Gatlin legt vor

Mäßiges Bolt-Debüt bei Fernduell der Sprint-Stars

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Usain Bolt.

George Town/Shanghai - Das olympische 100-Meter-Finale bei den Rio-Spielen wird die Sportwelt wieder elektrisieren. Noch sind die potenziellen Hauptdarsteller auf Formsuche: Superstar Bolt debütierte mit 10,05 Sekunden. Sein US-Rivale Gatlin ist schon flotter unterwegs.

US-Sprinter Justin Gatlin hat im Olympia-Jahr bei den schnellen Männern erst einmal die Nase vorn. Im Fernduell mit seinem großen Sprint-Rivalen Usain Bolt legte er beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Shanghai über 100 Meter locker 9,94 Sekunden vor. Dagegen musste sich der Jamaikaner am Samstag auf den Kaiman-Inseln bei seinem Saisondebüt mit 10,05 Sekunden zufrieden geben.

„Ich hatte erwartet, etwas eingerostet zu sein. Ich habe mich nicht so locker gefühlt wie erhofft“, kommentierte der 29-jährige Bolt seine mäßige Vorstellung. „Es war nicht mein bester Lauf, aber so lange ich verletzungsfrei bleibe, ist alles gut.“

Gatlin war im vergangenen Jahr bis zur WM in Peking stets schneller gewesen als Bolt, hatte aber im 100-Meter-Finale doch das Nachsehen gehabt. „Ich will jede Phase meines Laufes optimal vollstrecken. Deshalb arbeite ich am Start, am Übergang in die Beschleunigung und daran, dass ich ein gutes Finish habe“, erklärte Gatlin.

Bei den Olympischen Spielen im August in Rio will Bolt, der bisher sechs Olympiasiege schaffte, über 100, 200 und 4x100 Meter drei weitere Goldmedaillen holen. Schnellster in diesem Jahr ist bislang Femi Ogunode aus Katar. Der gebürtige Nigerianer lief am 22. April 9,91 Sekunden. Ogunode wurde in Shanghai in 10,07 Sekunden Zweiter.

Möglich ist, dass Bolt bei seinem Projekt auch sein Landsmann Yohan Blake in die Quere kommen könnte. Beim internationalen Meeting in Herzogenaurach gewann der Weltmeister von 2011 bei kühler Witterung in 10,03 Sekunden. Im WM-Finale vor fünf Jahren hatte Blake nach Bolts Fehlstart freie Bahn zum Titel. Bei der Medaillenvergabe mitmischen will auch Ex-Weltrekordhalter Asafa Powell aus Jamaika, der bei einem Meeting in Guadeloupe 10,04 Sekunden schnell war.

Der deutsche Sprint-Rekordler Julian Reus wird zwar nicht um eine Olympia-Einzelmedaille kämpfen, aber in Rio dabei sein. Beim Meeting in Clermont/USA unterbot der Wattenscheider bei seinem Saisoneinstand die Olympia-Norm über 200 Meter mit 20,41 Sekunden deutlich. Über 100 Meter packte Reus mit 10,25 Sekunden die Norm für die EM im Juli in Amsterdam, aber noch nicht die für Brasilien. Für eine Rio-Teilnahme sind 10,16 Sekunden gefordert. „Wir haben Mitte Mai, die Olympischen Spiele sind in drei Monaten. Das war ein guter Einstieg, auf den man aufbauen kann, aber es kommen noch viele Etappen“, sagte Reus.

In Herzogenaurach packte Gina Lückenkemper als vierte deutsche Sprinterin die Olympia-Norm. Die 19-Jährige Dortmunderin rannte als Siegerin des B-Laufes über 100 Meter in 11,25 Sekunden eine persönliche Bestzeit.

dpa

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