Einer mathematischen Überprüfung hält diese These zwar nicht stand, aber die 13,3 Kilometer, die Junuzovic auf dem Platz hin und her, vor und zurück, kreuz und quer gerannt ist, waren ein echter Spitzenwert. Kein anderer legte am achten Spieltag weitere Wege zurück als der Österreicher. „Man merkt einfach, dass er ein totaler Mannschaftsspieler ist“, sagt Geschäftsführer Klaus Allofs über Junuzovic, dessen Qualitäten freilich weit über die eines Kilometerfressers hinausgehen.
So weit die Analyse für Partien wie beispielsweise gegen Augsburg oder Stuttgart. Gegen Gladbach gab‘s die Lücken nicht – und Zlatko Junuzovic glänzte, vor allem in Halbzeit zwei. Er selbst erklärt, warum: „Die Sechser-Position verlangt viel Laufbereitschaft, weil du viele Löcher stopfen musst. Das funktioniert nur dann gut, wenn die ganze Mannschaft so arbeitet wie am Samstag. Wenn alle in Bewegung sind, ist die Sache für mich um einiges leichter. Dann sind bei Ballbesitz auch immer Anspielstationen da, dann macht es richtig Spaß.“ Und dann muss auch keine Diskussion über einen oder zwei „Sechser“ geführt werden, meint Trainer Thomas Schaaf: „Es müssen nur alle mitmachen.“
Das ist ganz im Sinne von Zlatko Junuzovic gesprochen. Er ist dieser Typ Spieler, der einerseits alles für die Mannschaft gibt, andererseits auch von der Mannschaft alles verlangt. Dass die Außenstürmer bei Ballverlust stehenbleiben, dass nur einer dem Ball nachsetzt – Todsünden im Profi-Fußball, findet der Ex-Wiener: „Ohne Einsatz, ohne den Willen, ans Maximum zu gehen, klappt es halt nicht. Das hat man in Augsburg ganz deutlich gesehen, und gegen Gladbach haben wir das genaue Gegenteil erlebt. Wenn alle an einem Strang ziehen, schaut das sehr positiv aus.“
Dann kann Zlatko Junuzovic auch bedenkenlos nach vorne marschieren. „Witzigerweise“, sagt er, „komme ich in meiner aktuellen Position bei Werder häufiger zum Abschluss als letzte Saison, als ich noch offensiver gespielt habe. Das ist schon komisch.“ · csa



















