Neerstedt - Von Michael Hiller. Unbestritten: Ohne ausgebildete Schiedsrichter sind Handballspiele auf gewissen Ebenen gar nicht erst möglich. Dass aber auch mit zwei offiziellen Spielleitern ein vernünftiges Handballmatch unmöglich werden kann, erlebten am Freitagabend rund 260 Zuschauer während der Begegnung zwischen dem TV Neerstedt und dem ATSV Habenhausen.

Körperbetont bis ruppig ging es zwischen dem TV Neerstedt (Bastian Carsten-Frerichs) und ATSV Habenhausen zu. ·
Die Leistung des Schiedsrichtergespanns Hans-Christian van Hoorn und Günther Smolka-Tongers sollte am Ende zwar keine Erklärung für die 26:30 (14:16)-Heimniederlage der Neerstedter gegen ihren „Angstgegner“ aus Bremen sein. Fakt war aber, dass die Unparteiischen mit der Leitung des Spitzenspiels, in dem es immerhin um den dritten Tabellenplatz ging, hilflos überfordert waren.
„Mit den Schiedsrichtern muss man auch arbeiten“, sagte Neerstedts Trainer Dag Rieken nach der wahrlich nervenaufreibenden Begegnung. „Es war schwierig für beide Teams, aber nicht entscheidend für den Spielausgang“, fügte Rieken hinzu. Mehr allerdings wollte er zur Leistung der Referees nicht sagen. Was Rieken dabei wirklich dachte, konnten die Zuschauer während der 60 Minuten allerdings leicht erahnen. Nicht selten schlug der TVN-Coach nach so manch einem Pfiff die Hände über dem Kopf zusammen oder schaute völlig verständnislos. Seinem Gegenüber erging es dabei kaum anders. „Was pfeift ihr denn da?“, machte sich ATSV-Trainer Lars Müller-Dormann während der ersten Halbzeit lautstark Luft.
Das Handballspiel an sich ist relativ schnell erzählt. Habenhausen legte von Anfang an eine Führung vor, Neerstedt konnte im ersten Abschnitt insgesamt sechs Mal ausgleichen – letztmals zum 10:10 durch Thomas Schützmann (23.). Erster Knackpunkt aus Neerstedter Sicht waren dann zwei überaus umstrittene Zeitstrafen und die Rote Karte gegen den zuvor schon verwarnten Malte Kasper (28.). Habenhausen zog in Überzahl auf 12:16 davon, doch Schützmann sowie Eike Kolpack mit einem direkt verwandelten Freiwurf hielten die Hoffnungen für die zweite Halbzeit am Leben.
Wer jedoch Hoffnungen hegte, dass sich auch die Leistung der Schiedsrichter normalisieren würde, wurde schwer enttäuscht. Das Gespann entschied weiter völlig willkürlich und ließ jegliche Einigkeit in seinem Handeln vermissen. Teilweise stand Neerstedt nur noch zu dritt auf dem Feld. Die Rote Karte gegen Stefan Timmermann wegen Foulspiels (38.) verkraftete die Heimmannschaft zunächst und blieb bis zum 21:23 (45.) dran. Doch anschließend wurde es immer offensichtlicher, dass dem TVN die Alternativen ausgingen. „Uns haben in den entscheidenden Momenten die Durchschlagskraft und Kreativität gefehlt“, erklärte Rieken. Auf der anderen Seite hingegen konnten sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eintragen, wobei Rechtsaußen Hauke Marien (7) herausragte und die Rückraumriesen Axel Siemer oder Derk Marien immer dann zulangten, wenn es eben drauf ankam. Über 27:22 (53.) zog der ATSV davon, und spätestens mit dem 29:24 (Derk Marien/57.) war der Drops gelutscht.
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