Bremen nur noch Tabellen-17.

Auf dem Abstiegsplatz nach Verden

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Kurzzeittrainingslager in Verden.

Verden - Von Björn Knips. Um 18.05 Uhr öffneten sich die Türen des Werder-Busses. Zuerst stieg der Chef aus, Viktor Skripnik, und ging nach einem kurzen „Hallo“ schnurstracks in den Niedersachsenhof. Es folgte Co-Trainer Torsten Frings, dann kamen die Profis, Kopfhörer in der einen Hand, Faszienrolle in der anderen.

Mancher gönnte sich ein kurzes Lächeln, obwohl es gerade eine ganz schlechte Nachricht gegeben hatte: Quasi auf dem Weg von Bremen nach Verden war Werder in der Tabelle auf einen direkten Abstiegsplatz gerutscht, weil Eintracht Frankfurt in Darmstadt 2:1 gewonnen hatte. Der Hoffenheimer 2:1-Sieg dürfte den Bremern auch nicht schmecken. Es wird immer enger für Werder im Abstiegskampf, die Montagspartie im Weserstadion gegen den VfB Stuttgart (20.15 Uhr/Sky) noch mehr zum Schicksalsspiel. Da gibt es vor allem mental im Kurztrainingslager in Verden einiges zu tun für das Trainerteam.

„Das war zu erwarten“, meinte Werder-Sportchef Thomas Eichin zu den Ergebnissen der Konkurrenz: „Nun wissen wir, wo wir stehen und wie wichtig das Spiel gegen Stuttgart ist.“ Der Rückstand zum Relegationsplatz (Frankfurt) beträgt zwei Zähler, genauso weit ist der erste Nicht-Abstiegsplatz (Stuttgart) entfernt. Mit einem Sieg gegen den VfB kann also alles wieder gut werden – zumindest am 32. Spieltag.

Der Niedersachsenhof ist dabei nicht ohne Grund ausgewählt worden. Dort versuchte vor fast genau 17 Jahren auch Thomas Schaaf als Nachfolger des gerade entlassenen Felix Magath, die Mannschaft in die Spur zu bekommen. Mit Erfolg. Werder besiegte Schalke 1:0, das war der Grundstein zum Klassenerhalt. Vom Geist von Verden sprach danach allerdings niemand. Vielleicht lag es ja auch daran, dass Magath zuvor ebenfalls auf eine Vorbereitung in der Pferdestadt gesetzt hatte. Bekanntlich nit weniger Erfolg.

Mit dabei jeweils: Viktor Skripnik. Damals noch Profi, nun Chefcoach. „Fokussieren“, lautet sein Motto für die Tage in Verden. Analysen, Einzelgespräche und Teambuilding stehen auf dem Programm. So gab es nach der Ankunft erst einmal eine gemeinsame Runde vor dem Fernseher mit der Bundesliga-Partie Leverkusen gegen Hertha BSC, dann einen Grillabend im Wintergarten des Drei-Sterne-Hotels. Fast der komplette Profi-Kader ist dabei. Skripnik will sich alle Optionen offen lassen.

Für Claudio Pizarro gibt es allerdings keine Alternative, der Starstürmer ist unersetzlich – und zum Glück für Werder nicht verletzt. „Davon weiß ich nur aus dem Internet“, widersprach der 37-Jährige Gerüchten, er hätte sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen.

Pizarro wird demnach auch heute Nachmittag um 17.30 Uhr beim Abschlusstraining auf dem Platz stehen – im Stadion am Berliner Ring. Dort, wo kurz zuvor der Verdener Kreispokalsieger ermittelt wird – zwischen dem TSV Dauelsen und dem SV Hönisch. 400 Zuschauer werden dazu erwartet. Zusammen mit den Werder-Fans, die nach Verden kommen wollen, um ihren Lieblingen zum wiederholten Mal Mut zu machen, dürfte es eine richtig große Kulisse für eine Trainingseinheit werden. Der SVWerder kann jede Unterstützung gebrauchen, denn als Tabellen-17. sieht es ziemlich düster aus.

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