VfL will „Ergebniskrise“ bei TV Dinklage beenden

Bragula nimmt sich in die Pflicht

„Wir haben keine Zeit!“ Marcel Bragula will mit dem VfL Wildeshausen schleunigst punkten. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Lange Busfahrten nach Auswärtsniederlagen sind bei Fußballern in etwa so beliebt wie Pickel oder Fußpilz. „Die braucht kein Mensch!“, bestätigt Marcel Bragula. Nur ungern einnert sich der Coach des Landesligisten VfL Wildeshausen an die Rückreise im Anschluss an das 0:4 beim BSV Kickers Emden: Mit gedrückter Stimmung juckelten die Huntestädter nächtens rund zwei Stunden durch die norddeutsche Tiefebene. Die Zeit nutzte der 42-Jährige, um sich selbst im Hinblick auf die nächste Partie beim TV Dinklage (Sonntag, 15 Uhr) als Trainer zu hinterfragen.

Die Reflexion ergab, dass die Krandel-Kicker vor allem eine „Ergebniskrise“ haben. „Denn wir spielen phasenweise keinen schlechten Fußball“, findet Bragula. So habe sein Emder Kollege Rudi Zedi bei der Pressekonferenz gesagt, „dass wir in der ersten Halbzeit der stärkste Gegner waren, gegen den Emden bisher gespielt hat“. Kaufen kann sich seine Crew für dieses Kompliment freilich nichts. Denn nach dem katastrophalen zweiten Durchgang rutschte der VfL – immer noch sieglos – auf den vorletzten Tabellenplatz ab.

Ursächlich für das Debakel war „desolates taktisches Verhalten in der Abwehr“, erläutert Bragula. So habe die Verteidigung mehrfach falsch in Ballrichtung verschoben und bei zwei Gegentreffern die Abseitsstellung aufgehoben. „Das habe ich mir einmal angeguckt, das habe ich mir zweimal angeguckt, aber irgendwann habe ich als Trainer die Pflicht, darauf zu reagieren.“

Sehr wahrscheinlich wird im Jahnstadion als eine andere Viererkette auflaufen als in den jüngsten vier Partien gegen Emden, Friesoythe (2:2), Atlas (5:1/Bezirkspokal) und Holthausen-Biene (1:2). Dabei bringe jenes Quartett eigentlich alles mit, was sich ein Trainer wünscht: innen ein Rechts- (Lennart Flege) und ein Linksfuß (Lukas Schneider) mit Gardemaß, sowie in Frederik Dittmar (links) und Sven Apostel (rechts) zwei schnelle und technisch starke Außenverteidiger. „In der Jugend würde man den Jungs Zeit geben, um sich einzuspielen. Aber wir haben keine Zeit – wir müssen punkten!“, betont Bragula.

Bei seiner Analyse registrierte er außerdem, dass viele Gegentore erst in der Schlussviertelstunde fielen. „Wir bekommen ein Fußballspiel momentan nicht fehlerfrei zu Ende“, bestätigt Bragula. An der Ausdauer liege es jedoch nicht. Ein Konditionstest habe ergeben: „Die Mannschaft ist fit.“ Deshalb gebe es nur eins: Die Wildeshauser müssen an ihren technischen und taktischen Defiziten arbeiten und sie schnellstmöglich abstellen. „Die Schallplatte, dass wir einen Qualitätsverlust hatten, während alle anderen aufgerüstet haben, ist hiermit geschreddert.“

Auch der TV Dinklage hat sich in der Sommerpause verstärkt: Torjäger Felix Schmiederer (BV Cloppenburg) hatte mit vier Treffern großen Anteil daran, dass die Gastgeber nach fünf Partien immer noch ungeschlagen sind und auf Tabellenplatz vier rangieren. Damit ist das Team von David Riesner – der bisherige Co-Trainer übernahm des Chefposten von Stefan Stuckenberg – die Überraschung der noch jungen Saison. Unter anderem fertigte der Vorjahreszwölfte Vizemeister TSV Oldenburg mit 3:0 ab.

„Die Dinklager gelten als die Standardexperten der Liga“, warnt Bragula. „Einige Trainerkollegen sagen, dass man zwei Tore schießen muss, um zu gewinnen, weil sie immer einen Treffer durch Standards machen.“ Sollte es dennoch nichts mit dem ersten Saisonsieg für den VfL werden, so ist diesmal immerhin die Rückreise vergleichsweise kurz . . . - mar

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