Um konkurrenzfähig zu bleiben

Fischer fordert: Werder soll auch Schulden machen

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Geschäftsführer und Vereinspräsident Klaus-Dieter Fischer fordert einen Strategiewechsel bei Werder Bremen. 

Bremen - Bislang galt beim SV Werder Bremen immer: Es wird nur das Geld ausgegeben, das auch eingenommen wurde. Doch mit dieser hanseatischen Denkweise soll beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga bald Schluss sein.

Um konkurrenzfähig zu bleiben und vor allem den drohenden Abstieg zu verhindern, fordert Geschäftsführer und Vereinspräsident Klaus-Dieter Fischer in einem Interview mit der „Kreiszeitung Syke“ einen Strategiewechsel. Weil das Eigenkapital am Ende dieser Spielzeit aufgebraucht sei, müsse der Club nun doch bereit sein, Schulden zu machen. „Unsere Strategie war es immer, es aus eigenem Bestand zu leisten. Aber wir müssen uns jetzt damit beschäftigen: Was bedeutet eigentlich der Abstieg? Nach meinen Einschätzungen bedeutet das Umsatzeinbußen im zweistelligen Millionen-Bereich. Und was bedeutet dagegen eine kurzfristige, nicht zu umfangreiche Verschuldung, um in unser wichtigstes Gut – das Team – zu investieren?“, fragt Fischer und kündigt an: „Darüber werden wir mit dem Aufsichtsrat diskutieren müssen. Ich hoffe, das klappt schon in den nächsten Tagen, damit wir für die Transferperiode im Winter gerüstet sind.“

Werder will also im Winter neue Spieler verpflichten, heißester Kandidat ist dabei Bryan Ruiz vom FC Fulham. Der WM-Teilnehmer aus Costa Rica war sich schon im Sommer mit Werder einig, der Aufsichtsrat der Norddeutschen untersagte den Transfer aber aufgrund der finanziell angespannten Situation.

Es geht bei Werder aber nicht nur darum, das finanzielle Risiko zu erhöhen. Werder will auch die Einnahmeseite steigern. Fischer wiederholte noch einmal die Bereitschaft, für Investoren offen zu sein, und bestätigte das Interesse von Bremer Unternehmern, millionenschwer einzusteigen. Die Sache hat allerdings einen Haken: Besagte Unternehmer fordern den Rücktritt von Aufsichtsratschef Willi Lemke. „Das hilft Werder nicht weiter, wenn man die Unterstützung für den SV Werder an solche Bedingungen knüpft“, sagte Fischer und formulierte „einen Appell an die Unternehmer, die solche Erklärungen abgegeben haben: Unterstützt Werder ohne persönliche Resentiments.“ Auf den Hinweis, dass auch Lemke handeln könnte, erwiderte Fischer: „Willi Lemke ist vor zwei Jahren von der Mitgliedschaft gewählt worden. Und nur er selbst kann entscheiden, wie sein weiterer Weg ist.“

Bei den interessierten Unternehmen soll es sich unter anderem um Zechbau sowie Cordes & Graefe aus Bremen handeln – und auch die Lackfabrik Einza aus Hannover denke über ein Investment nach, heißt es.

Dass Fischer den Strategiewechsel nun so forsch vertritt, hat zwei Gründe: den drohenden Abstieg von Werder und den zum Jahresende angekündigten Ausstieg des dann 74-Jährigen. Zum Abschied will er die Zukunft des Clubs noch einmal entscheidend mitgestalten. kni

Ein ausführliches Interview mit Klaus-Dieter Fischer lesen Sie am Mittwoch in der Kreiszeitung Syke.

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