Forscher entschlüsseln älteste Pflanzen-DNA

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Die 6000 Jahre alten Gerstenkörnern wurden in einer Höhle in der Nähe des Toten Meeres in Israel gefunden. Foto: Uri Davidovich/Bar Ilan University

Wissenschaftler feiern die Entschlüsselung des Genoms von Jahrtausende alter Gerste. Doch welches Wissen ziehen sie daraus?

Tel Aviv (dpa) - Forscher haben nach eigenen Angaben das bislang älteste Pflanzen-Erbgut entziffert. Sie entschlüsselten die DNA von 6000 Jahre alten Gerstenkörnern aus einer Höhle in der Nähe des Toten Meeres in Israel, wie die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics" schreiben.

An der Entdeckung waren auch Wissenschaftler aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg beteiligt. Die entschlüsselte Gersten-DNA ist deutlich größer als die des Menschen.

"Für uns funktioniert historische DNA wie eine Zeitkapsel, die es uns erlaubt, in die Geschichte zu reisen und der Domestizierung von Getreidepflanzen zu bestimmten Zeiten nachzugehen", sagte am Dienstag Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena.

Die Analysen zeigten, dass vom Menschen angebaute Gerste in Israel und Jordanien heute ein sehr ähnliches Genom hat wie schon vor 6000 Jahren. Die Entwicklung der Pflanze für die landwirtschaftliche Nutzung war demnach damals schon ziemlich fortgeschritten. Wilde Gerste von heute unterscheidet sich dagegen genetisch stark, wie die Forscher mitteilten.

"Das genetische Material ist für mehrere Tausend Jahre gut erhalten geblieben aufgrund der extremen Trockenheit in der Region", sagte Ehud Weiss, Professor für Archäobotanik an der Bar-Ilan-Universität bei Tel Aviv. Um das Alter der Samen zu bestimmen, untersuchten die Wissenschaftler das Getreide mit der Radiokarbonmethode.

Bisher ist es nach Angaben der Forscher nur gelungen, prähistorischen Mais genetisch zu entschlüsseln. 2009 hatten Wissenschaftler von der Washington University in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) das Genom der Maislinie B73 entziffert. Dieses Erbgut enthält 2,3 Milliarden DNA-Bausteine.

Das Gersten-Erbgut hat 5,1 Milliarden sogenannte Basenpaare, wie Manuel Spannagl, Bioinformatiker vom Helmholtz-Zentrum in München und nicht an der Studie beteiligt, erklärt. "Das Gerstengenom ist sehr groß und sehr komplex - größer als das menschliche Genom." Der Mensch hat in seiner DNA rund drei Milliarden Basenpaare. Das menschliche Erbgut wurde im Jahr 2000 entschlüsselt.

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