Pizarro wittert in seinem 400. Bundesliga-Spiel eine Chance in Gladbach

„Das müssen wir nutzen“

Trifft er auch wieder in Gladbach? Claudio Pizarro und Werder hätten selbstverständlich nichts dagegen.
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Trifft er auch wieder in Gladbach? Claudio Pizarro und Werder hätten selbstverständlich nichts dagegen.

Bremen - Wenn es um Abstimmungen geht, sind die Fans von Werder Bremen besonders fleißig. Nach dem 3:1 zum Rückrunden-Auftakt auf Schalke wählten sie Kapitän Clemens Fritz auf Bundesliga.de zum Spieler des Spieltags.

Und nun war Claudio Pizarro dran. Der Peruaner bekam nach seinem Doppelpack gegen Hertha (3:3) satte 58 Prozent der Stimmen und gewann mit deutlichem Vorsprung vor Stuttgarts Artem Kravets (33). Für Pizarro geht die Zeit der netten Zahlenspiele damit weiter. Durch die Tore gegen Berlin (sein 34. Doppelpack, kein aktiver Bundesliga-Spieler hat mehr) erhöhte er seine Trefferanzahl auf 181, zog mit Ulf Kirsten (ehemals Leverkusen) gleich und hat nun nur noch vier Spieler in der ewigen Torjägerliste vor sich. Und dann bestreitet Pizarro heute Abend (20.30 Uhr) in Gladbach auch noch sein 400. Bundesliga-Spiel – so viele wie kein anderer Ausländer. „Natürlich ist das etwas Besonderes. Das erlebt man nicht jeden Tag“, meinte der 37-Jährige.

Gerne würde er in seinem Jubiläumsspiel seinen persönlichen Lauf fortsetzen. In den vergangenen vier Partien war er jeweils erfolgreich, hat nun 94 Werder-Tore auf dem Konto und rückt immer näher an Rekordschütze Marco Bode (101) heran. Der heutige Aufsichtsratsboss hat schon im November (da hatte Pizarro 90 Treffer) gescherzt: „Zehn Tore darf er noch machen, dann wird er sofort gewinnbringend verkauft.“ Pizarro kennt diese Aussage seines früheren Mitspielers und macht den kleinen Spaß mit. „Ich habe gehört, dass Bode gesagt hat, dass ich keine Elfmeter mehr schießen darf. Und dass er mich verkaufen will, bevor ich ihn eingeholt habe. Mal sehen, vielleicht schaffe ich das in dieser Saison noch“, meinte der Peruaner mit einem breiten Grinsen: „Wenn ich so weitertreffe..“

Pizarros Karriere in Bildern

Werder würde sich darüber freuen. Nach einer durchwachsenen Hinrunde ist Pizarro, der seine Ernährung umgestellt hat (wir berichteten), inzwischen ein extrem wichtiger Mann geworden. „Pizarro ist bei Werder das Zünglein an der Waage, das im Abstiegskampf den Unterschied ausmachen könnte“, schrieb der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in „Sport Bild“ – und forderte sogar: „Pizarro und Werder stehen für mich in der Pflicht, diese fruchtbare Zusammenarbeit auszubauen und den Vertrag über die Saison hinaus zu verlängern.“ Vorstellen können sich das beide Seiten, eine Entscheidung wird es jedoch so schnell nicht geben. „Ich fühle mich gut. Am Ende der Saison entscheide ich mich“, kündigte Pizarro an.

Erst mal liegt der Fokus voll auf der Aktualität – und dem Spiel in Gladbach, wo sich Pizarro durchaus Chancen ausrechnet: „Die sind im Moment nicht so gut drauf, diese Chance müssen wir nutzen.“ Im Pokal hatte Werder im Dezember (4:3) gezeigt, wie es geht – und Erstaunliches geschafft. Vier Tore in Gladbach, das war in den vergangenen fünf Jahren in einem Pflichtspiel lediglich dem FC Bayern gelungen. Weil Gladbach aber mit zwei Niederlagen einen klassischen Fehlstart in die Rückrunde hinlegte, sind die Bremer gewarnt. Sportchef Thomas Eichin sagte: „Die werden 100-prozentig mit Schaum vorm Mund antreten, weil sie etwas gutmachen wollen. Da müssen wir ganz gewaltig aufpassen.“

mr/kni

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