Kapitän weiß schon, wie es für ihn weitergeht

Fritz’ Fehlersuche: „Wir haben viel Arbeit vor uns“

Clemens Fritz atmet tief durch: Die ersten Trainingseinheiten im Bremer Schnee waren schon hart, in Belek dürfte es noch härter werden.
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Clemens Fritz atmet tief durch: Die ersten Trainingseinheiten im Bremer Schnee waren schon hart, in Belek dürfte es noch härter werden.

Bremen - Heute mal wieder nach Belek. Clemens Fritz kennt sich aus an der türkischen Riviera, schließlich ging es in seinen fast zehn Jahren bei Werder Bremen fast jeden Winter in den Badeort. Ein Vergnügen war es selten, diesmal könnte es sogar noch ein bisschen unangenehmer werden. „Wenn du auf dem 16. Platz stehst und die schlechteste Hinrunde seit 41 Jahren gespielt hast, dann weißt du, dass du viel Arbeit vor dir hast“, seufzt der 35-Jährige.

Am liebsten würde Fritz schweigen. „Es ist doch alles gesagt“, findet der Mittelfeldspieler. Doch als Kapitän ist er nun mal besonders gefragt, und da versteckt er sich nicht. Außerdem geht es auch um seine Zukunft. Heute könnte sein letztes Trainingslager als Fußball-Profi beginnen. Schon nach der vergangenen Saison sollte Schluss sein, doch Fritz hängte noch ein Jahr dran. Ob er es noch einmal tut, ist fraglich. „Natürlich habe ich mir über Weihnachten Gedanken gemacht“, verrät Fritz – mehr aber auch nicht: „Ich werde mit Sicherheit nicht zuerst mit den Journalisten reden, bevor ich nicht mit Werder gesprochen habe.“

Sportchef Thomas Eichin hat sich bereits positioniert. Einen Fritz in der Verfassung der Hinrunde will er behalten. Nun hängt es am Spieler, der Werder nicht lange zappeln lassen will. „Wir werden uns nicht erst am 33. Spieltag zusammensetzen“, sagt Fritz – und es ist herauszuhören, dass er schon bald mit Eichin sprechen wird.

Vielleicht schon in Belek. Wenn dort dafür Zeit bleibt. Denn Werders To-do-Liste ist ziemlich lang. „Wir müssen an einigen Feldern arbeiten“, findet Fritz und zählt auf: „Wir haben zu viele Tore bekommen und zu wenig geschossen. Das Umschaltspiel und das Aufbauspiel müssen wir verbessern. Unsere Passquote war nicht gut, auch der letzte Pass ist oft nicht gekommen.“ Es scheint so, als könnte Fritz noch endlos so weitermachen. Doch er belässt es dabei. Obwohl er noch so manchen Fehler genau vor Augen hat, denn am Dienstag gab es die Video-Analyse der Hinrunde – rund eine halbe Stunde lang. „Uns wurde gezeigt, was wir falsch gemacht haben“, berichtet Fritz, betont aber sogleich: „Es waren auch positive Szenen dabei.“ Und das war ganz wichtig für ihn. Es nütze nämlich niemandem, jetzt alles schlecht zu reden. „Wenn man zu negativ ist, kann man keine Leistung abrufen“, behauptet Fritz.

Genauso wenig sei es nun hilfreich, nach Neuzugängen zu schreien. „Kaufen hin, kaufen her – es gibt doch keine Garantie, dass diese Spieler, die irgendwo auf der Bank gesessen haben oder was weiß ich woher kommen, auch einschlagen“, sagt Fritz und stellt ganz nüchtern fest: „Wir haben das zur Verfügung, was wir haben. Ich traue dieser Mannschaft zu, die Klasse zu halten. Aber wir müssen auch hoffen, dass wir von Verletzungen verschont bleiben.“

kni

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