Gnabry sieht bei Werder „viel Potenzial“ und glaubt an eine „erfolgreiche Saison“

Der fröhliche „Windmacher“

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Serge Gnabry im Weserstadion

Bremen - Von Malte Rehnert. Um 15.40 Uhr setzen sich alle in Bewegung. „Er kommt über Nord“, hat eine Werder-Mitarbeiterin gerufen. Also pilgern rund 40 Medienvertreter mit Kameras, Mikros und Schreibblöcken von der schattigen Ostkurve des Weserstadions zur sonnendurchfluteten Nordtribüne und bringen sich in Position. Sekunden später erscheint er: Serge Gnabry (21).

Der Bremer Last-Minute-Coup betritt sein neues Wohnzimmer. Ein kurzes „Hallo“ in die Runde, dann die orangefarbene Metalltreppe runter auf den Rasen zum Ballhochhalten und Trikot-Zeigen. Gnabry trägt weiße Turnschuhe, eine an mehreren Stellen zerrissene blaue Jeans, ein schwarz-weißes Shirt und gold-gefärbte Löckchen auf dem Kopf – a la David Alaba (inzwischen nicht mehr) und dessen Bayern-Teamkollege Kingsley Coman (immer noch). Nach 20 Sekunden Jonglage geht’s rein zur ersten Pressekonferenz als Werder-Profi.

Zu diesem Zeitpunkt hat der Neuzugang vom FC Arsenal schon einige Termine hinter sich. Frühmorgens stand er auf und brauste aus dem Trainingslager der deutschen U 21 in Kassel nach Bremen. Medizincheck, Leistungstest, Vertragsunterschrift. „Es war schon sehr anstrengend, aber jetzt ist alles über die Bühne. Ich freue mich auf eine spannende Saison“, sagt Gnabry.

Für Werder und gegen die Offerten anderer Clubs habe er sich entschieden, „weil ich mich hier sehr wohl fühle. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren sehr positiv. Ich denke, es wird das Richtige sein.“ Der desaströse Bremer Saisonstart mit dem Pokal-Aus in Lotte und dem 0:6 beim FC Bayern hat den Offensiv-Allrounder jedenfalls nicht abgeschreckt: „Wir haben eine gute Truppe, gute Einzelspieler. Das wird funktionieren, wir werden noch ordentlich Punkte einsammeln.“ Er habe Werder vor seinem Ja-Wort analysiert, berichtet Gnabry – und dabei „viel Potenzial“ gesehen: „Vor allem in der Offensive. Ich glaube, es wird eine erfolgreiche Saison – im Mittelfeld der Tabelle. Oder im oberen Mittelfeld.“

Er selbst will, was Fußballer in seinem Alter immer wollen: viel spielen, sich weiterentwickeln, lernen. Die Bundesliga biete dafür eine perfekte Bühne, urteilt Gnabry, der bei Werder gerne auf der „Zehn“ („meine Lieblingsposition“) auflaufen würde. Die Voraussetzungen dafür erfüllt er – meint er. Seine Typbeschreibung als Fußballer: „Ich versuche, immer viel zu reißen und Wind zu machen. Ich bin kreativ und habe super-gerne den Ball am Fuß.“

Die hohen Erwartungen sind für den 21-Jährigen kein Problem („Ich mache mir keinen großen Druck“) – für Sportchef Frank Baumann schon eher. Gnabry sei ebenso wenig der alleinige Heilsbringer wie der aktuell verletzte Max Kruse, betont der 40-Jährige: „Wir wollen, dass das ganze Team funktioniert. Wir geben Serge die Zeit, um seinen Rhythmus zu finden.“

Von seinem Privatleben mag Gnabry, der bei seiner Vorstellung insgesamt recht zurückhaltend wirkt, fast nichts preisgeben – nur, dass er an der Spielkonsole nicht sonderlich begabt ist. Und dass er (was er bei der Pressekonferenz jedoch nicht zeigt) ein ansteckendes Lachen hat: „Das stimmt. Jeder, der mich schon mal lachen gehört hat, weiß das. Bei mir gibt es immer viel zu lachen. Ich bin gut drauf, fröhlich – und habe Freude am Leben. Das will ich auch hier einbringen.“ Aber erst ab kommender Woche – bis dahin weilt Gnabry wieder bei der deutschen U 21.

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