Werder setzt für die Partie gegen Stuttgart auf Prof. Dr. Andreas Marlovits

Mit einem Psychologen und Prödl ins Schicksalsspiel

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Neues Gesicht beim Werder-Training: Sportpsychologe Prof. Dr. Andreas Marlovits (rechts) verfolgte gestern gemeinsam mit Sportchef Thomas Eichin die Arbeit der Profis im Stadion am Berliner Ring in Verden.

Verden - Abstiegskampf ist vor allem eines: Kopfsache. Deswegen hat der SV Werder reagiert und sich professionelle Hilfe geholt. Der bekannte Sportpsychologe Prof. Dr. Andreas Marlovits gehört im Kurztrainingslager in Verden zum Betreuerstab des Bundesligisten. Der 42-Jährige verfolgte gestern Morgen das Abschlusstraining und sprach dabei lange mit Sportchef Thomas Eichin.

In Köln ist Marlovits mal als Clown aufgetreten, um den FC bereit zu machen für das Karnevalsduell mit dem FSV Mainz 05. Was er sich für den Abstiegskrimi heute Abend gegen Stuttgart (20.15 Uhr/Sky) ausgedacht hat, wollte Werder nicht verraten. „Wir brauchen vor diesem Spiel mental starke Spieler“, hatte Trainer Viktor Skripnik unter der Woche gefordert. Deshalb verabschiedete sich Werder am Samstag aus Bremen, bezog den Niedersachsenhof im 40 Kilometer entfernten Verden. Mit dabei auch Prof. Dr. Marlovits. Mit dem psychologischen Psychotherapeuten arbeitet Werder nach eigenen Angaben schon länger zusammen, aber bei den Profis noch nie so intensiv wie jetzt.

Marlovits hat große Erfahrung mit Bundesliga-Clubs. Er half 2008 Spielern und Verantwortlichen von Hannover 96 nach dem Freitod von Keeper Robert Enke. Auch der VfL Wolfsburg holte ihn 2015 nach dem tödlichen Unfall von Junior Malanda zur Mannschaft. Ab 2011 arbeitete er für den 1. FC Köln. Mit durchaus ungewöhnlichen Methoden. Im Februar 2011 deckte der „Express“ auf, dass sich Marlovits vor dem Karnevalsknüller gegen den FSV Mainz als Clown verkleidete und so die Profis zur wöchentlichen Teambuilding-Sitzung empfing. Die Spieler sollen begeistert gewesen sein, hieß es damals. „Wenn ihr das Spiel gegen Mainz nicht gewinnt, male ich Euch an“, drohte der Clown schließlich. Mit Erfolg. Köln gewann 4:2, verabschiedete sich aus der Abstiegszone und schaffte als Tabellenzehnter den Klassenerhalt.

Werder hätte wahrlich nichts dagegen, wenn es diesmal ähnlich laufen würde. Der Club kann im Abstiegskampf jede Hilfe gebrauchen – und bekommt sie auch. Gestern schaute Levent Aycicek in Verden vorbei. Der Mittelfeldspieler ist an den Zweitligisten 1860 München ausgeliehen. Nun nutzt er seine freien Tagen, um die Kollegen zu unterstützen. Der 22-Jährige will heute auch ins Weserstadion kommen. Genauso wie Sebastian Prödl vom FC Watford. „Die Bremer Sonne genießen. Morgen dann volle Unterstützung für den SV Werder im wichtigen Spiel gegen den VfB Stuttgart im Weserstadion!“, schrieb der Ex-Bremer gestern auf seiner Facebook-Seite. 

Abschlusstraining der Grün-Weißen in Verden

Eichin: „Dann haben wir es nicht verdient“

Hoffenheim gewonnen, Frankfurt gewonnen, direkter Abstiegsplatz mit zwei Punkten Rückstand zum rettenden Ufer – der 32. Bundesliga-Spieltag lief für Werder bislang ziemlich bescheiden. Doch Sportchef Thomas Eichin will nicht klagen: „Wir haben es immer noch in eigener Hand. Die Ausgangslage hat sich nicht verändert.“ Vorausgesetzt heute Abend springt ein Sieg gegen Stuttgart heraus.

Auch danach sind beim 1. FC Köln und daheim gegen Eintracht Frankfurt Punkte Pflicht. „Wir müssen unsere Aufgaben erfüllen. Wenn wir die nicht erfüllen, dann haben wir es auch nicht verdient“, sagt Eichin und macht damit zum ersten Mal die Möglichkeit des Abstiegs spürbar. So kurz vor Saisonende blickt der 49-Jährige eben realistisch nach vorne: „Wenn wir nicht punkten, bleiben wir nicht drin. Nach dem Stuttgart-Spiel sind wir einen Tick schlauer.“ 

kni

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Werder muss das Abschlusstraining verlegen

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