Eichin: Luhukay-Meldung „Unsinn“ / Hoffen auf nächsten Heimsieg gegen Köln

Ein Gerücht, das stört – und ein Gegner, der passt

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Jubelpose bei Viktor Skripnik – das war nach dem Sieg im Pokalspiel gegen den 1. FC Köln. Eine Wiederholung heute ist für den Werder-Trainer Pflicht.

Bremen - Die Meldung ist irgendwie verstörend. Jos Luhukay, einst Trainer bei Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach, wartet angeblich auf den Trainerposten bei Werder Bremen. Deshalb habe er bei Fortuna Düsseldorf abgesagt. Das berichtet der „Express“ in seiner Online-Ausgabe. Wahrheitsgehalt? Gleich null, sagt Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin und bekräftigt, dass es keinen Plan mit Luhukay gibt: „Ich kenne den Jos zwar und schätze ihn auch. Aber die Meldung ist völliger Unsinn. Von unserer Seite hat niemand Kontakt zu Jos Luhukuay aufgenommen.“ Werder-Chefcoach Viktor Skripnik kann also mit dem Glauben an einen sicheren Arbeitsplatz in das letzte Heimspiel des Jahres gehen. Die Bremer empfangen heute (15.30 Uhr) den 1. FC Köln.

„Alle Rückendeckung der Welt“ hatte Sportchef Thomas Eichin dem Trainer unlängst noch versprochen. Und dabei bleibt es auch – Geschichten wie die über Luhukay erregen zwar Aufsehen, prallen aber an dem Manager ab: „Ich habe die Trainerdiskussion nicht begonnen, nicht geführt und werde sie nicht führen.“

Viktor Skripnik wird Werder demnach auch in die Rückrunde führen – und das möglichst mit dem Rückenwind aus einem Sieg über den 1. FC Köln. Es ist ein Gegner, der den Bremern wie gerufen kommt. Aus drei Gründen: Die Rheinländer haben von 43 Bundesliga-Auftritten im Weserstadion nur sieben gewonnen. In den vergangenen sieben Pflichtspielen haben sie nur zwei Tore erzielt (beide beim 2:1 in Leverkusen). Und am wichtigsten: Sie haben als eines von nur zwei Teams in dieser Saison schon in Bremen verloren. Es war im DFB-Pokal vor sechseinhalb Wochen.

1:0 gewannen die Bremer damals. Seither haben sie daheim allerdings überhaupt nichts geholt. Die Diagnose „Heimkomplex“ ist schnell gestellt. Aber auch das ist für Eichin nur „Unsinn“. Allerdings sind die Fakten eindeutig. Sechs der sieben Heimspiele in der Liga gingen verloren.

Aber es gab eben auch zwei Siege. Gegen Gladbach am dritten Spieltag (2:1). dann gegen Köln. Und an diesen Sieg klammert sich nun Skripnik, hofft auf eine Wiederholung. „Wir haben sie schon einmal geschlagen“, sagt er – stille Schlussfolgerung: Wir können es nochmal schaffen. Seine Mannschaft solle Mut und Zuversicht aus dem 1:0 – übrigens dem einzigen Saisonspiel ohne Gegentor – schöpfen, aber niemand solle glauben, „dass deshalb irgendetwas von alleine geht“, mahnt Skripnik.

Vielen Dank für die Warnung, die Werder-Profis sollten aber auch so wissen, was in einer Situation wie der aktuellen gefordert ist. Sie haben sie schließlich schon erlebt. Als sie vor etwa einem Jahr vor dem letzten Heimspiel der Hinrunde standen, war die Lage sogar noch prekärer. Platz 18 nach 16 Partien und Borussia Dortmund als Gegner vor der Brust. Der BVB steckte zwar ebenfalls bis zum Scheitel in der Krise, Werder galt dennoch nicht als Favorit. Gewann aber mit 2:1. Und dieser Sieg – Kapitän Clemens Fritz erinnert sich noch genau – war letztlich mehr wert als nur drei Punkte. „Er hat uns das gute Gefühl für die Winterpause und den Schub für die zweite Saisonhälfte gegeben.“ Oder anders gesagt: Das 2:1 war der Treibstoff für die Rückrunden-Rakete, zu der Werder nach der Winterpause mit vier Siegen in Folge mutierte. Unter der Führung von Viktor Skripnik.

Es war die Zeit, als der Ukrainer gefeiert wurde. Jetzt wird er von Gerüchten um seine mögliche Ablösung verfolgt. Für Ruhe können nur Siege sorgen – heute gegen Köln, am Dienstag im Pokal-Achtelfinale bei Borussia Mönchengladbach und in einer Woche zum Hinrundenabschluss bei Eintracht Frankfurt. Im Idealfall geht Werder mit 20 Punkten und als Pokal-Viertelfinalist aus der Hinrunde, würde so die Rakete für die Rückrunde wieder auftanken. Schlimmstenfalls werden es aber nicht mehr als die aktuellen 14 Zähler. „Dabei“, so Eichin, „sollte es nicht bleiben“. Es wäre die schlechteste Werder-Hinrunde aller Zeiten und vielleicht doch der Startschuss für eine Trainer-Diskussion.

ssa

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