Rene Tramitzke und Jan Lehmkuhl mit Doppelpacks gegen Favorit Delmenhorst

Wildeshauser Wahnsinn! Nach 5:1 über Atlas im Achtelfinale

Kompromisslos: Wildeshausens Niklas Heinrich (r.) zeigte gestern als Sechser eine starke Leistung. Hier bolzt er die Kugel bei einer der wenigen Offensivaktionen von Delmenhorsts Lars Scholz ins Aus. Kollege Lukas Schneider (l.) muss nicht mehr eingreifen. - Foto: Krüger

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Die drei älteren Herren schlenderten bedient vom unteren Platz des Wildeshauser Krandels. „Ich glaube, so hoch gewinnen wir heute nicht mehr“, murmelte einer dieser Fans von Atlas Delmenhorst in Minute 84 – kurz nachdem Jan Lehmkuhl zum 5:1 (3:0)-Endstand für den VfL Wildeshausen im Drittrunden-Spiel des Bezirkspokals getroffen hatte! Die Mannschaft von Trainer Marcel Bragula hatte den Landesliga-Konkurrenten düpiert und demontiert – doch der Coach hielt sich mit Euphorie über das erreichte Achtelfinale zurück. „Wir werden jetzt gewiss nicht hämisch – denn vor einem Jahr waren wir es, die sich im Pokal blamiert haben“, erinnerte er an den damaligen Knockout bei Kreisligist TV Dötlingen.

Doch von einer derartigen Schmach war sein Team gestern Abend so weit entfernt wie Jan Lehmkuhl vom Nicht-Bestehen eines Fitness-Tests. „Ich habe heute die konditionsstärksten Leute auf den Platz gebracht – und mehr Kondition als Jan kann man nicht haben“, setzte Bragula zur Ode an seine Kicker an. Dabei nahm er kaum jemanden aus – bei allen mit Recht. „Wir mussten heute 20 Prozent mehr tun als Atlas – jeder musste an seine Schmerzgrenze gehen, einige darüber hinaus. Mit dieser Einstellung kann man viel erreichen“, sah sich Bragula bestätigt.

Derart „eingenordet“, zogen die Platzherren dem personell aufgerüsteten Favoriten von Beginn an den Zahn, gingen unverschämt früh ins Pressing und standen hinten sehr diszipliniert. Delmenhorst kam im ersten Durchgang zu keiner nennenswerten Torchance. Die Gastgeber hingegen warteten auf die sich bietenden Lücken -– und schlugen dann zu. Lukas Schneiders erster Schuss aufs Tor blieb noch in der Atlas-Abwehr hängen (10.), Kevin Kari zielte etwas zu hoch (11.), doch die nächste Gelegenheit ließen sich die Gastgeber nicht nehmen: SVA-Torwart David Lohmann legte Rene Tramitzke unnötig kurz vor der Torauslinie, Schiedsrichter Alexander Thole zeigte auf den Punkt – und Jan Lehmkuhl verwandelte den Elfmeter humorlos links oben (38.). Die Mannschaft von Trainer Jürgen Hahn stand unter Schock – und das Bragula-Team nutzte das vor 250 Zuschauern eiskalt aus: Einen Abschlag von Schlussmann Lauren Riedel verlängerte Lennart Feldhus per Kopf auf Sebastian Bröcker, der sprintete von rechts durch bis fast zur Grundlinie, legte quer auf Tramitzke – und der hämmerte die Kugel völlig freistehend zum 2:0 in die Maschen (41.)! Damit nicht genug der Demontage in Durchgang eins: In der Nachspielzeit herrschte Konfusion vor Lohmanns Kasten, Kevin Karis Schuss wurde noch geblockt, doch wieder Tramitzke stand richtig und traf zum 3:0 (45.+1).

Hahn reagierte drastisch, schöpfte zur Pause sein komplettes Wechselkontingent aus. „In der ersten Halbzeit habe ich eine komplette Nicht-Leistung gesehen“, begründete der angefressene Atlas-Coach hinterher: „Ich war noch nie so enttäuscht, seitdem ich hier Trainer bin.“

Seine Kabinenpredigt schien zunächst zu fruchten. Iman Bi-Ria hätte fast zum 1:3 getroffen, doch sein Schuss klatschte an den Innenpfosten, und Riedel reagierte beim Abpraller gut (48.). Kurz darauf der nächste Teil des Wildeshauser Wahnsinns: Ecke Jan Lehmkuhl, Lennart Feldhus schraubte sich einen halben Meter höher als die komplette Atlas- Hintermannschaft und köpfte zum 4:0 ein (50.). Etwas Leben im Delmenhorster Lager kehrte noch ein, als der aufgerückte Innenverteidiger Tom Witte per Schuss ins lange Eck das 1:4 markierte (53.). Nun wurde es kurz noch mal hektisch, doch die Offensivbemühungen der Gäste blieben in Wildeshausens Defensive hängen oder endeten schlichtweg zu überhastet. Spätestens, als Jan Lehmkuhl nach Klasse-Rechtsflanke Tramitzkes aus dem Lauf zum 5:1 in den Knick ballerte (84.), war alles klar. „Schade nur, dass es dafür heute keine Punkte gab“, bedauerte Bragula mit Blick auf das noch leere Konto seiner kampfstarken Truppe in der Landesliga. Die Tatsache, dass sich Kevin Kari gestern eine Oberschenkelzerrung zuzog und wohl am Sonntag bei Kickers Emden ausfällt, trieb dem Coach angesichts seines schon beträchtlichen Lazaretts weitere Sorgenfalten auf die Stirn.

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