Von Michael HillerNEERSTEDT · Die Serie ist gerissen – und das mit einem niemals für möglich gehaltenen Ergebnis: Die SG Achim/ Baden, Tabellenführer der Handball-Oberliga, kassierte gestern Abend vor 350 Zuschauern mit 24:35 (14:18) beim TV Neerstedt die zweite und zugleich höchste Saisonniederlage. Nach zuvor fünf klaren Achimer Siegen in diesem Duell hatte nun erstmals Neerstedt die Nase vorn.

Simon Bock kam gestern spät zum Einsatz, ebenso seine beiden Tore. Der Rückraumspieler verlor mit der SG Achim/Baden in Neerstedt mit 24:35.
Während Cord Katz, Kreisläufer der SG Achim/Baden, den Auftritt seiner Mannschaft „einfach nur peinlich“ fand, war Trainer Irek Faciejew restlos bedient: „Wir haben heute alles falsch gemacht, was möglich war“, schüttelte er den Kopf, lobte aber gleichzeitig den TV Neerstedt für seine fulminante Leistung: „Neerstedt hat eine perfekte Deckung gespielt, der Torhüter hat sensationell gehalten und damit das Spiel gewonnen. Außerdem waren die Neerstedter bereit, den Kampf anzunehmen. Genau diese Bereitschaft habe ich bei uns vermisst“, klagte Faciejew.
Eitel Sonnenschein regierte dafür im Lager der Neerstedter, die so lange auf diesen Moment gewartet hatten und nach dem Schlusspfiff ausgelassen den ersten Sieg gegen Achim/Baden feierten. Trainer Dag Rieken lobte seine Jungs vollkommen zurecht über den grünen Klee: „Wir waren engagiert, haben gekämpft und uns im Angriff viel zugetraut. In der Abwehr ist unsere Taktik super aufgegangen. Und wir haben gesehen, wie wichtig ein erstklassiger Keeper ist.“
Schon in der ersten Halbzeit zeichnete sich der Neerstedter Sieg ab. Zwar lagen die Gäste zu Beginn mit 5:3 in Führung (9.), doch bereits zu diesem Zeitpunkt sollte sich zeigen, dass die 5:1-Abwehr der Neerstedter mit Bastian Carsten-Frerichs als Positionsverteidiger genau die richtige Taktik war, um den Angriff des Tabellenführers zu stoppen. Mit einem Doppelpack warf Tim Schulenberg die Gastgeber nach vorne (7:5/13.), Thomas Schützmann und Schulenberg per Siebenmeter erhöhten wenig später auf 12:6 (20.). Auch die Neerstedter Fans spürten, dass der Favorit dieses Mal fällig war.
Bei 16:13 (29.) kamen die Gäste letztmalig dank Roman Döhling auf drei Tore heran, danach wurde das Spiel zu einer Neerstedter Gala. Den Grundstein legte die Deckung, die nach Wiederanpfiff bis zur 40. Minute trotz mehrminütiger Unterzahl nur zwei Tore zuließ und somit eine 23:16-Führung ermöglichte. Als Abwehrchef Malte Grotelüschen auf 29:20 (52.) erhöhte, waren die Neerstedter Schultern bereits so breit, dass der Rest zur Formsache wurde.
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