen Weltmeister Deutschland – ausgerechnet im Volksparkstadion in seiner alten Heimat Hamburg. Und, noch schlimmer: Er verliert wahrscheinlich seinen Stammplatz. Ex-Trainer Viktor Skripnik hatte den Tschechen am dritten Spieltag bei Borussia Mönchengladbach (1:4) statt der bisherigen Nummer eins Felix Wiedwald ins Tor gestellt. Skripniks Nachfolger Alexander Nouri behielt die neue Rangordnung bei, muss nun aber umdenken.

Wiedwald dürfte somit nach vier Bundesliga-Spielen auf der Bank zwischen die Pfosten zurückkehren. Vergangene Woche hatte der 26-Jährige auf Facebook geschrieben, alles geben zu wollen, um schnell wieder im Tor zu stehen. Nun geht es ziemlich schnell – allerdings nicht, weil er seinen Konkurrenten mit sportlichen Leistungen verdrängt hat, sondern weil er von dessen Verletzungspech profitiert. Werders neue Nummer zwei wird, so lange Drobny ausfällt, Michael Zetterer sein. Der 21-Jährige, der sich gestern im Training erstmals mit komplett kurz geschorenen Haaren präsentierte, hat bereits zwei lange Pausen wegen Kahnbeinbrüchen hinter sich. Inzwischen ist er aber wieder fit und war in dieser Saison bislang Stammtorwart der Bremer U 23 – anfangs unter Nouri, bis dieser befördert wurde. Keine Chance auf die Rolle des Interims-Ersatzkeepers hat offenbar Raphael Wolf (28). Die einstige Nummer eins trainiert seit Wochen nur noch in der U 23 und wird dort auch bleiben.

Im Fall Drobny hält sich Werder noch recht bedeckt, will erst eine exakte Diagnose abwarten. Der 36-Jährige kommt heute mit der tschechischen Mannschaft in Hamburg an, fährt dann direkt rüber zu Werders Testspiel gegen St. Pauli am Millerntor. „Vor Ort wird unser Mannschaftsarzt einen ersten Blick auf die Hand werfen, weitere Untersuchungen folgen dann am Freitagvormittag in Bremen. Erst anschließend werden wir wissen, wie lange er uns nicht zur Verfügung steht“, sagte Sportchef Frank Baumann. Gegenüber der „Bild“ äußerte er sogar die Hoffnung, dass der Keeper im nächsten Pflichtspiel gegen Leverkusen (15. Oktober) wieder einsatzbereit ist.

Doch daraus wird wohl nichts werden, denn als Torwart braucht Drobny vor allem seine Hände – und eine davon ist eingegipst. Schwer vorstellbar, dass innerhalb von zehn Tagen wieder alles gut ist.

Die Nachricht über die Verletzung hatte zunächst noch besorgniserregender geklungen. Ersten Meldungen zufolge war es ein kleiner Bruch des Ellbogens, den sich Drobny zugezogen hatte. Offenbar handelte es sich dabei jedoch um einen Fehler in der Übersetzung der Pressemitteilung des tschechischen Verbandes. Werder jedenfalls erklärte kurz darauf, dass das Handgelenk betroffen ist.

mr

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