VfL erkämpft sich nach Rückstand noch ein 2:1 gegen SV Holthausen-Biene

Flege und Görke schießen Wildeshausen zum Klassenerhalt

Das ist der Klassenerhalt: Sascha Görke umkurvt Bienes Torhüter Lars Wentker und schiebt zum 2:1 ein. - Foto: Marquart

von Sven Marquart

Wildeshausen - Marcel Bragula ballte immer wieder die Fäuste und umarmte jeden, der seinen Weg kreuzte. Sein scheidender Trainerpartner Marco Elia kämpfte vergeblich gegen die Tränen an, während die Fußballer des VfL Wildeshausen und ihre Fans ausgelassen das 2:1 (0:1) über den SV Holthausen-Biene und damit den Klassenerhalt feierten. Der Mythos Krandel lebt!

Durch den Sieg behauptete sich der Aufsteiger im Fernduell gegen den Abstiegskonkurrenten SC Türkgücü Osnabrück, der ebenfalls mit 2:1 beim SV Wilhelmshaven gewann. Doch während die Wildeshauser die Saison auf dem elften Tabellenplatz beenden, müssen die Osnabrücker den SV Brake, den VfL Germania Leer, den SV Wilhelmshaven und den TV Bunde auf dem bitteren Gang in die Bezirksliga begleiten.

„Die letzten beiden Jahre mit der Meisterschaft am letzten Spieltag und dem Klassenerhalt am letzten Spieltag waren sehr intensiv. Ich bin unheimlich kaputt. Die Pause ist zwingend notwendig“, sagte Bragula, nachdem er seine Umarmungstour beendet hatte. Vor allem der Saisonendspurt hatte Körner gekostet.

Und Nerven! Denn die finale Partie war gerade einmal sieben Minuten alt, da verlängerte VfL-Verteidiger Pascal Hesselmann einen Biener Eckstoß genau vor die Füße von Jannis Bolk, der volley zum 1:0 für die Gäste traf. Fast zeitgleich brachte Furkan Güraslan im Wilhelmshavener Jadestadion Türkgücü in Führung – in diesem Moment wäre Wildeshausen abgestiegen gewesen.

Und genauso spielten die Krandel-Kicker vor rund 550 Zuschauern auch. Ängstlich, fahrig und mit Ausnahme von einem Distanzschuss von Storven Bockhorn, der knapp am Gästetor vorbeistrich (13.), ohne Möglichkeiten. „Man hat den Jungs angesehen, dass sie Muffe hatten“, meinte Bragula. Zu allem Überfluss musste Flügelstürmer Janek Jacobs, der beim Aufwärmen grünes Licht für seinen Einsatz gegeben hatte, bereits nach 22 Minuten passen. Immerhin kam kurz vor der Pause frohe Kunde aus Wilhelmshaven: Sebastian Schlumberger hatte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das 1:1 für den SVW erzielt – Wildeshausen war wieder drin.

Trotzdem gab es in der VfL-Kabine „einen ordentlichen Anranzer“, berichtete Abwehrchef Lennart Flege. Außer dem Trainerduo ergriff auch Sebastian Pundsack das Wort. „Ich habe den Jungs gesagt, dass wir uns so zu Hause nicht präsentieren können und nicht zu erkennen ist, dass es um alles oder nichts geht“, erzählte der Kapitän.

Das änderte sich nach Wiederanpfiff schlagartig. Plötzlich warfen die Wildeshauser die Tugenden in die Waagschale, die sie auszeichnen: „Glaube, Wille, Leidenschaft“, zählte Sebastian Bröcker auf. Der Mittelfeldspieler hatte durch seinen 2:1-Siegtreffer gegen den SC Türkgücü in der Woche zuvor die Hoffnung auf den Klassenerhalt überhaupt erst am Leben erhalten. Und auch gegen den Tabellensiebten aus Lingen gehörte der 25-Jährige wieder zu den stärksten Rot-Weißen.

Storven Bockhorn eröffnete den zweiten Durchgang mit einem fulminanten 25-Meter-Schuss, der das Ziel knapp verfehlte (46.). Doch schon wenig später bebte der Krandel: Lukas Schneider hatte einen Eckball von Jan Lehmkuhl an den Pfosten geköpft, und Lennart Flege markierte im Nachsetzen das 1:1 (49.). „Den konnte ich gar nicht mehr vorbeiköppen“, meinte Flege. Dass Türkgücü durch Gabriel Moscardini Diniz parallel zum Wildeshauser Ausgleich wieder in Front ging, konnte den Huntestädtern jetzt egal sein.

Die VfL-Coaches waren hohes Risiko gegangen, indem sie für Janek Jacobs Sascha Görke einwechselten. Görke hatte wegen einer Hüftverletzung vier Wochen nicht trainiert. Doch das Risiko wurde belohnt: „Sascha hat eine Riesenleistung abgeliefert, und dass er dann auch noch das Siegtor macht, ist überragend“, lobte Bragula den Mittelfeldspieler und attestierte ihm, „das VfL-Gen“ in sich zu tragen. Denn sonst hätte der 25-Jährige wohl kaum auf die Zähne gebissen: „Wenn’s nicht so wichtig gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich nicht gespielt“, bestätigte Görke. So aber umkurvte er nach Vorlage von Torjäger Lennart Feldhus Bienes Keeper Lars Wentker und schob zum frenetisch umjubelten 2:1 ein (68.). Bei einer vergleichbaren Situation beim 1:2 in Nordhorn hatte Görke geschossen und war am Torhüter gescheitert. „Danach hat mir mein Vater gesagt, dass ich beim nächsten Mal vorbei gehen soll“, verriet Görke.

Während von den Gästen kaum noch etwas kam, hätte der VfL den Sieg durch Sebastian Bröcker (54./73.), Lennart Feldhus (78.), Tobias Kern (80./82.) und Lukas Schneider (81./Latte) noch deutlicher gestalten können. „Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir uns die Klasse verdient“, fand Bragula. Doch während er nach der Bezirksliga-Meisterschaft vor einem Jahr das Gefühl hatte, „eine Woche durchfeiern zu müssen“, ging es ihm „diesmal komplett anders“: „Ich möchte mit den Jungs ein Bier trinken und dann den Abend mit meiner Familie im Garten ausklingen lassen.“

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