Werder-Sportchef Baumann will auch noch einen Abwehrchef holen

Diagne ist erst der Anfang

Fallou Diagne soll ab Sonntag nicht mehr Rot-Schwarz, sondern Grün-Weiß tragen. - Foto: imago

Bremen - Von Carsten Sander und Björn Knips. Kaum da, ist er schon wieder weg – und unterschrieben hat Fallou Diagne beim SV Werder Bremen auch noch nicht. Doch am Freitag soll der Transfer des Innenverteidigers von Stade Rennes endgültig perfekt gemacht werden.

„Es geht nur noch um Kleinigkeiten“, bestätigte Sportchef Frank Baumann. Alle Beteiligten seien sich einig, und der Spieler aus dem Senegal habe auch den Medizincheck in Bremen bestanden. Diagne soll am Sonntag zurückkehren und dann gleich mit ins Trainingslager nach Neuruppin reisen. Allerdings nicht als Nachfolger von Jannik Vestergaard, ein neuer Abwehrchef wird noch gesucht.

„Wir werden noch jemanden finden, der die Führungsrolle einnehmen kann. Wir sind da in Gesprächen“, betont Baumann. Damit will der Ex-Profi seinen aktuellsten Neuzugang aber keineswegs kleinreden. Selbstverständlich ist er von Diagne voll überzeugt, sonst würde sicher auch keine Ablöse von rund zwei Millionen Euro Richtung Frankreich fließen. „Er ist sehr drahtig, zweikampfstark, taktisch gut, mit einem guten Spielverständnis. Er ist flexibel einsetzbar, also nicht nur als Innenverteidiger, sondern auch außen oder in einer Dreierkette“, lobt Baumann den 26-Jährigen (1,85 Meter, 75 Kilogramm). Aber Diagne sei auch ein „ruhiger Typ, er verliert nicht so viele Worte“. Das passt eher nicht so zum gewünschten Abwehrchef. Deutsch spricht er auch nicht. „Ein bisschen versteht er es noch“, sagt Baumann und erinnert an Diagnes Freiburger Zeit – eine übrigens ganz spezielle.

Zwei Spiele im Oktober 2013 waren es, die ihn dort plötzlich zum Flop machten. Sowohl beim 0:6 in Dortmund als auch vier Tage später beim 0:2 in der Europa League beim FC Sevilla flog der Innenverteidiger mit Rot vom Platz – nach eigenem Fehler, nach Notbremse und Elfmeter. Es war die Duplizität der Ereignisse und Diagnes Schuld daran, die Freiburg-Coach Christian Streich dazu veranlassten, etwas zu tun, was eigentlich nicht seine Art ist. Er zertrümmerte einen Spieler öffentlich.

Werder-Zugänge zur Saison 2016/2017

Diagne, damals 24 Jahre alt, werde nie den Traum von einem Engagement bei einem größeren Club als dem SC Freiburg verwirklichen, wenn er „nicht in der Lage ist, sich über Wochen und Monate so zu konzentrieren, wie es verlangt ist“, schimpfte Streich. Und: „Ich habe ihm das schon oft gesagt. Offensichtlich ist er sich dem Ernst der Situation nicht ausreichend bewusst.“

Hat Streich damals recht gehabt? 33 Monate nach der vernichtenden Kritik hat Diagne bei Werder angeheuert. Ist das größer als Freiburg? Ja, ein bisschen. Ein Karrieresprung ist es aber nicht für den Innenverteidiger, dessen Ende beim SC Freiburg mit dem Doppel-Rot eingeläutet war. Am Ende der Saison wechselte er für 1,5 Millionen Euro zu Stade Rennes, nun geht es an die Weser. Es ist für ihn der nächste Versuch, sich in der Bundesliga durchzusetzen.

Mit einem Innenverteidiger mit Bruder-Leichtfuß-Attitüde kennen sich die Bremer aus. Papy Djilobodji, Diagnes Landsmann, war da nicht anders. Dennoch ist er in dem halben Jahr, in dem er das grün-weiße Trikot trug, fraglos ein Gewinn für Werder gewesen. Als Eins-zu-eins-Ersatz für Djilobodji (zurück zum FC Chelsea) sieht Baumann den neuen Mann nicht an: „Jeder ist da anders.“

Neben Diagne sind auch Alejandro Galvez und Luca Caldirola in der Innenverteidigung vorgesehen. Beiden wurden immer wieder Wechselabsichten unterstellt, doch Baumann stellt klar: „Wir werden erst einmal keinen weiteren Spieler abgeben und mit diesem Kader ins erste Trainingslager gehen.“

Werder-Abgänge zur Saison 2016/2017

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