VfL Wildeshausen holt gegen Hansa Friesoythe einen Punkt

Seidel und Görke liefern die nächste denkwürdige Episode

Sascha Görke (2.v.r.) sicherte dem VfL Wildeshausen mit seinem Treffer in der Nachspielzeit das 2:2 gegen den SV Hansa Friesoythe. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Wie ein Derwisch tanzte Trainer Marcel Bragula über den Platz. „Wahnsinn!“, brüllte Stadionsprecher Bernd Kinzel ins Mikrofon, nachdem Fußball-Landesligist VfL Wildeshausen dem Mythos Krandel eine weitere denkwürdige Episode hinzugefügt hatte. Im Heimspiel gegen den SV Hansa Friesoythe hatte das Tabellenschlusslicht nach 88 Minuten scheinbar aussichtslos mit 0:2 zurück gelegen, und nicht wenige der rund 200 Zuschauer hatten sich bereits auf den Heimweg gemacht. Doch am Ende erkämpften sich die Wildeshauser tatsächlich noch ein 2:2 (0:0) und damit ihren ersten Zähler der Saison.

„Jetzt ist es natürlich ein gewonnener Punkt“, sagte Bragula, nachdem der erste Jubelsturm abgeklungen war. „Aber dem Spielverlauf nach haben wir zwei Punkte verloren, denn über zwei Drittel der Zeit waren wir die bessere Mannschaft.“ Damit lag der VfL-Coach durchaus richtig, denn von den hochgehandelten Gästen kam offensiv nicht allzu viel. Trotzdem deutete kurz vor Schluss alles darauf hin, als sollte Friesoythe den Platz als Sieger verlassen.

Frederik Dittmar, der erst wenige Tage zuvor sein 18. Lebensjahr vollendet hatte, hätte bequem klären können. Stattdessen verlor der VfL-Youngster den Ball an Kevin Landgraf und berührte den ehemaligen Regionalliga-Akteur anschließend an den Hacken. Landgraf nahm dankend an und fiel hin. Schiedsrichter Henrik Frilling (TuS BW Lohne) zögerte keine Sekunde und entschied auf Strafstoß. Zwar hatte Lauren Riedel die richtig Ecke geahnt, doch der Schus von César Manrique Gudiel war zu hart und zu platziert – 0:1 (76.).

Während Bragula den Elfmeterpfiff durchaus akzeptieren konnte, ärgerte er sich mächtig über das 0:2. „Das waren fünf Meter Abseits!“, zürnte er Schiedsrichterassistent Christoph Grave, der beim Treffer des kurz zuvor eingewechselten Duc-Trung Pham die Fahne unten gelassen hatte (83.).

Eigentlich waren die Gastgeber mausetot. Doch ihre Qualitäten als Stehaufmännchen hatten sich offenbar noch nicht bis nach Friesoythe herumgesprochen. Denn einen Konter über Sascha Abraham vollendete Maximilian Seidel wie im Training zum 1:2 (88.). Und in der Nachspielzeit nutzte Kapitän Sascha Görke einen kapitalen Abwehrschnitzer von Andre Thoben zum 2:2 (90.+3). Gleich darauf war Schluss. „Ein Punkt für die Moral! Wir haben schon oft Spiele kurz vor dem Ende gedreht, aber heute habe ich nicht damit gerechnet“, bekannte Bragula.

Denn die Partie, die nach sintflutartigen Regenfällen mit viertelstündiger Verspätung begonnen hatte, lief genau so, wie Bragula es sich nicht gewünscht hatte. René Tramitzke besaß drei dicke Möglichkeiten zum Führungstreffer. Doch dreimal scheiterte er an Hansa-Schlussmann Dennis Panzlaff (5./23./60.). „Wenn du gegen so eine defensivstarke Mannschaft solche Chancen bekommst, musst du das Tor machen“, haderte der Übungsleiter.

Sturmtank Tramitzke humpelte nach dem Abpfiff mit dick bandagiertem Oberschenkel in die Kabine und droht für das Nachholspiel beim BSV Kickers Emden (Mittwoch, 7. September, 20 Uhr) auszufallen. „Wenn er jault, will das schon was heißen“, meinte Bragula besorgt. Allerdings hat sich die Personalsituation bei den Wildeshausern, die sich auf den 14. Tabellenplatz verbesserten, inzwischen entspannt. „Ich hatte endlich mal Möglichkeiten von der Bank“, freute sich der Coach.

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