Pia Neuefeind vom Ahlhorner SV ist für die Faustball-Weltmeisterschaft in Brasilien nominiert

„Ich war total schockiert!“

Fröhliche Faustball-Familie: Pia Neuefeind (l.) bekam das Spielgerät von ihren Eltern Thomas und Bianca praktisch in die Wiege gelegt. - Foto: Marquart

Ahlhorn - Von Sven Marquart. Pia Neuefeind saß gerade in der Eisdiele, als ihre Teamkollegin Janna Köhrmann sie aufforderte, ihre E-Mails zu checken. Gesagt, getan! Doch beim Blick in ihr elektronisches Postfach verschlug es der 18-Jährigen schlichtweg die Sprache. „Ich habe gedacht: Oh, mein Gott und war total schockiert“, berichtet Pia Neuefeind. Auslöser für ihre Reaktion war eine Mitteilung von Bundestrainerin Silke Eber, die sie in das deutsche Aufgebot für die Faustball-Weltmeisterschaft in Brasilien berufen hatte.

„Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Die einzige, die immer gesagt hat, ,Du rockst das!‘, war Janna“, erzählt Pia Neuefeind. In der Tat war ihre Nominierung nach dem zweiten Bundeslehrgang in Hagenah Ende Mai eine ziemliche Überraschung. Obwohl sie bislang keine Länderspielerfahrung gesammelt hat und gerade ihre erste richtige Feldsaison in der Frauen-Bundesliga bestreitet, fährt die junge Angreiferin des Ahlhorner SV neben den routinierten Sonja Pfrommer (TSV Dennach), Stephanie Dannecker (TSV Calw) und Aniko Müller (TV Jahn Schneverdingen) als vierte Offensivkraft vom 25. bis zum 30. Oktober nach Curitiba, um dort mitzuhelfen, den Titel zu verteidigen.

Silke Eber schätzt Pia Neuefeinds Flexibilität auf dem Spielfeld, ihre gute Technik und ihre gute Annahme. „Außerdem hat sie mir gesagt, dass man sieht, dass ich eine gute faustballerische Grundausbildung hatte“, erzählt Pia Neuefeind.

Denn so unerwartet die Berufung ins zehnköpfige WM-Aufgebot kam – sie ist auch irgendwie logisch. Schließlich wurde Pia Neuefeind der Faustball praktisch schon in die Wiege gelegt. Denn ihre Eltern Bianca (48) und Thomas (49) haben sich nicht nur durch die Sportart kennengelernt, sondern waren beide ebenfalls äußerst erfolgreich – im Trikot des Ahlhorner SV und der Nationalmannschaft. Bianca Neuefeind (48) wurde als Zuspielerin mit dem deutschen Team 1993 Europa- und 1994 Weltmeisterin. „Ich bin nur Europameister“, sagt Thomas Neuefeind. Der ehemalige Angreifer holte 1991 den Titel.

Dass Pia Neuefeind in die Fußstapfen ihrer Eltern treten würde, war früh klar. Im Alter von fünf Jahren begann auch sie, beim ASV Faustball zu spielen. „Ich habe damals die Trainingsgruppe geleitet“, erinnert sich Mutter Bianca. Und natürlich war die Tochter meistens dabei, wenn Mama und Papa spielten. Die Neuefeinds können getrost als faustballverrückt bezeichnet werden. „Die Wochenenden gehen entweder für Arbeit oder für Faustball drauf“, sagt Thomas Neuefeind, der bei der Berufsfeuerwehr im Schichtdienst tätig ist und in seiner Freizeit die Ahlhorner Bundesliga-Männer trainiert. Viel Zeit für andere Aktivitäten bleibt da nicht.

Auch der Familienurlaub will gut geplant sein. Doch durch die WM-Nominierung war das gesamte Konzept für dieses Jahr dahin. „Eigentlich wollten wir im September Urlaub machen“, erläutert Bianca Neuefeind. „Gott sei Dank hatten wir noch nichts gebucht“, ergänzt Thomas Neuefeind. Ehrensache, dass die Ferien auf Oktober verschoben wurden. Statt mit dem Bulli irgendwo in Europa auf Campingtour, geht es nun mit dem Flieger nach Südamerika. „Schließlich ist es noch nicht so oft vorgekommen, dass eine 18-Jährige zur WM fahren darf“, meint Thomas Neuefeind nicht ohne Stolz.

Hoffung auf viel Einsatzzeit beim Weltturnier macht sich Pia Neuefeind indes nicht. „Ich bin erstmal zufrieden, dass ich überhaupt dabei sein darf“, betont sie. Trotzdem wird sich die frischgebackene Abiturientin, die Medizintechnik studieren möchte, bei den beiden noch ausstehenden Lehrgängen in Eibach vom 20. bis 24. Juli und in Calw Ende September weiter empfehlen. Und vielleicht gibt es dann ja erneut eine Überraschung . . .

Jubiläum der Grundschule Horstedt

Jubiläum der Grundschule Horstedt

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

500 Zivilisten in Aleppo getötet

500 Zivilisten in Aleppo getötet

Meistgelesene Artikel

Sarah Schwarz glänzt als Vollstreckerin und Vorbereiterin

Sarah Schwarz glänzt als Vollstreckerin und Vorbereiterin

„Punkten, ohne Wenn und Aber“

„Punkten, ohne Wenn und Aber“

Jan Knutzens Pech ist Michael Majewskis Glück

Jan Knutzens Pech ist Michael Majewskis Glück

„Die Liga ist eine Lotterie“

„Die Liga ist eine Lotterie“

Kommentare