Ex-Torjäger Ailton hofft auf „Super-Saison“

„Kruse ist nicht so verrückt wie ich“

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Er kann es immer noch: Für Werders Traditionsmannschaft gelangen Ailton drei Tore. 

Bremen - Am 14. Mai hat Ailton so richtig gelitten. Zu Hause in Mexiko schaute sich der ehemalige Werder-Torjäger das Bremer Abstiegsfinale gegen Eintracht Frankfurt an. Lange hatte es dabei so ausgesehen, als ob seine große Liebe in die Relegation müsse. 

Doch dann fabrizierten Anthony Ujah und Papy Djilobodji kurz vor Schluss das erlösende 1:0 – und bei Ailton schlug die Stimmung sofort um. Feiern statt Bibbern. „Ich bin danach mit meiner Frau in ein tolles Restaurant gegangen und habe auch ein paar Bier getrunken“, berichtete der 43-jährige Brasilianer, der für den „Tag der Fans“ und das Spiel der Bremer Traditionsmannschaft in sein altes Wohnzimmer, das Weserstadion, zurückgekehrt war. Am Donnerstag reist er wieder nach Mexiko, im Oktober ist er dann erneut in Bremen.

„Es ist immer super hier“, grinste der noch etwas rundlicher gewordene Ailton, der aber die komplette Spielzeit (60 Minuten) durchhielt: „Das ist kein Problem. In Mexiko spiele ich zwei Mal pro Woche mit Freunden. Das hält fit.“ Beim 6:3 der Werder-Allstars verschoss der Bundesliga-Torschützenkönig von 2004 zwar gegen die Torhüterin der Sponsorenauswahl einen Elfmeter („Das war mein Geschenk“), traf insgesamt aber drei Mal. Das erinnerte ein bisschen an früher, als Ailton Werder 2004 zum Double geballert hatte.

In der aktuellen Saison ruhen die Bremer Tor-Hoffnungen vor allem auf Claudio Pizarro und Rückkehrer Max Kruse. „Eine sehr gute Kombination in der Offensive“, findet Ailton: „Kruse ist ein richtig starker Spieler. Ein bisschen verrückt vielleicht, aber nicht so verrückt wie ich. Ich habe Werder schon zu der Verpflichtung gratuliert. Er wird den Verein weiterbringen – und auch Claudio wird von ihm profitieren.“

Momentan jedoch nicht: Pizarro fällt mit einer Muskelverletzung im linken Oberschenkel im Pokal in Lotte (Sonntag, 15.30 Uhr) sicher aus. Und vielleicht auch beim Bundesliga-Auftakt (26. August/20.30 Uhr) bei Rekordmeister FC Bayern. „Das ist natürlich sehr schade, so kurz vor dem Start“, meint Ailton: „Werder braucht ,Piza’, er ist im Moment der wichtigste Spieler. Vielleicht reicht es ja doch noch für München.“

Dass sich Werder neben Pizarro (37) und Kapitän Clemens Fritz (35) weitere Routiniers wie Niklas Moisander (30), Lamine Sane (29) und Kruse (28) in den Kader geholt hat, ist laut Ailton „der absolut richtige Weg. Jeder Verein braucht drei, vier von solch älteren Leuten, die clever sind. Gerade für die jungen Spieler ist das sehr wichtig.“

Insgesamt hofft der Brasilianer, diesmal nicht so lange mit seinem Ex-Club zittern zu müssen. „Die Bundesliga ist immer schwer. Aber man muss alles vergessen, was war und nach vorne schauen. Ich wünsche mir, dass es etwas ruhiger wird“, betonte er. Seine ehemaligen Mitspieler Viktor Skripnik (jetzt Trainer) und Torsten Frings (jetzt Co-Trainer) leisten „gute Arbeit“, urteilte Ailton, „ich vertraue ihnen. Und ich bin immer Optimist – vielleicht spielt Werder sogar eine Super-Saison.“ 

mr

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