Werders Aufsichtsratschef fordert noch zweimal „ganz große Leidenschaft“

Bode fehlt das Skripnik-Lob

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Marco Bode wünscht sich mehr Anerkennung für die Arbeit von Viktor Skripnik.

Bremen - Natürlich ist Marco Bode am Samstag auch in Köln. Einen Ort, der ihm sportlich allerdings nicht in allerbester Erinnerung ist: „Ich glaube, da haben wir fast immer verloren.“ Dieses „fast“ macht aber durchaus Mut. Denn einmal ging Bode mit dem SV Werder in Köln auch als Sieger vom Platz – am 33. Spieltag der Saison 95/96. Also fast genau vor 20 Jahren. Nur kämpfte damals der 1. FC Köln um den Klassenerhalt, diesmal ist es Werder. Grün-Weiß hofft heute auf ein vorzeitiges Happy End – und Bode zudem auf Anerkennung für Viktor Skripnik.

„Ich wäre sehr, sehr glücklich, wenn wir nicht mehr zittern müssten“, sagt Bode, doch Werders Aufsichtsratschef ist vorsichtig: „Ich rechne nicht damit, dass die beiden anderen Mannschaften verlieren.“ Gemeint sind Frankfurt (gegen Dortmund) und Stuttgart (gegen Mainz).

Ohnehin sei es sehr ratsam, erst einmal auf sich selbst zu schauen. „Wir dürfen uns von dem 6:2 gegen Stuttgart nicht blenden lassen“, fordert Bode: „Das war kein souveränes 6:2, sondern ein mit viel Herz erkämpftes 6:2.“ Abstiegskampf eben – und das mit den richtigen Tugenden. „Wenn wir diese ganz große Leidenschaft noch zwei Mal zeigen, dann bleiben wir auch drin“, behauptet der 46-Jährige mit Blick auf die Partie in Köln und eine Woche später gegen Frankfurt.

Den Showdown im Weserstadion würde er sich gerne ersparen, aber Bode hätte keine Angst davor: Schließlich gibt es in Bremen eine einmalige Unterstützung. „Diese Initiative unserer Fans macht mich einfach glücklich“, gesteht Bode: „Wir wollen das Werder-Land begeistern und berühren – und bekommen dann so etwas zurück. Das ist ein tolles Zusammenspiel. Die Fans sehen auch, dass sie ein wichtiger Faktor sind, dass sie Einfluss nehmen können und zwar positiv – und nicht nur negativ wie vielleicht anderswo.“

Was dem Aufsichtsratschef dagegen gerade nicht so gut gefällt, das ist der öffentliche Umgang mit dem Trainer. „Viktor hat sehr viel auf die Nase bekommen, alle haben draufgehauen“, erinnert Bode an die Zeit nach der bitteren 1:2-Heimpleite gegen den FC Augsburg oder nach der 1:2-Niederlage im Nordderby beim Hamburger SV. „Viktor stand da enorm unter Druck und hat es trotzdem hinbekommen, die Mannschaft optimal auf die Spiele vorzubereiten. Das muss auch mal gewürdigt werden. Viktor hat mehr Anerkennung verdient“, fordert Bode und ist froh, den Trainer auch in den schlimmsten Krisen nicht gewechselt zu haben: „Wir fühlen uns bestätigt, dass wir die Ruhe bewahrt haben. Es war die richtige Entscheidung.“

Was das für die Zukunft bedeutet, bleibt offen. Denn jetzt geht es nur um den Klassenerhalt. „Wir können alle die Tabelle lesen“, warnt Bode vor zu großer Euphorie: „Die Anspannung war nach dem 6:2 gegen Stuttgart kurz weg. Jetzt ist sie wieder da. Das ist auch gut so. Wir müssen alle bereit sein für die letzten Spiele.“ 

kni

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