Volleyball-Oldies des VfL Wildeshausen ziehen sich aus dem Spielbetrieb zurück

Recken quittieren den Dienst

Für den Punktspielbetrieb ist die Personaldecke inzwischen zu dünn. Aber so ganz können die Volleyball-Oldies des VfL Wildeshausen trotzdem nicht von ihrem Hobby lassen.

Wildeshausen - Sie baggerten, pritschten und schmetterten, was das Zeug hielt. Doch jetzt ist Schluss: Nach mehr als 40 Jahren quittiert die zweite Herrenmannschaft des VfL Wildeshausen den Dienst. So ganz können es die alten Recken allerdings nicht lassen: Auch weiterhin wollen sie mittwochs ab 20 Uhr in der Realschulsporthalle Volleyball spielen.

„Aber für den Punktspielbetrieb reichen unsere Leute einfach nicht mehr“, sagt Abteilungsleiter Lothar Schulz wehmütig. In Bernd Fortmann hatte sich im April ein Urgestein aus gesundheitlichen Gründen gänzlich aus dem Team verabschiedet. „Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. In der letzten Saison mussten wir oft darum kämpfen, überhaupt sechs Leute zu einem Punktspiel zusammen zu bekommen“, erläutert Schulz.

Ein Mannschaftsbild aus dem Jahr 1986: Lothar Schulz (h.v.l.), Hubert Schlüter, Manfred Lücke, Johannes Schütte, Wolfgang Mustert, Roland Balin (v.v.l.), Horst Buchtmann und Reiner Teschel.

Ihren Ursprung hatte die Traditionsmannschaft zu Beginn der 1970er-Jahre. Dienstältester noch aktiver Spieler ist Horst Buchtmann, der 1972 zum Team stieß. „Horst ist ein Phänomen. Schon früher waren seine Angaben und Angriffe bei den Gegnern gefürchtet. Er war einer der wenigen Spieler, die immer ohne Knieschoner auskamen“, berichtet Schulz schmunzelnd. Die Fluktuation im Kader war stets gering. Selten stießen neue Akteure hinzu. „Wer bei uns mitspielen wollte, musste schon irgendwie ins Team passen und sich schon etwas mit dem Spielsystem auskennen“, erklärt Carsten Kloster, der zuletzt Mannschaftsführer war. „Außerdem wollten junge Leute nicht unbedingt bei uns alten Herren spielen“, sagt Kloster mit Blick auf das Durchschnittsalter von mehr als 50 Jahren und grinst: „Unsere Gegner waren oft nur halb so alt. Trotzdem haben sie sich immer wieder über die Durchschlagskraft der alten Hasen gewundert – und das ganz ohne Training!“

Größte Erfolge waren die beiden Aufstiege in die Landesliga, die aber jeweils nur ein kurzes Gastspiel bedeuteten. Für die Saison 1993/1994 ging es runter in die Kreisliga. Zuletzt hatten sich die Wildeshauser im Bezirksliga-Mittelfeld etabliert. Aus der Ursprungsformation spaltete sich zu Beginn der 90er-Jahre eine neue Mannschaft ab, die es bis in die Oberliga schaffte, ehe sie sich vor drei Jahren auflöste.

„Wir waren nicht immer der einfachste und beliebteste Gegner. So manche Spiele wurden sehr emotional geführt, so dass es auch mal Gelbe und Rote Karten hagelte, was im Volleyball eigentlich nicht an der Tagesordnung ist“, erzählt Lothar Schulz.

Damals waren die Spieltage auch noch extrem lang. „Früher spielte man immer drei Partien pro Tag, und punkten konnte nur die Mannschaft, die Aufschlag hatte – da hat sich ein Spieltag dann schon mal bis 22 Uhr hingezogen“, erinnert sich der langjährige Zuspieler Hubert Schlüter.

Legendär sind inzwischen auch die Mannschaftskohlfahrten, die aufgrund der langen Saison oft erst im April oder Mai über die Bühne gingen. „Da war das Wasser der Hunte dann auch nicht mehr so kalt, so dass einige von uns regelmäßig während des Ganges noch vor dem Kohlessen ein Bad nehmen konnten“, gibt Buchtmann eine Anekdote zum Besten. - hü

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