Kerber fehlt ein Sieg zum Finale - "Spiele bestes Tennis"

Die 28-Jährige warf nach dem verwandelten Matchball den Schläger weg und riss die Hände nach oben. Foto: Facundo Arrizabalaga
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Die 28-Jährige warf nach dem verwandelten Matchball den Schläger weg und riss die Hände nach oben. Foto: Facundo Arrizabalaga
Angelique Kerber ist zum zweiten Mal in ihrer Karriere ins Wimbledon-Halbfinale eingezogen. Foto: Gerry Penny
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Angelique Kerber ist zum zweiten Mal in ihrer Karriere ins Wimbledon-Halbfinale eingezogen. Foto: Gerry Penny
Simona Halep retourniert mit der Vorhand. Foto: Gerry Penny
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Simona Halep retourniert mit der Vorhand. Foto: Gerry Penny
Kerber nahm ihrer Kontrahentin fünfmal das Service ab. Foto: Gerry Penny
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Kerber nahm ihrer Kontrahentin fünfmal das Service ab. Foto: Gerry Penny
Anschließend schrie die Schleswig-Holsteinerin ihre Freude über den Halbfinaleinzug hinaus. Foto: Facundo Arrizabalaga
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Anschließend schrie die Schleswig-Holsteinerin ihre Freude über den Halbfinaleinzug hinaus. Foto: Facundo Arrizabalaga
Angelique Kerber setzte sich in einem intensiven Spiel gegen Simona Halep durch. Foto: Gerry Penny
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Angelique Kerber setzte sich in einem intensiven Spiel gegen Simona Halep durch. Foto: Gerry Penny

20 Jahre nach dem letzten Wimbledon-Titel von Steffi Graf steht Angelique Kerber bei dem hochkarätigen Rasenturnier im Halbfinale. Das Viertelfinale gegen die Rumänin Simona Halep war umkämpft. Für Kerber ist gegen eine sehr erfahrene nächste Gegnerin noch mehr drin.

London (dpa) - Die zwei Williams-Schwestern trennen Angelique Kerber in Wimbledon noch vom ganz großen Coup. Nach ihrem Zweisatz-Erfolg über die rumänische Spitzenspielerin Simona Halep hat die Australian-Open-Siegerin am Donnerstag gegen die ältere Venus Williams die Chance auf den Final-Einzug.

Im Endspiel des bedeutendsten Tennis-Turniers der Welt könnte dann die Titelverteidigerin und Weltranglisten-Erste Serena Williams warten. "Als ich auf die Tour kam, waren die beiden Williams-Schwestern immer die Topfavoritinnen. Inzwischen haben sie auch Respekt vor mir", sagte eine glückliche Kerber nach dem spannenden 7:5, 7:6 (7:2) gegen Halep. Sie befand: "Ich spiele mein bestes Tennis."

20 Jahre nach dem letzten Titel von Steffi Graf fehlen Kerber zwei Siege, um sich zur ersten deutschen Wimbledon-Königin seit 1996 zu krönen. Schon zu Saison-Beginn feierte sie als Erste aus den Nachfolge-Generationen von Steffi Graf einen Grand-Slam-Titel. Der historischen Dimension war sich Kerber nicht bewusst, als sie am Dienstag mit offenen Haaren im größten Medienraum erschien. Zu konzentriert ist sie auf ihre eigenen Ziele. "Ich habe das Spiel, solche Turniere zu gewinnen", sagte sie selbstbewusst.

Gegen Halep demonstrierte die 28-Jährige eindrucksvoll, warum ihr Name inzwischen prominent gehandelt wird, wenn es um die populärsten Trophäen geht. Und dass ihr Melbourne-Coup nicht einmalig bleiben muss. Als sie nach 1:30 Stunden ihren ersten Matchball verwandelte, zog sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere nach 2012 in die Runde der besten Vier in Wimbledon ein. Ungläubig ließ sie den Schläger fallen, fasste sich kurz an den Kopf und ballte dann die Fäuste. "Wir haben beide eine gute Partie auf hohem Niveau gespielt", sagte sie.

Ihren vor Saisonbeginn forsch formulierten Zielen lässt sie ein zweites Mal Taten folgen. Nach dem Australien-Titel im Finale gegen Serena Wiliams folgte in Paris bei den French Open zwar der tiefe Fall mit dem Erstrunden-Aus. Doch hier im altehrwürdigen Club an der Church Road zeigte sie vom ersten Tag an, dass sie es wieder wissen wolle. Bereits 2012 war die Linkshänderin einmal im Halbfinale des Rasen-Turniers. Damals verlor sie gegen die Polin Agnieszka Radwanska.

Bislang letzte deutsche Finalistin in Wimbledon ist Sabine Lisicki vor drei Jahren gewesen. Erst sechs deutsche Damen haben es in bis in die Vorschlussrunde geschafft: Neben Kerber sind das Cilly Aussem, Hilde Krahwinkel, Bettina Bunge, Steffi Graf und Lisicki.

Kerber bekommt es nun mit der ältesten Spielerin im Turnier zu tun: der fünfmaligen Wimbledon-Siegerin Venus Williams, die die Kasachin Jaroslawa Schwedowa bezwang. Gegen die 36-Jährige hat Kerber von fünf Duellen drei gewonnen. "Sie ist immer gefährlich auf Gras", blickte Kerber voraus. "Ich muss rausgehen und das Spiel selbst in die Hand nehmen, nur so kann ich sie schlagen." Im zweiten Vorschlussrunden-Duell trifft Serena Williams auf die Weltranglisten-50. Jelena Wesnina aus Russland.

Von vier Vergleichen gegen Halep hatte Kerber zuvor nur einen gewonnen. Dieses Mal spielte sie vor rund 12 000 Zuschauern von Beginn an aggressiv. Gleich fünfmal nahm die Nummer vier der einen Rang schlechter platzierten Rivalin das Service ab und ließ sich auch nicht davon verunsichern, dass sie ebenfalls viermal den Aufschlag verlor. Ein Doppelfehler von Halep sicherte ihr nach 40 Minuten den ersten Satz.

Auch im zweiten Abschnitt lieferten sich Kerber und die French-Open-Finalistin von 2014 umkämpfte und immer wieder hochklassige Ballwechsel. Beim Stand von 5:3 hätte Kerber das Match mit eigenem Aufschlag beenden können, musste aber noch das 5:5 hinnehmen. Im Tiebreak bescherte ihr ein Rückhandfehler von Halep den Sieg. Kerber bleibt die einzige im Turnier-Tableau, die noch keinen Satz abgegeben hat.

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