Werder sucht schon Ersatz für Junuzovic

Kainz – die ganz andere Sieben

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Frank Baumann (l.) und Florian Kainz bei der Unterzeichnung des Vierjahresvertrages.

Bremen - Von Björn Knips. Die Sieben würde er gerne auf der Rückseite seines neuen Trikots tragen, verriet Florian Kainz bei seiner Vorstellung in Bremen. Und schon machte es bei einigen Zuhörern Klick: Einen Flügelspieler mit der Nummer sieben aus Österreich gab es doch schon mal bei Werder.

Es war Marko Arnautovic – dieses große Talent mit einer noch größeren Klappe, das letztlich in Bremen enttäuschte und auf die Insel nach England zu Stoke City flüchtete. Ein Missverständnis, Arnautovic passte nicht zu Werder. Bei Kainz sieht das auf den ersten Blick anders aus, der 23-Jährige ist quasi das Gegenteil von seinem extrovertierten Landsmann.

Weißes Hemd, dunkle Hose, schwarze Sportschuhe – für einen Fußball-Profi hatte Kainz eine sehr schlichte Kleiderauswahl für den Tag seiner Unterschrift unter den Vierjahresvertrag getroffen. Er haute verbal auch nicht auf die Pauke, sondern beschrieb ziemlich reflektiert seine Situation. „Ich habe mein Etappenziel erreicht – die deutsche Bundesliga“, verkündete der 3,5-Millionen-Euro-Einkauf von Rapid Wien und gestand: „Ich bin schon stolz, bei Werder gelandet zu sein.“ Der Verein habe sich extrem um ihn bemüht. Eine Nachfrage bei Rapid-Teamkollege Richard Strebinger, der vor einem Jahr noch bei Werder unter Vertrag stand, überzeugte ihn dann endgültig. Da brauchte er nicht einmal andere Landsleute und Ex-Bremer wie Sebastian Prödl, der wie Kainz aus Graz stammt, oder Zlatko Junuzovic fragen.

„Mein Ziel ist es nicht, gegen den Abstieg zu spielen“

Kainz erzählte das ganz locker, nur selten änderte sich ein bisschen seine Gesichtsfarbe. Wie zum Beispiel bei der Frage nach seinen Stärken. „Meistens spiele ich im linken Mittelfeld, ich kann aber auch rechts spielen. Ich bin ein sehr flexibler Außenbahnspieler, dribbelstark und technisch gut“, sprudelte es dann aus ihm heraus. Auch beim Blick auf die neue Saison gab es klare Worte: „Mein Ziel ist es nicht, gegen den Abstieg zu spielen, ein einstelliger Tabellenplatz wäre gut.“ Da kam natürlich gleich die Nachfrage zur Qualifikation für das internationale Geschäft, doch Kainz wiegelte geschickt ab und vertagte dieses Thema auf die nächsten Jahre.

Dann will er in der Nationalmannschaft spielen. Für die EM hatte es nach einem Länderspiel noch nicht gereicht. „Schade“, sagte Kainz, „aber es ist nun mal so.“ Kleiner Trost: Durch den Wechsel hat er nun mehr Urlaub. Bei Rapid war er schon seit mehr als einer Woche im Training, in Bremen geht es erst am 8. Juli los.

Ob er dort dann oder später auch Junuzovic trifft, ist ungewiss. Sportchef Frank Baumann bestätigte noch einmal den Wechselwunsch des Österreichers und die eigene Verhandlungsbereitschaft. „Natürlich gibt es bei uns schon Gedankenspiele, wie wir ihn ersetzen können“, sagte Baumann, betonte aber: „Zlatko ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, das müsste sich dann auch in der Ablösesumme widerspiegeln.“

Bei Oliver Hüsing (23) geht es um wesentlich weniger Geld. Der Innenverteidiger soll für 500.000 Euro an Ferencvaros Budapest verkauft werden. Unterdessen wurde Rechtsverteidiger Marnon Busch (21) für ein Jahr an Zweitligist 1860 München verliehen. Das bestätigte der SV Werder am Montag.

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