Angriff auf die Abwehrzentrale

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Der Durchstarter, der Führungsspieler, der Wackelkandidat, der Komplette und der Abgestürzte.

Bremen - In ein paar Wochen hat Werder-Coach Viktor Skripnik ein Luxusproblem. Wenn Alejandro Galvez nach seinem Syndemosebandanriss im rechten Sprunggelenk wieder einsatzbereit ist, stehen fünf Innenverteidiger parat.

Alle wollen spielen, nur zwei dürfen es – das wird ein knüppelharter Konkurrenzkampf. Eine interessente Frage zur Abwehrzentrale gibt es aber nicht erst nach Galvez‘ Gesundung, sondern schon jetzt: Wer darf am Sonntag (17.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg ran?

Eigentlich besteht für Skripnik kein Anlass, etwas zu verändern. Winter-Neuzugang Jannik Vestergaard und Assani Lukimya, der den seit 8. Februar verletzten Galvez vertrat, machten gemeinsam einen guten Job. Und die Zwei dürften das fairste Abwehr-Duo der Liga sein: Weder Vestergaard noch Lukimya haben in dieser Saison eine Gelbe Karte gesehen – Gelb-Rot oder Rot sowieso nicht.

Trotzdem muss einer von den beiden bangen. Vestergaard ist es nicht, der 1,99 Meter lange Däne hat von den fünf Innenverteidigern die beste Zweikampfquote (65,5), vor allem in der Luft ist der 22-Jährige ein Herrscher (75,4). Ihm fehlt allerdings ein bisschen die Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse – sagt er selbst: „Ich weiß, dass ich mehr Tore machen muss.“ Eines gelang ihm in dieser Saison, beim 3:3 gegen Freiburg für Hoffenheim.

Werder Bremens Innenverteidiger im Leistungscheck.

Insgesamt waren alle Bremer Innenverteidiger schon erfolgreich, zwei trafen sogar öfter als ein Mal. Lukimya etwa in Berlin (2:2) und gegen Augsburg (3:2). Der 29-Jährige war zuletzt gesetzt, bekommt jetzt aber ernsthafte Konkurrenz: Prödl ist wieder da! Nach seinem Innenbandanriss gab der 27-Jährige auf Schalke ein Kurz-Comeback und rettete mit seinem Kopfball in der Nachspielzeit prompt das 1:1. Es war schon Prödls drittes Saisontor. Damit ist er der zweitgefährlichste Innenverteidiger der Liga nach seinem ehemaligen Bremer Teamkollegen Naldo (6), der für den kommenden Gegner Wolfsburg unter anderem zwei Freistöße versenkte.

Vizekapitän Prödl drängt nun zurück in die Startelf. Und er kann sehr wichtig sein für Werder. In der Hinrunde gewannen die Bremer nur ein Mal, wenn er nicht dabei war (2:1 am 17. Spieltag gegen Dortmund).

Wie es mit dem Österreicher ab Sommer weitergeht, ist weiter völlig offen. Prödls Vertrag läuft aus. Werder will ihn halten, aber nicht um jeden Preis. Und in Lazio Rom gibt es einen ernsthaften Interessenten. Bleibt Prödl, gibt Werder auf jeden Fall mindestens einen der aktuellen Innenverteidiger ab – wahrscheinlich Caldirola. Geht Prödl, geht der kaum noch berücksichtigte Italiener aber möglicherweise trotzdem. Werder hat ja auch noch Oliver Hüsing, der am Saisonende aus Rostock zurückkehrt. mr

Jannik Vestergaard (22) - der Durchstarter
Nach seinem Winter-Wechsel aus Hoffenheim sofort Stammspieler und nicht mehr wegzudenken aus der Bremer Startelf. Überzeugt vor allem im Stellungsspiel und im Zweikampf. Auf dem besten Weg, ein richtig Großer zu werden.

Sebastian Prödl (27) - der Führungsspieler
Seit 2008 bei Werder. Der Österreicher will Führungsspieler sein – und ist es inzwischen auch. Hat seinen Anspruch in dieser Saison mit einigen guten Auftritten untermauert. Nach langer Verletzung jetzt wieder fit und im Angriffsmodus.

Assani Lukimya (29) - der Wackelkandidat
Ältester der fünf Innenverteidiger. In der Hinrunde Stammspieler, als Vestergaard noch nicht da und Galvez im Mittelfeld war. Nun wieder Wackelkandidat – trotz guter Zweikampfquote. Seine große Schwäche: die Spieleröffnung.

Alejandro Galvez (25) - der Komplette
Der Spanier muss nach seiner Verletzung noch ein paar Wochen zuschauen. Davor ein ganz wichtiger Mann im Zentrum. Ordentlich im Zweikampf, stark im Spielaufbau und gerne mal vorm gegnerischen Tor aktiv. Das Gesamtpaket stimmt.

Luca Caldirola (24) - der Abgestürzte
Im Vorjahr gesetzt, in dieser Saison weder bei Robin Dutt noch bei Trainer-Nachfolger Viktor Skripnik erste Wahl. Der passsichere Italiener hat null Selbstvertrauen und wird seine Lage so nicht verbessern. Abschied im Sommer wahrscheinlich.

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