Double-Gewinner Krisztian Lisztes über seinen Landsmann Kleinheisler: „Bremen ist toll für ihn“

„Laszlos Karriere kann größer werden als meine“

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Erinnerungsfoto im Restaurant: Krisztian Lisztes (li.) und Laszlo Kleinheisler.

Bremen - Krisztian Lisztes wird demnächst wohl mal wieder nach Bremen kommen müssen. Denn wenn sein ungarischer Landsmann Laszlo Kleinheisler tatsächlich bald für den SV Werder im Weserstadion auflaufen sollte, will der Double-Gewinner von 2004 unbedingt dabei sein.

„Das wäre ein großes Erlebnis für mich“, sagt Lisztes, der es Kleinheisler zutraut, sich in der Bundesliga durchzusetzen – und nicht nur das: „Er kann sogar eine größere Karriere machen als ich.“ Lisztes sagt das nicht aus reiner Gefälligkeit, er verteilt die Vorschusslorbeeren aus Überzeugung. „Laszlo ist ein Kämpfer auf dem Platz, hat eine gute Mentalität. Er kann Tore schießen und vorbereiten. Es würde mich riesig freuen, wenn es mit ihm und Werder Bremen klappt. Und ich gehe davon aus, dass es so sein wird.“

Schon gestern stand der Deal mit dem ungarischen Erstligisten FC Videoton, bei dem Kleinheisler noch bis zum Sommer unter Vertrag steht, kurz vor dem Abschluss. Heute wird wohl alles über die Bühne gehen und Kleinheisler für die geschätzte Ablösesumme von 300000 Euro unter Vertrag genommen. Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler trifft heute Vormittag in Bremen ein, nach geleisteter Unterschrift könnte er für den Rückrundenauftakt am Sonntag bei Schalke 04 sogar „ein Thema für den Kader sein“, sagt Werder-Sportchef Thomas Eichin.

Krisztian Lisztes wurde im Vorfeld übrigens nicht gefragt, ob Kleinheisler einer für Werder ist. So heiß ist der Draht zwischen ihm und dem ehemaligen Mitspieler Viktor Skripnik nicht. Aber Laszlo Kleinheisler hat im Probetraining genügend Taten sprechen lassen. „Ein richtig guter Junge“, urteilte Eichin. Lisztes kann das nur bestätigen. „Ich kenne Laszlo sehr gut. er hat in Ungarns erster Liga sehr frech gespielt.“ Bis der FC Videoton den Vertrag verlängern wollte und mit einer Verbannung in die zweite Mannschaft reagierte, als Kleinheisler das Angebot rigoros ablehnte. Die Monate ohne Einsatz seien „nicht leicht für ihn“ gewesen, berichtet Lisztes: „Aber er hat durchgehalten. Das zeigt, dass er eine starke Persönlichkeit ist.“

Die Verbindung des 39-Jährigen zu Kleinheisler ist einigermaßen eng. Der eigene Ex-Berater und gute Freund Michael Nagy (Lisztes: „Ihm habe ich alles zu verdanken“) ist aktuell auch der Berater des Mittelfeldtalents. Zudem arbeitet Lisztes nebenbei als Scout für Ferencvaros Budapest (mit Trainer Thomas Doll), sieht also viele Spiele in Ungarn. Und im Restaurant des 49-fachen Nationalspielers in Budapest gehen Profi-Fußballer ein und aus. Laszlo Kleinheisler war auch schon mehrfach zu Gast.

Werder sei nun die richtige Adresse, um die Karriere des Jung-Nationalspielers voranzutreiben, sagt Lisztes, der seine eigene Laufbahn erst im Sommer endgültig beendet hatte: „Laszlos Ziel war es, so schnell wie möglich ein Engagement im Ausland zu bekommen. Bremen ist da toll für ihn, der Club ist familiär und passt perfekt.“ Aber – und auch da ist Lisztes ehrlich – von heute auf morgen wird nichts gehen: „Von Ungarn in die Bundesliga ist es ein großer Schritt. Laszlo braucht sicher seine Eingewöhnungszeit. Aber für 15, 20 Minuten kann er auch so schon helfen.“

So wie Kleinheisler der ungarischen Nationalmannschaft in den EM-Playoffs geholfen hatte. Trotz der Verbannung im Verein wurde er vom deutschen Nationaltrainer Bernd Storck nominiert und hatte beim 1:0 in Norwegen prompt das Siegtor geschossen. „Das war ein großes Risiko von Storck, niemand konnte glauben, was er da gemacht hat“, erinnert sich Krisztian Lisztes, „und dann trifft Laszlo tatsächlich – das war wie ein Märchen.“

kni/csa

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