Neun Millionen investiert

Netzers Finanzspritze soll Werder Bremen retten

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Günther Netzer, Geschäftsführer bei der Firma Infront, die gerade neun Millionen in den SV Werder Bremen investiert hat.

Bremen - Krisenklub Werder Bremen hat einen finanziellen Coup gelandet: Mit frischen Millionen können die Hanseaten im Winter neue Spieler kaufen.

Neun Millionen Euro gegen den drohenden Abstieg: Werder Bremen hat sich seiner drängendsten finanziellen Sorgen entledigt und kann im Winter auf die ersehnte Shoppingtour-Tour gehen. Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga hat den Vertrag mit seinem Vermarkter Infront vorzeitig von 2019 bis 2029 verlängert. Der Deal mit der Agentur von Günter Netzer soll den finanziell angeschlagenen Hanseaten mit sofortiger Wirkung neun Millionen Euro in die leeren Kassen spülen.

„Das verschafft uns im sportlichen Bereich einen gewissen Handlungsspielraum“, sagte Klaus Filbry, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung, der Bild am Sonntag. Mit dem Geld könnte sich das Schlusslicht in der Winterpause verstärken. „Das werden wir mit dem Aufsichtsrat diskutieren“, sagte Filbry.

Bisher präsentierte sich der Werder-Kader kaum bundesligatauglich: Die Bremer haben nach sieben Spielen noch keinen Sieg auf dem Konto und die meisten Gegentore kassiert (16). Dem Zweiten der ewigen Bundesligatabelle droht der Absturz in die 2. Liga. Besonders bei dem in die Kritik geratenen Trainer Robin Dutt und Sportchef Thomas Eichin dürften jetzt die Hoffnungen steigen, mit den frischen Millionen das Team wieder aufpeppen zu können.

Netzer, Geschäftsführer bei Infront, glaubt fest an eine bessere Zukunft an der Weser. „Wir haben großes Vertrauen in die Führung und die Zukunft des Vereins, und werden wirtschaftlich unseren Beitrag leisten, damit der SV Werder Bremen auch sportlich wieder an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen kann“, sagte der ehemalige Nationalspieler.

Heißester Kandidat als Neuzugang bei Werder bleibt Bryan Ruiz vom FC Fulham. Der Angreifer und WM-Teilnehmer aus Costa Rica war sich schon im Sommer mit den Grün-Weißen über einen Wechsel einig - doch das Geld wurde vom Aufsichtsrat mit Verweis auf die finanziell angespannte Lage nicht bewilligt. Das könnte sich nun ändern. Zudem könnte Werder noch einmal in der Abwehr nachlegen, um die chronische Defensivschwäche in den Griff zu kriegen.

Doch auch der Vertragsabschluss mit Infront dürfte die Diskussion um die Aufnahme von neuen Schulden nicht beenden. Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer hatte den umstrittenen Strategiewechsel zuletzt angeschoben und mit seiner Forderung nach einer „überschaubaren Verschuldung“ eine Debatte ausgelöst. Schließlich galt in Bremen bisher: Es wird nur ausgegeben, was auch in der Kasse ist. Besonders der mächtige Aufsichtsrats-Chef Willi Lemke scheute bisher das finanzielle Risiko. Doch im Rest des Kontrollgremiums bröckelt der Widerstand.

„Es ist unsere Pflicht über alle Möglichkeiten nachzudenken, die uns einen Handlungsspielraum geben, um im Bedarfsfall reagieren zu können“, sagte Eichin über die neue Ausrichtung des Klubs. Weil das Eigenkapital am Ende der Saison wohl aufgebraucht ist, will Werder zudem weiter einen potenziellen Investor ins Boot holen. Die Verhandlungen sollen schon weit fortgeschritten sein.

SID

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