VfL mit Dreierkette gegen TSV Oldenburg?

Sondergenehmigung: Schmidt darf in der Landesliga ran

Nachwuchstalent Tom Schmidt kann dank einer Sondergenehmigung nun auch bei den Herren spielen. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Sieben Punkte aus den jüngsten drei Partien – so langsam läuft es beim Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen den TSV Oldenburg (Sonntag, 15 Uhr) und etwas Unterstützung der Konkurrenz könnten die Krandel-Kicker sogar erstmals in dieser Saison die Abstiegsplätze verlassen. „Dann wäre der Erfolg auch an der Tabelle ablesbar, aber das hat keine Priorität“, sagt VfL-Coach Marcel Bragula.

Sein oberstes Anliegen ist es stattdessen, „Woche für Woche eine spielfähige Mannschaft auf den Platz zu schicken und zu punkten“. Doch schon beim ersten Teilaspekt wird es knifflig. Die Ausfallliste bei den Gastgebern ist wieder mal elendig lang. „Das kannst du nur mit Humor nehmen, sonst wirst du rammdösig“, sagt Bragula und lacht gequält.

Gerade erst hatte sich der 42-Jährige über eine zusätzliche Alternative gefreut. Doch nur ein Spiel nach seiner Rückkehr zog sich Alexander Kupka erneut eine Schultereckgelenkssprengung zu. „Ich gehe davon aus, dass die Saison für ihn zu Ende ist“, meint Bragula. Niklas Heinrich düste in der vergangenen Woche für ein halbes Jahr nach Australien. Bei Abwehrchef Lennart Flege, der gegen Bevern eine Außenbandverletzung davongetragen hatte, ist der lädierte Knöchel immer noch angeschwollen. „Ein Einsatz ist eher unwahrscheinlich“, glaubt Bragula. Für die Abwehrmitte bliebe neben Lukas Schneider nur noch Pascal Hesselmann, der sich aber schon seit geraumer Zeit mit Sprunggelenksproblemen herumplagt. „Wir müssen gucken, ob wir ihm eine Pause gönnen, aber eigentlich können wir uns das nicht erlauben“, sagt Bragula.

Zumal es auf den Außenpositionen der Viererkette nicht viel besser aussieht. Rechtsverteidiger Jannik Wallner weilt noch im Urlaub. Sven Apostel und Frederik Dittmar hüteten in den vergangenen Tagen mit einer schweren Grippe das Bett. „Bei Sven sieht es nicht gut aus, bei Frederik habe ich noch Hoffnung“, sagt Bragula. Mangels qualifizierten Defensivpersonals erwägt er, gegen den TSV Oldenburg eine Dreierkette aufzubieten. „Oder wir müssen mal wieder einen reinwerfen.“

Dieser eine könnte Tom Schmidt sein. Denn dank einer Sondergenehmigung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) ist der 17-Jährige inzwischen auch im Herrenbereich spielberechtigt. Allerdings steckt Schmidt noch das DFB-Sichtungsturnier in Duisburg in den Knochen. „Er hat vier Spiele für die NFV-Auswahl gemacht und war am Mittwoch schon wieder für unsere A-Junioren im Einsatz – wir haben auch eine Verantwortung für den Jungen“, betont Bragula. Ob er Schmidt gegen den TSV in den Kader berufen wird, hielt sich Bragula am Freitagmittag noch offen: „Mal sehen, wie sich die anderen Personalien entwickeln.“

Keinen Hehl macht der Übungsleiter jedoch daraus, dass er sich über Schmidts Rückkehr vom JFV Nordwest zum VfL Wildeshausen „riesig freut“. Das Talent bringe ein gutes Tempo mit und sei technisch sehr versiert. „Allerdings muss sich Tom noch an den Duft des Herrenfußballs gewöhnen.“ Unter NFV-Trainer Kiriakos Aslanidis habe Schmidt zuletzt meistens hinten rechts gespielt. Dabei sei er eigentlich in der Mittelfeldzentrale zu Hause. „Aber wer eine gute Sechs spielt, der kann auch in der Innenverteidigung spielen“, findet Bragula und nennt Alexander Kupka und Niklas Heinrich als Beispiele.

Um die kleine Serie von einem Unentschieden (1:1 beim SV Bad Rothenfelde) und zwei Siegen (3:0 gegen den SV Bevern und 2:1 beim VfR Voxtrup) weiter auszubauen, werden die Wildeshauser erneut taktisch diszipliniert zu Werke gehen sowie kompakt stehen müssen. „Außerdem müssen wir vorne unsere Chancen nutzen. Das haben wir gegen Bevern getan, gegen Voxtrup war das vorne zu wenig – da müssen wir uns wieder steigern“, fordert Bragula.

Dass die Crew seines Trainerkollegen Boris Ekmescic aktuell nur auf Platz zehn rangiert, findet der VfL-Coach „erstaunlich“. Er hätte den amtierenden Vizemeister zwar „nicht ganz vorne, aber schon unter den ersten Fünf“ erwartet. Allerdings gab es bei den Gästen vor der Saison etliche Zu- und Abgänge. „Deshalb sind sie wahrscheinlich noch nicht so eingespielt“, vermutet Bragula. Denn viel läuft bei den technisch versierten Oldenburgern über Kombinationen.

Schlüsselfigur ist zweifellos Marco Prießner. Der 24-Jährige sicherte sich in der vergangenen Saison mit 32 Treffern die Torjägerkrone und hat in der laufenden Serie auch schon wieder zehnmal geknipst. Im Krandelstadion wird Prießner seine Bilanz indes nicht aufpolieren können: Der Angreifer wurde nach seiner Roten Karte beim 1:1 in Bad Bentheim wegen groben Foulspiels für drei Partien gesperrt.

Außerdem ist eine Grippewelle über den TSV Oldenburg hinweggeschwappt, so dass am Dienstag das Training ausfiel. - mar

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