Tobias Kläner aus Brettorf und Mats Albrecht aus Ahlhorn gewinnen mit Deutschland die U21-EMZwischen Pool und Podest
114.07.10|WildeshausenFacebook
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Wildeshausen - Von Daniel Niebuhr · Für Tobias Kläner steht die nächste lange Reise schon am Sonnabend bevor. Auswärtsspiel in der Faustball-Bundesliga bei VFK 01 Berlin. „Diesmal sind‘s nur fünf Stunden Fahrt“, sagt Kläner, der anderes gewohnt ist. Als Nationalspieler kommt man viel rum.

Kriegsrat: Die deutsche Mannschaft um Tobias Kläner (li.) und Mats Albrecht (verdeckt/kleinesBild) bespricht sich.
Der 20-jährige Angriffsspieler vom TV Brettorf kommt gerade von vier sportlich und temperaturtechnisch heißen Tagen im österreichischen Peilstein zurück. Am Donnerstag fuhr er mit dem ein Jahr jüngeren Mats Albrecht vom Ahlhorner SV und der deutschen U21-Nationalmannschaft zur Europameisterschaft. Am Sonntag kamen Kläner und Albrecht mit Gold um den Hals zurück. Das hat bei den beiden Tradition.
„Wir haben ja schon bei der WM und der EM im letzten Jahr Gold gewonnen“, erzählt Albrecht, und Kläner schließt messerscharf, „dass wir die Favoritenrolle jetzt für immer am Hals haben.“
Kreiszeitung SykeWenn darüber aber Edelmetall baumelt wie zuletzt, dann dürfte das deutsche Team auch damit leben können. In Österreich jedenfalls hat es der Auswahl von Trainer Hartmut Maus wenig ausgemacht, Titelanwärter Nummer eins zu sein. Im Gegenteil: Von Beginn pflügte Deutschland förmlich durch das Turnier, geriet am ersten Turniertag zu keinem Zeitpunkt unter Druck. Beim 3:0 gegen Italien gaben Kläner, Albrecht und Co. nur drei Punkte ab, das 4:1 gegen Schweiz war ebenso souverän wie das abschließende 3:0 gegen Gastgeber Österreich. „Wir haben hervorragend gespielt“, meint Albrecht, und Kläner ergänzt: „Das Team ist fantastisch eingespielt.“
Am Samstagabend stand somit die direkte Finalteilnahme nach der Gruppenphase schon fest, sodass „wir ein bisschen relaxen konnten“ (Kläner).
Wie das genau aussah? „Entspannen und in den Pool springen“, berichtet Albrecht. Abkühlung war schließlich selten im über 30 Grad warmen Peilstein. Der teaminternen Atmosphäre tat die Hitzewelle aber ohnehin keinen Abbruch. „Die Stimmung ist phänomenal, wir kennen uns auf und abseits des Feldes bestens“, sagt Kläner.
Aufschlagstark: Tobias Kläner. Fotos (2): Manfred LindorferDie Ausgeruhtheit wurde dann am Sonntag zum entscheidenden Faktor im Endspiel. Nachdem sich Österreich im Halbfinale gegen die Schweiz durch fünf lange Sätze quälen musste und am Ende nur hauchdünn 3:2 gewann, waren die Platzherren konditionell mehr als angeschlagen. Die Kraft reichte nur noch für zwei Sätze: Im ersten Durchgang kämpften sich die Deutschen zu einem 11:9, den zweiten musste sie mit 7:11 abgeben. Dann aber schwand bei Österreich die Konzentration, nach einem 11:6 im dritten Satz hatte Deutschland bei 10:4 im vierten sechs Matchbälle. Es reichten drei zum Sprung ganz nach oben aufs Podest. „Das war die Krönung eines spaßigen Wochenendes“, meint Kläner, der nach seiner Fahrt nach Berlin am Sonnabend erst einmal drei Wochen Faustball-freie Zeit hat. Und die will er genießen: „Wenn ich schon Freizeit habe, will ich mich auch mit meinen Freunden treffen, die nichts mit Faustball zu tun haben.“ Danach soll es mit einem Studienplatz klappen, Sport auf Lehramt – „das wäre perfekt.“
Auch Abiturient Mats Albrecht hat im Juli frei, bevor seine Ausbildung als Steuerfachangestellter beginnt. Und auch er hat nach Sonnabend (Heimspiel gegen den ESV Wuppertal) Faustballferien. „Dann kann ich öfter zum See fahren“, erzählt er, „das Wetter ist ja super.“ Und die Stimmungslage nach dem österreichischen Wochenende sowieso.
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