Werder-Coach schickt den Neuzugang nach zwei Disziplinlosigkeiten vom Platz

Schaaf greift durch: Rote Karte für Arnautovic

Marko Arnautovic hatte seine Verbannung durchaus beeindruckt.

Bad Waltersdorf · Das kann ja noch heiter werden: Marko Arnautovic sorgte gestern für den vorläufigen Höhepunkt in seinem eigenwilligen Auftreten bei Werder Bremen.

Coach Thomas Schaaf zeigte dem Neuzugang beim Trainingsspiel in Bad Waltersdorf quasi die Rote Karte, schickte ihn erst zum Pumpen auf den Rasen, dann zum Laufen auf den Nebenplatz. Denn der 21-Jährige hatte sich binnen weniger Sekunden gleich zwei Disziplinlosigkeiten geleistet.

Aufreger Nummer eins: Nach einer Abseitsentscheidung donnerte Arnautovic den Ball in eine Werbebande. Dafür musste er zehn Liegestütze machen.

Der Donnerstag: Straftraining für Arnautovic

Straftraining für Arnautovic

Aufreger Nummer zwei: Gerade wieder oben, maulte Arnautovic weiter. Das war’s für ihn. Schaaf verdonnerte den Angreifer zu mehreren einsamen Strafrunden auf dem Nebenplatz.

Ein Eklat, der erneut verdeutlichte: Der Ruf, ein schwieriger Charakter zu sein, eilt dem Österreicher nicht ohne Grund voraus. Davon wusste auch Werder. Schließlich hatte sich Arnautovic schon mit keinem Geringeren als Starcoach Jose Mourinho angelegt. Deshalb kam Arnautovic vergangene Saison bei Inter Mailand auch kaum zum Zuge. Die Italiener verzichteten auf eine Verpflichtung des großen Talents und gaben den Leihspieler an Twente Enschede zurück. Da griff Werder zu – für nicht gerade kleines Geld. 6,5 Millionen Euro Ablösesumme kostete der Nationalspieler.

Jetzt kostet er Werder auch noch Nerven. Vor allem Schaaf. Der hatte den Neuzugang schon vor wenigen Tagen auf dem Trainingsplatz – für jeden sichtbar – zusammengefaltet. Offenbar ohne Erfolg. Auch diesmal wählte Schaaf – im Gegensatz zu ähnlichen Fällen in der Vergangenheit – die offensivere Variante und gab bereitwillig Auskunft. „Marko war mit einer Schiedsrichter-Entscheidung nicht einverstanden und hat eine Reaktion gezeigt. Da musste ich ihm verdeutlichen, dass das so nicht geht. Denn fürs Ballwegschlagen gibt’s im Spiel mindestens Gelb. Er muss verstehen, dass er besser auf sich aufpassen muss“, meinte der 49-Jährige und wurde auf Nachfrage noch konkreter: „Nach den Liegestützen hatte er es noch nicht so ganz verstanden. Deshalb ist es dann ganz gut, wenn man mal ein bisschen Zeit für sich bekommt, damit der Puls runter geht und der Kopf frei wird.“

Das ist Bremens neues Sturmtalent

Das ist Marko Arnautovic

Arnautovic wirkte anschließend durchaus beeindruckt und angeschlagen. Von Schaafs offenem Umgang mit der Geschichte konnte der 21-Jährige allerdings noch nichts wissen, als er dazu befragt wurde. Und so entschied sich der Angreifer direkt nach dem Training gegenüber den Medien für eine Notlüge: „Es war ausgemacht, dass ich laufe. Ich hatte Probleme mit dem Oberschenkel.“ Realer waren da schon die Probleme mit der Kette seines Fahrrades, die bei der Abfahrt zum Hotel auftraten und Teamkollege Claudio Pizarro zu einer bissigen Bemerkung veranlassten: „Heute ist nicht dein Tag, mein Freund!“ Auch das lässt tief blicken. Pizarro und Co. haben natürlich längst festgestellt, was für eine besondere Type da zu Werder gekommen ist.Am Mittwoch hatte bereits Kapitän Torsten Frings – entgegen des ungeschriebenen Gesetzes, niemals einen Mannschaftskollegen öffentlich zu tadeln – Arnautovic geraten, weniger arrogant aufzutreten. Gefruchtet hat es noch nicht. Arnautovic bleibt ein Sorgenkind. Doch Schaaf vertraut seinen pädagogischen Fähigkeiten: „Wir werden das schon hinbekommen, dass ihn alle lieb haben werden.“

Kommentare

Asamuk
(0)(0)

Ist doch Ok müssen ja nicht immer alles "Ja sager" sein, davon hat die BL ja auch genug. Und jeder der Fußball spielt, egal wo und wie hoch, weiß das es beim Training wenn es um Stammplätze geht schon mal hoch her gehen kann. Also das ist echt kein Weltuntergang.

dondadon
(0)(0)

Emotionale Fußballer sind doch sowieso das Salz in der Suppe. Ich freu mich riesig auf den Jungen. Seine fußballerische Qualität ist unbestritten und wenn er auf dem Platz mal durchdreht, dann bringt immerhin Energie in das Bremer Spiel. Sonst ist es ja nur Lutscher, der mal sein Maul aufreißt. MA ist ein Farbklecks, der dem Team gut tut.
Außerdem werden TS und auch die erfahrenen Mitspieler es verstehen die Energie des MA in die richtigen Bahnen zu lenken und wenn am Ende das gleiche rauskommt, wie bei der Ailtonstory damals können wir doch alle zufrieden sein ;-)

WerderEckFan
(0)(0)

Der junge Mann wird nach einiger Zeit bei Werder merken, das es sich nicht nur sportlich und finanziell für ihn gelohnt hat, nach Bremen zu kommen. NEIN er wird auch sehr viel über das Leben erfahren, und das wird für ihn eine sehr positive Sache sein. ALLES WIRD GUT MA.

Alle Kommentare anzeigen