3:0-Erfolg gegen Tschechien

Löw fordert Zugabe gegen Nordirland - Weltmeister auf Kurs

Der Weltmeister feierte gegen Tschechien einen ungefährdeten 3:0-Erfolg. Foto: Axel Heimken
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Der Weltmeister feierte gegen Tschechien einen ungefährdeten 3:0-Erfolg. Foto: Axel Heimken
Thomas Müller traf gegen Tschechien doppelt. Foto: Carmen Jaspersen
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Thomas Müller traf gegen Tschechien doppelt. Foto: Carmen Jaspersen
In der Abwehr ließ das DFB-Team kaum Chancen zu. Foto: Daniel Reinhardt
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In der Abwehr ließ das DFB-Team kaum Chancen zu. Foto: Daniel Reinhardt
Toni Kroos (m.) erzielte das zwischenzeitliche 2:0. Foto: Daniel Reinhardt
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Toni Kroos (m.) erzielte das zwischenzeitliche 2:0. Foto: Daniel Reinhardt
Mario Götze präsentierte sich in deutlich besserer Form. Foto: Axel Heimken
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Mario Götze präsentierte sich in deutlich besserer Form. Foto: Axel Heimken

Die "Versöhnung" mit dem Hamburger Publikum gelingt eindrucksvoll. Gegen Tschechien demonstriert die deutsche Mannschaft, dass sie ihr Spiel bis zur WM in Russland auf ein neues Niveau heben will. Das Kürzel "WM" beflügelt besonders einen ausgewiesenen Spezialisten.

Hamburg (dpa) - Feiernde Fans, glückliche Spieler - das Fußballfest des Weltmeisters in Hamburg weckte bei allen Beteiligten Lust auf eine Zugabe.

Und Joachim Löw erinnerte auch gleich nach dem schwungvollen 3:0 gegen überforderte Tschechen daran, dass seine Sechs-Punkte-Vorgabe in der WM-Qualifikation erst zur Hälfte erfüllt sei. "Wir brauchen gegen Nordirland die gleiche Zielstrebigkeit Richtung Tor, die gleichen Laufwege, die gleiche Passpräzision", verkündete der Bundestrainer mit dem Blick auf das bereits letzte Heimspiel des Jahres an diesem Dienstagabend (20.45 Uhr).

Wenn es "Bomber" Thomas Müller und seinen Kollegen in der bislang nicht ausverkauften Arena in Hannover gelingen sollte, an den Spieltrieb und Torhunger anzuknüpfen, ist der dritte Sieg im dritten Ausscheidungsspiel für die WM 2018 in Russland programmiert. Denn die erfolgreiche "Versöhnung" mit dem kritischen Hamburger Publikum, von der Kapitän Manuel Neuer sprach, gelang im Volksparkstadion mit einem Fußballvortrag, der den Idealvorstellungen von Weltmeistercoach Löw und seiner Spieler recht nahe kam.

"Jeder hat eine gute Leistung gezeigt - und zusammen haben wir guten Fußball gespielt. So stellen wir uns das vor", verkündete Neuer. "Das war eins der Länderspiele, das am meisten Spaß gemacht hat", sagte Abwehrspieler Mats Hummels. "Wir hatten Spielfreude auf dem Platz", meinte Regisseur Mesut Özil. "Der Sieg geht absolut in Ordnung, auch in dieser Höhe", urteilte Löw nach der "überzeugenden Leistung".

Der kaum beschäftigte Neuer hatte sogar die Muße, "das kleine Battle, wer spielt den schönsten Pass", entspannt in seinem Tor zu verfolgen. Am Hacke-Spitze-Spiel beteiligte sich einmal sogar Löw, der einen ins Aus geschlagenen hohen Ball filigran mit der Hacke annahm. Szenenapplaus! "Das hat mir als Zuschauer gefallen", sagte Neuer zu den vielen kleinen Kunststückchen von Jérôme Boateng und Co.

Während der 90 Minuten flaute die Lust am Fußball und die Gier nach Torschüssen in keiner Phase ab. "Wir haben immer wieder aufs Tor gedrängt, auch nach dem 1:0 und 2:0 nicht aufgehört", sagte Thomas Müller, als zweifacher Torschütze der Mann des Abends. Das 2:0 ging auf das Konto von Toni Kroos. "Das Publikum war auch einfach klasse, danke dafür", sagte Müller, der schon beim 3:0 in Norwegen zweimal getroffen hatte. "Es hat Spaß gemacht", resümierte der Münchner, der im 80. Länderspiel seine Treffer 35 und 36 erzielte.

Mit sechs Punkten und 6:0 Toren setzt die deutsche Mannschaft zum Durchmarsch in Gruppe C an. Der Topstart in die neue Qualifikation verdeutlicht, dass die Weltmeister ihre Lehren gezogen haben aus der holprigen Ausscheidung zur EM in Frankreich. "Es ist eine Warnung gewesen, dass wir das eine oder andere Spiel nicht so angegangen sind wie wir sollten. Dieses Mal machen wir es besser", hob der Kölner Jonas Hector hervor. Die zwei Jahre bis zur Titelverteidigung in Russland sollen und müssen wieder besser genutzt werden.

Löw und seine mit Weltklassepotenzial gespickte Mannschaft haben erkannt, dass wieder eine neue Schärfe und neue Elemente das Spiel bereichern müssen. Gegen Tschechien waren es präzise Diagonalbälle auf die hoch stehenden Außenverteidiger Hector und Joshua Kimmich, die die Abwehr des Gegners aufrissen. Das Kombinationsspiel war rasanter, die Pässe schärfer, der Zug zum Tor entschlossener. "Im Sechzehner werden die Tore erzielt. Wenn man gefährlich sein und zum Abschluss kommen will, ist es wichtig, dass man im Strafraum präsent ist", erklärte Löw und lobte: "Wir hatten sehr viele gute Angriffe."

Gemeinsamkeit macht stark. "Wir sind ja auch 'Die Mannschaft'", sagte Müller. Der von Teammanager Oliver Bierhoff kreierte Markenname sei auch "ein kleiner Marketing-Gag", wie Müller anmerkte: "Aber es kommt nicht von ungefähr. Unsere Stärke ist, dass wir viele sehr gute Spieler haben. Wir haben nicht den einen Zielspieler, wie etwa Portugal mit Cristiano Ronaldo, wo alles auf ihn fixiert ist."

Der Teamspieler Müller ist aber ebenso ein Fixpunkt im deutschen Team. Seine Tore sind unverzichtbar. Bei der EM blieb er 570 Minuten torlos, traf Latte, Pfosten oder schoss ins Leere. Nun prangt wieder das Kürzel "WM" auf dem Spielkalender. Und prompt fluppt es wieder bei dem WM-Spezialisten. "Jetzt hat er bei uns wieder einen guten Lauf", urteilte Löw über den erfolgreichsten aktiven DFB-Spieler.

"Wir müssen das Spiel jetzt abhaken", mahnte Spielmacher Özil vor der kurzen Weiterreise aus Hamburg nach Hannover am Montagvormittag. Für Tschechen-Trainer Karel Jarolim ist es aber keine Frage mehr, wer als Gruppenerster das einzige Direktticket zur WM in Russland lösen wird. "Es geht eher um den zweiten Platz", antwortete der Vater von Ex-HSV-Profi David Jarolim. Er meinte den Platz hinter Deutschland.

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