Neuer Verteidiger braucht „ein, zwei Wochen, um bei 100 Prozent zu sein“

Djilobodji glücklich – aber auch ziemlich müde

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In neuer Arbeitskleidung: Papy Djilobodji stieg gestern Nachmittag gut gelaunt ins Werder-Training ein.

Bremen - Um kurz vor fünf Uhr war der erste und sehr lange Arbeitstag als Profi beim SV Werder Bremen beendet. Papy Djilobodji hatte gerade sein Trainingsdebüt hinter sich gebracht und die Antrittsworte vor den Medienvertretern gesprochen.

Der erste Eindruck vom 27-jährigen Senegalesen, den die Bremer bis Saisonende vom FC Chelsea ausgeliehen haben: Ein noch etwas zurückhaltender, aber smarter Typ, der bei jeder Frage freundlich lächelte – und der sich gleich bei seinem neuen Arbeitgeber beliebt machte. „Ich bin glücklich, hier zu sein. Schönes Stadion, gute Teamkollegen, guter Trainer, gute Fans, guter Doktor“, sagte Djilobodji, der meistens auf Englisch, teilweise auf Französisch und ein Mal auch schon auf Deutsch („Danke“) antwortete. Bremen kenne er „schon lange“, meinte der 1,92 Meter lange und sehr athletische Innenverteidiger und lieferte etwas überraschend einen Beweis, dass ihm Werder tatsächlich nicht völlig fremd ist. „Ich kenne Torsten Frings. Als er noch aktiv war, war er ein sehr guter Mittelfeldspieler“, sagte Djilobodji über den Bremer Co-Trainer, ehe er sich in den Feierabend verabschiedete.

Zuvor hatte er reichlich Stress gehabt. Am späten Mittwochabend war er mit einer Privatmaschine in Hannover gelandet und dann nach Bremen chauffiert worden. Dort wurden bis in die Nacht hinein die letzten Details des rund 400.000 teuren Leihgeschäfts geklärt. Bis „halb vier oder vier Uhr“ habe er mit dem Spieler und dessen Berater zusammengesessen, verriet Werder-Sportchef Thomas Eichin: „Viel geschlafen hat Papy wohl nicht, deswegen ist er bestimmt etwas müde.“ Gestern Vormittag absolvierte Djilobodji (erhält die Rückennumer 3) in der Praxis von Werders Mannschaftsarzt Philipp Heitmann den Medizincheck, anschließend folgte die Vertragsunterschrift. „Und die hat etwas länger gedauert“, scherzte Eichin über das Autogramm des Neuzugangs, der mit vollem Namen Papiss Mbouba Mbwiwa Abu Fuongo Baba Mison Djilobodji heißt. Er selbst bevorzugt – wenn er nicht gerade ein offizielles Dokument abzeichnet – die kurze Variante: „Mein Name ist gar nicht so lang, ich bin Papy Djilobodji.“

Djilobodji in Bremen angekommen

Am Nachmittag trainierte der Linksfuß dann erstmals mit seinen neuen Kollegen und lernte das Weserstadion kennen. Dorthin waren die Profis wegen der arg ramponierten Trainingsplätze ausgewichen. Die Werder-Fans bekamen ihn (eine Stadionführung-Gruppe mal ausgenommen) also noch gar nicht zu Gesicht. Und das ist auch heute so, wenn erneut im Stadion trainiert wird. Viel verpasst haben sie allerdings noch nicht, denn was der Neue fußballerisch drauf hat, war allenfalls in Ansätzen zu erkennen – etwa bei einem wuchtigen Linksschuss. Eichin, der die Einheit von der Tribüne aus verfolgte, verteilte trotzdem schon mal ein bisschen Lob: „Er ist beidfüßig, hat ein gutes Aufbauspiel, ist technisch stark. Und schießen kann er auch.“ Und die klirrende Kälte machte Djilobodji, der auf eine Mütze verzichtete, ebenfalls nichts aus. „Wir sind eben in Europa und nicht in Afrika“, sagte er und lächelte wieder.

Wann er Werder so richtig weiterhelfen kann, mochte der im Sommer 2015 vom FC Nantes nach London gewechselte Abwehrmann nicht genau prophezeien. „Ich habe bei Chelsea nicht viel gespielt, das stimmt. Aber ich habe jeden Tag trainiert. Ich denke, ich bin bei 70 Prozent und werde ein, zwei Wochen brauchen, um bei 100 zu sein.“

Trotzdem wird er schon am Sonntag auf Schalke im Bremer Kader stehen. Denn Werder erwartet viel von dem 27-Jährigen, sieht ihn als echte Alternative zu Alejandro Galvez (26), der nicht an die guten Leistungen aus der vergangenen Rückrunde anknüpfen konnte. Und Djilobodji möchte „möglichst viel spielen. Werder ist eine Chance für mich, die will ich ergreifen.“ Er will natürlich auch mithelfen, dass die Bremer nicht absteigen. „Zuletzt lief es nicht so gut, doch die Rückrunde ist lang. Werder hat gute Spieler, braucht nur wieder mehr Selbstvertrauen“, meinte Djilobodji und fügte noch an: „Wir arbeiten hart. Und ich hoffe, dass wir am Ende der Saison weiter oben stehen.“

mr

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