Wiedersehen mit Werder

Selkes Respekt vor der Bremer Euphorie-Elf

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Davie Selke trifft am Sonntag auf seinen Ex-Club Werder Bremen.

Leipzig - Natürlich verfolgt Davie Selke noch, was sein Ex-Club Werder so treibt. Erst recht jetzt, da am Sonntag (15.30 Uhr) das direkte Duell in Leipzig ansteht. „Die Mannschaft erinnert mich ein bisschen an die Anfangszeit von Viktor Skripnik“, sagt der Stürmer von RB Leipzig und beschreibt wie es damals war, als er selber noch für Werder spielte, und wie es heute ist.

„Die Spieler, die das neue Vertrauen kriegen, zeigen, wie sie aufblühen. Das ist eine Mannschaft, die gerade eine Euphoriewelle erlebt“, erklärt er. Dem indirekten Lob für Skripnik-Nachfolger Alexander Nouri fügt Selke noch ein direktes an: „Ich glaube, dass er das Team sehr gut emotional mitnehmen kann. Es ist beeindruckend, wie er die Mannschaft packen kann. Die Jungs zahlen es auf dem Platz zurück.“ Den Wechsel von Robin Dutt zu Viktor Skripnik hatte Selke vor fast genau zwei Jahren hautnah mitbekommen, er stand regelmäßig selbst auf dem Platz. Nun informiert sich der 21-Jährige bei einigen Ex-Kollegen über die Stimmung bei Werder. Den 2:1-Heimsieg gegen Leverkusen hat er sich live im Fernsehen angeschaut und erkannt: „Es wird am Sonntag kein einfaches Spiel für uns.“

Für uns – das bedeutet aktuell nicht zwangsläufig, dass Selke auch mitwirken darf auf dem Platz. Der Angreifer ist häufig nur Ersatz bei den „Bullen“ – so auch beim 1:0-Sieg am Sonntag in Wolfsburg. In dieser Saison durfte Selke gerade einmal 81 Minuten ran. Viel zu wenig für einen ambitionierten Stürmer wie ihn. Doch den Ex-Bremer überrascht diese Entwicklung überhaupt nicht, sie sei eine logische Konsequenz aus seiner Olympia-Teilnahme, behauptet er: „Im Nachhinein war es dann wirklich ein kleiner Nachteil, dass ich nicht die ganze Vorbereitung mitgemacht habe. Die Jungs haben sich in einen Lauf gespielt. Ich wusste, dass das passieren kann.“ Die einmaligen Erlebnisse in Brasilien, wo er zusammen mit den Neu-Bremern Serge Gnabry und Robert Bauer die Silbermedaille gewann, möchte er dennoch nicht missen. „Das Finale im Maracana nur im Fernsehen zu sehen, das hätte ich bereut“, betonte er in der „Leipziger Volkszeitung“.

Aber er hat halt an Boden verloren in Leipzig und muss sich beim Bundesliga-Aufsteiger erst wieder herankämpfen. Trainer Ralph Hasenhüttl hat allerdings in der Offensive wenig Grund zu wechseln. Die Tormaschine mit Emil Forsberg, Yussuf Poulsen und Timo Werner funktioniert ziemlich gut. In Heimspielen durfte sich Selke deshalb noch gar nicht beweisen. Das soll sich ändern – und damit hielt er in einem Pressegespräch gestern auch nicht hinterm Berg: „Ich fühle mich gut in Form und will zeigen, dass es ein Fehler war, mich draußen zu lassen. Ich will von der ersten Minute an spielen.“

Immerhin: Sein erstes Bundesliga-Tor für Leipzig hat er schon gemacht – beim 4:0-Sieg gegen Hamburg. Nun fehlt noch das erste Tor im eigenen Stadion. In Liga zwei ist ihm das vergangene Saison fünf Mal gelungen, genauso oft wie auswärts. Zehn Tore sind freilich kein überragender Arbeitsnachweis für einen Stürmer, der für eine stolze Ablöse von 8,5 Millionen Euro geholt worden war. Zumal er für Werder in der Saison zuvor neun Mal zugelangt hatte – in Liga eins. Die Erwartungen an den 1,92 Meter großen Mittelstürmer sind deshalb nach wie vor riesig. Folglich wird er mit Blick auf seinen Reservistenstatus mittlerweile gefragt, ob er im Winter einen Wechsel plane, weg aus Leipzig. Doch da wiegelt Selke sofort ab: „Wir sind eine gute Truppe, sehr harmonisch und gönnen uns gegenseitig etwas.“ Wer nicht auf dem Platz stehe, helfe eben von außen. Doch gegen Werder würde er gerne eine andere Rolle spielen: „Ich bin Sportler, ich will immer alles raushauen.“
kni/dpa

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