Zverev verliert

Deutsches Tennis-Talent verpasst ersten Turniersieg

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Alexander Zverev.

Nizza - Alexander Zverev hat das erste ATP-Finale seiner Karriere in Nizza mit 0:6 im dritten Satz verloren. Doch die Experten schwärmen von der vermeintlich größten deutschen Nachwuchshoffnung.

Alexander Zverev lächelte etwas gequält, als er nach dem geplatzten Titel-Traum von Nizza den Trostpreis überreicht bekam. Der taillierte Glaspokal wird den Davis-Cup-Spieler für immer an die Niederlage in seinem ersten ATP-Finale überhaupt erinnern.

Der 19-jährige Zverev musste sich im Endspiel in Nizza dem topgesetzten Titelverteidiger Dominic Thiem (Österreich) mit 4:6, 6:3, 0:6 geschlagen geben. Im entscheidenden Satz machte der Hamburger, der im ersten Durchgang von Nasenbluten geplagt wurde, gerade mal fünf Punkte.

"Es ist immer schwer zu gewinnen, wenn du nicht bei 100 Prozent bist. Ich habe in der Turnierwoche über zwölfeinhalb Stunden auf dem Platz gestanden und bin schon ein bisschen müde", sagte Zverev, der bei den French Open am Dienstag auf Pierre-Hugues Herbert (Frankreich) trifft.

Trotz der Niederlage von Nizza trauen nicht wenige Kollegen und Experten dem russisch-stämmigen Zverev eine Karriere in der absoluten Weltspitze zu. "Alex ist einer der zukünftigen Nummer-1-Spieler", hatte jüngst der ehemalige Wimbledonfinalist Tomas Berdych (Tschechien) prophezeit - und sich mit dieser Meinung Spaniens Sandplatz-König Rafael Nadal angeschlossen.

In Nizza reichte es für Zverev aber noch nicht ganz: Nach 1:39 Stunden verwandelte der Weltranglisten-15. Thiem seinen ersten Matchball und feierte in der französischen Hafenstadt seinen insgesamt sechsten Turniersieg - bereits den dritten in dieser Saison.

Auch Thiem (22) lobte seinen Kumpel Zverev in den höchsten Tönen. "Sascha, du wirst deinen ersten Titel schon sehr bald gewinnen, davon bin ich überzeugt. Du bist ein toller Spieler", meinte Thiem, der in diesem Jahr schon 36 Matches gewonnen hat. Nur der serbische Branchenführer Novak Djokovic gewann noch öfter (37 Matches).

Der 1,98 Meter große Zverev, Nummer 48 im Ranking, startete stark und führte schnell mit 3:1. Doch gleich seinen ersten Breakball nutzte der Österreicher und glich bei der mit 520.070 Euro dotierten Sandplatzveranstaltung zum 4:4 aus. Kurz darauf bekam Zverev Nasenbluten und musste beim Stand von 4:5 und 15:15 eine medizinische Auszeit nehmen.

Danach gab Zverev gleich die ersten drei Punkte ab und ermöglichte seinem guten Freund Thiem dabei mit seinem vierten Doppelfehler den Gewinn des ersten Satzes. In der Folge agierte Zverev konstanter und sicherte sich den zweiten Durchgang. Im Anschluss riss aber der Faden: Gleich zwei Breaks in Folge kassierte der Hamburger und lag im entscheidenden Satz rasch mit 0:4 zurück.

Einen Ritterschlag bekam "Sascha" von US-Ikone Chris Evert. "Zverev hat ein Riesentalent und ist definitiv auf dem Weg, einmal einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen", sagte Evert bei www.Eurosport.de

Zverev war in Nizza der zweite deutsche Finalist in der Geschichte des Turniers. 1993 hatte Marc-Kevin Goellner mit einem sensationellen Sieg im Endspiel gegen Ivan Lendl den Titel gewonnen.

sid

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