Fehlerlose Schlussmänner

Gutes Niveau im Tor – auch bei der Slowakei

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Das Team aus Nordirland ist eine der Überraschungen der EM - findet Oliver Reck.

Ein Gastkommentar von Oliver Reck. Jetzt geht das Turnier mit den K.o.-Spielen endlich richtig los. Ich bin keine Freund von dieser Vergrößerung des Teilnehmerfeldes. Das Niveau wird verwässert, und es wird zu viel taktiert, weil die Gruppendritten noch die Chance auf das Achtelfinale hatten. Aber ich habe mich auch gefreut, dass einige der Newcomer überraschend ins Achtelfinale eingezogen sind.

Wer hätte gedacht, dass die Neulinge Island, Wales, Slowakei, Nordirland weiter dabei sind? Das kann für den Fußball in diesen Ländern nur gut sein. Am meisten gefreut habe ich mich für Ungarn. Gruppensieger. Klasse, was mein ehemaliger Mitspieler Andreas Möller, mein früherer Torwarttrainer Holger Gehrcke und natürlich Bernd Storck da leisten.

Natürlich sind die Belgier jetzt klarer Favorit, aber die Ungarn haben ein Super-Kollektiv und vor allem einen überragenden Torhüter. Ich kenne Gabor Kiraly noch gut aus der Bundesliga, er ist ein Spezialist für Elfmeter. Wenn es zum Elfmeterschießen kommen sollte, könnte er mit seinen 40 Jahren der entscheidende Mann werden.

Mit besonderem Interesse beobachte ich natürlich die Torhüter. Auffallend ist die sehr geringe Fehlerquote. Im Vergleich zur WM 2014 in Brasilien gab es bisher viel weniger Torwartfehler. Die europäischen Torhüter haben ein sehr, sehr hohes Niveau, wobei unser Torwart Manuel Neuer ganz oben steht.

Aber mir hat auch der slowakische Torhüter Matus Kozazcik bisher sehr gut gefallen. Er war besonders gegen die Engländer beim 0:0 sehr stark.

Ich befürchte, dass die Slowakei am Sonntag ein ganz unangenehmer Gegner wird. Natürlich haben wir ziemlich souverän das Achtelfinale erreicht, kein Gegentor kassiert, wir sind eine typische Turniermannschaft – all das spricht für ein Weiterkommen, darf aber nicht dazu führen, dass wir die Slowakei unterschätzen. Mich stört, dass jeder schon vom Viertelfinale spricht. Nicht mal mit einem Auge darf man jetzt auf Spanien oder Italien schauen. Die Niederlage unserer Mannschaft im Vorbereitungsspiel in Augsburg gegen die Slowakei muss eine echte Warnung sein. Natürlich waren das mit den sintflutartigen Regenfällen irreguläre Bedingungen, aber man hat damals schon gesehen, zu was die Slowaken fähig sind. Die EM-Newcomer wollen ihre jetzt schon phänomenale Erfolgsstory weiterschreiben. Und dafür werden sie sich am Sonntag mit einer wahnsinnigen Leidenschaft in dieses Spiel gegen den Weltmeister stürzen.

Oliver Reck (51) hat 471 Mal in der Bundesliga für Kickers Offenbach, Werder Bremen und Schalke 04 gespielt. Er bestritt ein Länderspiel, stand 1996 im EM-Aufgebot. Bei Schalke 04 war er Co-, Torwart- und Interimstrainer, bei den Zweitligisten MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf Cheftrainer. Seit 27. Januar 2016 ist Reck Trainer beim Regionalligisten Kickers Offenbach.

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