Fischer will einige Tabus brechen

„Warum keinen Investor aus China?“

Klaus-Dieter Fischer sorgt sich um Werder.
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Klaus-Dieter Fischer sorgt sich um Werder.

Bremen - Normalerweise hätte es am 27. Dezember eine große Party gegeben – mit dem SV Werder als Gastgeber und Klaus-Dieter Fischer als Geburtstagskind. Doch der Ehrenpräsident verzichtete ganz bewusst auf diese Vereinstradition zu seinem 75. Geburtstag. „Werder muss sparen, dann sollte für so etwas auch kein Geld ausgegeben werden“, erklärt Fischer und wünscht sich weitere Änderungen bei seinem SV Werder: „Wir müssen an einige heilige Kühe ran!“

Der langjährige Präsident und Geschäftsführer, der seine Ämter vor zwölf Monaten niederlegte, macht sich große Sorgen um die Bundesliga-Zukunft seines SV Werder. „Ohne einen Investor, am besten einen strategischen Partner, wird es nicht mehr gehen“, sagt Fischer und bricht mit „einem Tabu“, wie er selbst sagt: „Wir haben schon so viel darüber geredet, aber nichts ist passiert. Vielleicht müssen wir bei der Suche nach Investoren wirklich mal ins Ausland gucken, wie es Willi Lemke gefordert hat.“

Dass Fischer nun ausgerechnet eine Idee von Lemke aufgreift, ist mehr als bemerkenswert. Denn vor gut einem Jahr hatte der damalige Geschäftsführer in einem Interview mit dieser Zeitung Lemke dazu gebracht, seinen Vorsitz im Aufsichtsrat an Marco Bode weiterzureichen. Damals war der Eindruck entstanden, Lemke würde als oberster Werder-Kontrolleur dem Einstieg von Bremer Investoren im Weg stehen. Das bestätigte sich nicht. Nun wünscht sich Fischer von Lemke, „dass er seine Kontakte im Ausland spielen lässt“. Werder müsste sich öffnen, fordert Fischer und denkt dabei speziell an den asiatischen Raum: „Warum keinen Investor aus China oder Japan? Es müsste nur ein langfristiger Partner sein.“ Und Fischer hält auch nichts von einer Einwegspritze durch den Verkauf von Anteilen. „Das Geld ist doch zu schnell wieder weg“, sagt der 75-Jährige: „So ein Partner müsste auch aufs Trikot und den Stadionnamen übernehmen.“ Auch so ein Tabu. Bislang war Werder stolz, dass das Weserstadion immer noch Weserstadion heißt. Der Clou daran: Energieversorger EWE zahlt sogar etwas für die Namensrechte, ohne sie zu nutzen. Der Vertrag mit dem Unternehmen aus Oldenburg läuft dem Vernehmen nach 2017 aus. Spätestens dann dürfte der Name Weserstadion Geschichte sein. „Wir brauchen einfach das Geld“, sagt Fischer, dem das als Ur-Werderaner alles andere als leicht fällt.

Aber es geht nun mal um die Zukunft des Clubs. Erneut droht der Absturz in die Zweite Liga. Und wie vor einem Jahr sagt Fischer: „Ein Abstieg wäre eine Katastrophe und ist teurer, als sich jetzt im Winter zu verschulden.“ Das müsste Werder tun, um wie die Konkurrenz aufzurüsten. Das Eigenkapital ist praktisch aufgebraucht. „Andere Vereine schaffen es auch, mit Schulden zu überleben“, sagt Fischer. Grundsätzlich sei er zwar von der Qualität des Kaders überzeugt, aber nur wenn alle Spieler fit und in Form seien. „Und wann ist das mal der Fall?“, fragt er und rät: „Man sollte das Trainingslager in Belek abwarten und dann entscheiden, ob noch was gemacht werden muss.“

Bei Sportchef Thomas Eichin und Trainer Viktor Skripnik habe er dabei „ein gutes Gefühl, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen werden“. Das gelte auch für die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat um deren Vorsitzenden Klaus Filbry und Marco Bode: „Ich hoffe, dass sie einen Weg finden. Es ist wirklich schwierig, aber wir brauchen einfach Lösungen.“ Ansonsten wird es lange keine Werder-Partys mehr geben.

kni

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